Warten an der Ladesäule
Bei der Elektromobilität gibt es viel Wartezeit. Kommunen können dazu einladen, sie für Reisende zu nutzen.
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Elektromobilität

Eine Million E-Autos: Wie kommt eine schnelle Ladesäule in den Ort?

Auf deutschen Straßen sind mittlerweile eine Million Fahrzeuge mit Elektroantrieb unterwegs. Auch wenn nur rund die Hälfte dieser Fahrzeuge rein elektrisch betrieben wird. Nun werden dazugehörige Ladesäulen benötigt.

Was einst die Tankstelle war, wird heute zunehmen die Lademöglichkeit. Gerade auf langen Reisen oder bei Ausflügen grassiert die Reichweitenangst der Fahrer. Darum werden allerlei Hilfsmittel wie spezielle Apps oder Navigationssysteme genutzt, um die nächste Ladesäule anzeigen zu lassen. Ob diese dann gerade frei ist, ist oft eine Vabanquespiel, denn die großen Akkus benötigen vergleichsweise lange Ladezeiten.

Eine Ladesäule im Dorf kann Geschäfte ankurbeln

Beim Volltanken des Verbrenners geht es schnell: Anhalten, Tankdeckel auf, Zapfpistole rein und nach einer Minute kann die Fahrt weiter gehen. Nicht so beim elektrischen Laden, hier heißt es oft: verweilen. Einige findige Unternehmer – vor allem Gastronomen – haben bereits Lademöglichkeiten vor ihren Geschäften installiert. Das Kalkül ist einfach: Während das Auto etwa eine Stunde am Kabel hängt, muss die Wartezeit von den Reisenden genutzt werden. Immer wieder ist von E-Autofahrern zu hören, dass auch die Orte, an denen Ladesäulen stehen, attraktiv sein sollen. Sie wünschen sich schöne Orte zum Aufhalten und nicht etwa einen morastigen Platz ohne Beleuchtung hinter der örtlichen Tankstelle. 

Wie können auch kleine Kommunen und Städte von Ladesäulen profitieren? Seit dem Sommer 2021 gibt es eine erneute Förderung zur Schaffung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland. Der Bund will damit 50.000 weitere Ladesäulen bauen lassen, wovon mindestens 20.000 Schnellladepunkte geschaffen werden sollen. Insgesagt steht eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung. Auch die Kosten für dazugehörige Netzanschlüsse sowie Kombinationen aus Netzanschluss und Pufferspeicher sind förderfähig. 

Schnell dabei sein: Fördergeld für Ladesäulen wird weniger!

Über das Stadtort-Tool können zudem prognostizierte Bedarfe eingesehen werden. Die Forscher der nationalen Leitstelle haben für nahezu jeden Landstrich in Deutschland einen deutlichen Bedarf bis 2025 für neuen Normallade- und Schnellladepunkten im öffentlichen Raum ermittelt. 

Es lohnt es sich früh dabei zu sein, denn mit jedem Förderaufruf sinkt die vorgesehene Bezuschussung.