Autonomes Fahren ist im Cockpit angekommen
Vernetztes Fahren ist die Zukunft. Egal ob Straßenkarten oder Warenlieferungen – die digitalisierte Welt ist längst im Verkehr angekommen.
© ©Stockwerk-Fotodesign

Mobilität

Vernetztes Fahren: Neues Portal mit interaktiver Karte

Beim automatisierten Fahren und vernetzter Mobilität will Deutschland Vorreiter werden. Eine neue interaktive Karte gibt einen Überblick über digitale Testfelder.

Beim autonomen und Vernetzten Fahren greifen viele innovationsgetriebene Technologien ineinander. Um diese zu erproben, sind digitale Testfelder im öffentlichen Straßenraum ein wesentlicher Bestandteil der Innovationsförderung. Damit alle Akteure leichter zusammen kommen können, bietet der Bund nun eine interaktive Karte an.

Vernetztes Fahren ist ein "Riesenschritt"

"Mit dem Gesetz zum autonomen Fahren haben wir bereits einen Riesenschritt Richtung Zukunft gemacht",  sagt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Denn erstmals können seither selbststeuernde Fahrzeuge ganz regulär auf öffentlichen Straße fahren. Deutschland sei weltweit das erste Land, das solche Rahmenbedingungen bietet, so der Bundesminister. 

Testfelder zur digitalisierten Mobilität

Zurzeit existieren in Deutschland 26 Testfelder und und mehr als 140 Projekte zur digitalisierten Mobilität. Das sind etwa selbst aktualisierende Straßenkarten oder Warentransporte in fahrerlosen Shuttles. Diese Informationen sind auf der neuen Website Testfeldmonitor für jedermann einsehbar und soll die Beteiligten zusammen bringen – von der Kommune bis zum IT-Dienstleister.

Wichtig ist, die neuen Technologien im normalen Verkehr zu erproben – auf allen Straßenkategorien und über alle Verkehrsträger hinweg. Daher fördert und unterstützt das Bundesverkehrsministerium die Entwicklung von Testfeldern in vielen Bereichen.

Vernetztes Fahren bedeutet, dass Fahrzeuge "miteinander kommunizieren" und es auch eine "Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastrukturen" gibt. So werden verkehrsbezogene Informationen über Funktechnologien ausgetauscht, etwa zum Verkehrsfluss, zu Unfällen, Baustellen oder auch bei extremen Wetterlagen.

Kommunen sind Teil der vernetzten Verkehrswende

Interessierte Städte und Gemeinden können  über die hinterlegten Informationen Kontakt mit den Beteiligten eines Projekts aufnehmen. "Unser Wunsch ist, dass die Kommunen und Projektzuständigen sich gegenseitig über Bestpractices austauschen können – Wissenstransfer ist ganz wichtig. Jeder soll mitmachen können", erklärt Lisa Herzog, Sprecherin des Ministeriums gegenüber KOMMUNAL. Generell sind es die Anwendungen, die das Bundesverkehrsministerium fördert. Wie immer sind Förderrichtlinien kleinteilig und unübersichtlich. So können etwa bei der Sensorentwicklung oder Ähnlichem Förderrichtlinien vom Forschungsministerium greifen. 

Echter Verkehr bringt echte Erkenntnis 

Wirtschaft und Forschung sollen ihre Erfahrungen im realen Verkehr und in echten Fahrsituationen unterschiedlicher Komplexität gewinnen können. Aber auch die Politik erhält mit den Testfeldern wichtige Erkenntnisse, die Grundlagen für verkehrspolitische Entscheidungen vor Ort sind. Dazu kommt, dass die Bürger die autonome und vernetzte Mobilität auf der Straße sehen können.

Außerdem erhoffen sich Städte und Gemeinden, die bereits in den Testfeldern aktiv sind, viel für ihre Zukunft. Fachkräfte fehlen und die Linien auf dem Land werden ausgedünnt. Im niederbayerischen Bad Birnbach ist  nicht nur die erste selbstfahrende Buslinie in Betrieb, sondern in den kommenden Monaten testet der Kreis Rottal-Inn auch den Überland-Regelbetrieb mit den modernen Selbstfahrern.