Luftfilter Klassenzimmer Schule Grafik
Luftfilter sollen den Schutz vor Corona-Viren im Klassenzimmer erhöhen.
© AdobeStock

Corona-Pandemie

Viel Wirbel um Luftfilter in Schulen

Seit das Bundeskabinett beschlossen hat, die Anschaffung von mobilen Luftfiltern mit 200 Millionen Euro zu unterstützen, kam endlich Schwung in das Vorhaben – doch so leicht ist die Ausstattung der Kitas und Schulen nicht umzusetzen. Vor allem gilt die Förderzusage nicht für alle.

Um die luftreinigenden Geräte in Kitas und Schulen tobt seit dem vergangenen Corona-Herbst die Diskussion. Eltern-, Lehrer- und Schülervereinigungen wollen zum Schutz vor dem CoronaVirus Filteranlagen in den Schulen.  Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat besonders Druck gemacht.  Er wolle alle Schulen flächendeckend mit Luftfiltern ausgestattet sehen, wie der Länderchef forderte. Damit soll nach den Sommerferien ein Regelbetrieb in den Schulen gewährleistet werden. Für die Kommunen ein ehrgeiziges Ziel. Der Stadtrat von München beschloss ganz knapp vor den Sommerferien in Bayern, dass rund 6.200 mobile Luftfiltergeräte gekauft werden sollen.  Die Kosten werden auf rund 21,7 Millionen Euro geschätzt.

München schaffft Luftfilter für Schulen und Kitas an

Was der Stadt aber Sorgen bereitet: Mit der Anschaffung allein ist es nicht getan, es kommen pro Jahr mehrere Millionen Euro für Betrieb und Unterhaltung hinzu. Auch erhöhen sich damit die Stromkosten, die bislang nicht gefördert werden. Die Geräte, die in den Münchner Schulen die Luft filtern und damit die Ausbreitung der gefährlichen Aerosole verhindern sollen, sind für die Klassenzimmer der 1. bis 6. Jahrgangsstufe vorgesehen - und für Fachlehrsäle. Das geht über das hinaus, was das Bundesprogramm beinhaltet. 

Bund fördert Luftfilter-Einbau  nur beschränkt

Denn der Bund fördert nur den Einbau von Luftfiltern für Räume mit eingeschränkter Möglichkeit zum Lüften in den Einrichtungen für Kinder unter 12 Jahren, also in den Kindergärten und Grundschulen. Er begründete dies damit, dass Kindern unter 12 Jahren vorerst kein Impfangebot gemacht werden kann. 

Damit aber ist die Sekundarstufe II von Förderungen weitgehend abgeschnitten. Das Geld für die Räume der Kitas und Grundschüler aus dem Fördertopf soll über die Bundesländer an die Kommunen fließen. Pro Standort können maximal 500.000 Euro in Anspruch genommen werden. Bis zu 50 Prozent der entstehenden Kosten können ausgeglichen werden.

„Mit dem neuen Schuljahr wird es nicht möglich sein, flächendeckend stationäre Lüftungsanlagen einzubauen."

Mitteilung der Bundesregierung

Seit vorigem Herbst fördert der Bund die Aufrüstung von stationären Luftfilteranlagen in Hochschulen, Kitas und Schulen. „Bis zum Beginn des neuen Schuljahres wird es jedoch – trotz intensiver Bemühungen – nicht möglich sein, flächendeckend stationäre Lüftungsanlagen einzubauen“, teilte die Bundesregierung mit. Die Alternative seien nun die mobilen Luftfilter.

Luftfilter woher nehmen?

Doch auch wenn der Bund jetzt die Förderung der mobilen Luftfilter in Aussicht gestellt hat, ist fraglich, wie viele Geräte überhaupt beschafft werden können.  „Dies ist schwer einschätzbar, da der Bedarf hoch ist und nun viele Kommunen gleichzeitig bestellen“, heißt es auch beim Bildungsreferat der Stadt München. Und das steht mit dieser Aussage nicht allein da. Dabei sollen Situationen wie im vergangenen Winter vermieden werden. Schüler und Lehrer mussten sich warm anziehen, damit die Vorgaben zum dauerhaften Lüften eingehalten werden konnten. Ein Weg für Schulen, kurzfristig Luftfilter zu kaufen, ist online. "Hier git es noch ein ordentliches Angebot", so Christian Sonnenberg von der Online-Beschaffungsplattform www.kommunalbeschaffung.de (gehört wie KOMMUNAL zur Zimper Media GmbH). Doch auch hier merkt man, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt. "Flächendeckend wäre die Einführung mit dem jetzigen Bestand an Luftfiltern in Deutschland zumindest kurzfristig nicht möglich", so Sonnenberg. 



www.kommunalbeschaffung.de