Sicherheitsberater warnt vor „Clash of Civilisations“

Mi, 23.03.2016

Noch nie war es so einfach, den Ruf eines Menschen zu beschädigen. Möglicherweise sind Beschimpfungen nur der Anfang. Scheitert die Intergrationspolitik komplett, fürchtet Sicherheitsberater Günther Eisinger sogar einen Bürgerkrieg mitten in Europa.

Noch nie war es so einfach, den Ruf eines Menschen zu beschädigen. Möglicherweise sind Beschimpfungen und Verunglimpfungen sogar nur der Anfang. Scheitert die Intergrationspolitik komplett, fürchtet Günther Eisinger, der Kommunen zu Sicherheitsthemen berät, sogar einen Bürgerkrieg mitten in Europa. KOMMUNAL: Bürgermeister und Ratsherren, die beschimpft werden – ist das aus Ihrer Sicht ein neues Phänomen? Günther Eisinger: Beschimpfungen und Konflikte gab es immer schon, die Intensität hat aber massiv zugenommen. Attacken passieren heute immer häufiger via Social Media-Plattformen. Es war noch nie so einfach, den Ruf von jemandem zu schädigen. Sind Beschimpfungen/Beschuldigungen erstmal im Internet verbreitet, ist es extrem schwierig, sie wieder wegzubekommen. Die Kommunen mahnen auch mehr Polizeipräsenz an, was aber Ländersache ist - was können Kommunen aus Ihrer Sicht selbst tun? Kommunen können ganz gezielt Sicherheitskonzepte ausarbeiten. Haben sie dafür nicht die notwendigen Kompetenzen, müssen sie externe Spezialisten damit beauftragen. Die Entscheidungsträger müssen verstehen, dass Sicherheit Geld kostet und Ressourcen bedarf. Um das Sicherheitsgefühl zu stärken – was sollten Kommunen in der Kommunikation mit ihren Bürgern beachten?

  1. Sicherheitsprobleme als solche erkennen und nicht „schönreden“, sondern aktiv ansprechen!
  2. Pro-aktiv Lösungsvarianten anbieten
  3. Nicht nachlässig werden, sondern Sicherheitsprobleme ständig bewerten und, wenn notwendig, wieder kommunizieren (siehe 1.) und Lösungen anbieten (siehe 2.)

Wir sprechen viel von Integrationskultur – was sind mit Blick auf langfristige Sicherheit die wichtigsten Schritte, damit die Integration der Neubürger gelingt? Es droht die Gefahr eines „Clash of Civilisations“. Wird eine kritische Anzahl von Immigranten aus gänzlich anderen Kulturkreisen überschritten, kann eine erfolgreiche Integration nicht mehr funktionieren. Dann bilden sich im besten Fall Parallelgesellschaften, die einigermaßen friedlich zusammenleben. Im schlimmsten Fall führt dies zu extremer Polarisierung der linken und rechten Lager, gemischt mit den eigentlichen Flüchtlingen. Eine solche „Mixtur“ wird unweigerlich zum Bürgerkrieg führen – und zwar mitten in Europa. Integration kann also nur erfolgreich funktionieren, wenn 1. eine kritische Masse (wo immer die liegt, ist diskutierbar) nicht überschritten wird, und 2., wenn die Ankömmlinge verstehen, dass sie sich aktiv integrieren müssen.

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