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Sperrmüll wartet auf der Straße auf die Entsorgung
Sperrmüll wartet auf der Straße auf die Entsorgung
© 123rf

Sperrmüll-Betrüger treiben ihr Unwesen

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
22. Januar 2019
Immer wieder warnt die Polizei vor Betrügern, die sich als Mitarbeiter der örtlichen Entsorgungsbetriebe ausgeben. Opfer sind häufig ältere, wehrlose Menschen. Sie sollen auf einmal horrende Summen für die Abholung ihres Sperrmülls bezahlen! So funktioniert der Trick und das können Bürger und Kommunen tun!

Viele Kommunen in Deutschland bieten ihren Verbrauchern die kostenfreie oder zumindest sehr günstige Abholung von Sperrmüll an. In vielen Städten und Gemeinden ist eine Abholung des Sperrmülls pro Jahr bereits im Grundpreis der Hausmüllentsorgung enthalten. Darüber hinaus gibt es entweder feste Termine im Jahr oder Bürger können sich kostengünstig einen Termin bei ihrem Entsorger geben lassen. 

Genau das machen sich immer wieder Betrüger zunutze. Sie schalten Internetseiten, die sich oft nur geringfügig von denen der örtlichen Entsorgungsbetriebe unterscheiden. In München haben Betrüger auch schon Schreiben an Bürger verfasst, auf denen das Logo des Abfallbetriebs München benutzt wurde - illegalerweise natürlich. In Berlin ähneln diverse Internetseiten stark denen der Berliner Stadtreinigung. Die Masche läuft dann immer gleich ab. Über die Homepage oder einen Telefonanruf beauftragen die Bürger den vermeintlichen Entsorger. Im Falle einer Frau aus Berlin, die sich an die Polizei wandte, wurde ihr am anderen Ende der Leitung zunächst auch ein durchaus marktüblicher Preis genannt. Tatsächlich kamen zum vereinbarten Termin einige Männer vorbei, deren Kleidung ebenfalls denen der BSR stark ähnelte. Dann jedoch verlangten die Männer eine Zahlung, die fast zehn mal so hoch war, wie der vereinbarte Preis. Natürlich in bar. Der Grund: Es handle sich bei der Menge an Sperrmüll um besonderen Müll. Die Forderungen werden - so berichten mehrere Opfer - mit massiven Drohungen unterlegt. Opfer, die sich gemeldet haben, waren fast immer alleinstehende, ältere Damen. Ihnen wurde teils gedroht, den Müll auf der Straße abzuladen, teils sei auch physische Gewalt indirekt angedroht worden. 

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Sperrmüll-Mafia offenbar doch nicht ausgehoben

Ende vergangenen Jahres nun hofften Polizei und Entsorgungsbetriebe, die Sperrmüll-Mafia sei gefasst. Es kam in Berlin tatsächlich zu einer Verurteilung eines Mannes. Doch nun stellt sich heraus, dass die Hintermänner offenbar noch immer nicht gefasst sind. Auch im Netz tauchen immer wieder verschiedene Firmenadressen auf mit den immer gleichen Telefonnummern. 

Polizei und Kommunen warnen daher weiter vor der Masche der Sperrmüll-Betrüger. Gerade bei Bestellungen über das Internet sollten Verbraucher genau darauf achten, ob es sich wirklich um die Seite der Entsorgungsbetriebe handelt. Ein Tipp: Folgen Sie auf der Webseite Ihrer Gemeinde dem Link zu den Entsorgungsbetrieben. Zahlungen sollten niemals in bar vereinbart werden. Da die Entsorgungsbetriebe meist über die Müllgebühren ohnehin eine Einzugsermächtigung haben, kann das Geld auch unbar eingezogen werden. Zahlen Kunden bar, haben sie im Betrugsfalle praktisch keine Chance, das Geld zurückzubekommen. Angebote sollten Sie sich - etwa per Mail - schriftlich bestätigen lassen. Seien Sie misstrauisch, wenn die Telefonvorwahl nicht aus Ihrer Gegend stammt (meist aus der Kreisstadt oder einen anderen Mitgliedsort des Landkreises). Seriöse Sperrmüll-Firmen vereinbaren mit Ihnen im Vorfeld einen Festpreis etwa pro Container, nach Größe oder Gewicht. 

Und: Wer doch Opfer wird, sollte umgehend sowohl die Polizei als auch seine Kommune informieren. Keine Scheu, nur so können andere Verbraucher künftig geschützt werden. 

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  • Arbeiten im Öffentlichen Dienst Straßen und Verkehr Abfallwirtschaft

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