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  3. Weihnachtsbäume: Was passiert damit?
Nach dem Fest ist vor der Entsorgung - fast 30 Millionen Weihnachtsbäume wurden dieses Jahr gekauft
© 123rf

Weihnachtsbäume: Was passiert damit?

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
8. Januar 2019
Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie hat auch in diesem Jahr wieder gut lachen: 29,8 Millionen verkaufte Bäume zählt der Verband in der abgelaufenen Weihnachtszeit. Das sind noch einmal rund 300.000 mehr, als im Vorjahr. Traditionell rund um den Dreikönigstag werden die Bäume dann aber aus den Häusern und Wohnungen entfernt. Und dann?

24 Euro hat der Bundesbürger im Schnitt für den Weihnachtsbaum ausgegeben - für in der Regel etwa zwei Wochen Freude im Wohnzimmer. Nun haben Nordmanntanne und Co wieder ausgedient. Sie nadeln, trocknen aus, der Weihnachtsschmuck wird wieder abgehängt.

Die Entsorgungsbetriebe der Kommunen und Landkreise sind seit gestern wieder bundesweit fleißig damit beschäftigt, die Bäume einzusammeln. Die gute Nachricht: Für die Weihnachtsbäume gibt es meist ein zweites Laben nach dem Rauswurf aus der Wohnung. Wobei die Städte und Gemeinden sie sehr unterschiedlich verwerten.

Der Klassiker ist inzwischen das Verbrennen in Biokraftwerken. Dort liefern sie Strom und Fernwärme. In Berlin etwa werden die rund 350.000 Bäume direkt in ein solches Kraftwerk geliefert. Aus dem Kraftwerk heißt es, die Bäume reichten aus, um 500 Haushalte ein Jahr lang mit Wärme und Strom zu versorgen.

In anderen Großstädten werden die Bäume kompostiert, so eta in in Leipzig, in München werden die Überreste zu Spanplatten verarbeitet. Andere Städte nutzen die Bäume für ihre Zoos und Tierparks. So etwa in Wuppertal und Stuttgart.  Gerade Elefanten empfinden Weihnachtsbäume als Delikatesse, heißt es etwa beim Verband der Abwasser- und Rohstoffwirtschaft, BDE. Allerdings stelle sich hier das Problem, dass die Bäume frei von Lametta und Kugeln sein müssten. Daher werden für die Tierparks vor allem die nicht verkauften Weihnachtsbäume der Händler genutzt. Beim Verbrennen hingegen gibt es auch dann kein Problem, wenn noch kleine Reste von Lametta oder Kugeln an den Bäumen sind, beruhigt etwa der Umweltverband WWF. 

Es gibt auch Alternativ-Verwendungen für die Weihnachtsbäume 

Nun sind die Menschen in Deutschlands Kommunen bekanntlich sehr kreativ. Und so lässt sich etwa eine Tradition rund um die Weihnachtsbäume in Wiedenthal in Rheinland-Pfalz erklären. Dort fanden am Dreikönigstag wieder die Weltmeisterschaften im Weihnachtsbaumwerfen statt. So gilt es etwa, eine Fichte zu werfen wie einen Speer, Die Bäume, die dort durch die Luft fliegen, sind aber inzwischen auch keine ausrangierten Weihnachtsbäume mehr. Es handelt sich um frisch geschlagenes Holz aus dem Gemeindewald. Nicht auf Niveau einer Weltmeisterschaft, wohl aber als großes Spektakel aufgezogen gibt es ein Weihnachtsbaumwerfen etwa auch in Peine in Niedersachsen. Dort fliegen noch Original ausgediente Weihnachtsbäume durch die Luft - der Erlös der Veranstaltung kommt einem guten Zweck vor Ort zugute. 

Forscher sind an alten Weihnachtsbäumen übrigens auch zunehmend interessiert. Sie können nämlich als Ausgangsstoffe für Süßungsmittel und Farben dienen. Der Hintergrund: Die Tannennadeln bestehen zu 85 Prozent aus Lignocellulose. Diese kann mit Hilfe von Hitze und Lösungsmitteln zu Chemikalien abgebaut werden. An der Universität Sheffield wird gerade daran geforscht, auf diese Weise hochwertige Rohstoffe wie etwa Zucker zu entwickeln. Aber auch für Mundspülungen seien die Stoffe geeignet, so die Forschungsergebnisse. 

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Reste der Weihnachtsbäume für den Hausgebrauch

Und dann waren da noch die ganz einfachen Hausmittel. Aus den Nadeln etwa lässt sich ein Badezusatz mit ätherischen Ölen machen. Die Nadeln in ein heißes Bad und sie lindern Schmerzen bei Zerrungen, Rheuma oder Erklältungen. Grund sind die ätherischen Öle in den Nadeln, die schleimlösend und entspannend wirken. Faustregel für den Hausgebrauch: 100 Gramm Tanen oder Fichtennadeln für ein Vollbad. der KOMMUNAL-Tipp: Kochen Sie die Nadeln vorher etwa 10 Minuten in Wasser auf und gießen Sie den Sud durch ein Sieb in das Badewasser. 

Eine Alternative ist die Schneckenabwehr im Garten. Die Tiere mögen es überhaupt nicht, über die pieksenden Nadeln zu kriechen. Also rauf mit den Nadeln auf die Beete und Pflanzen. 

Die Zweige wiederum sind - gerade in diesen Tagen in Süddeutschland - ein guter Frostschutz. Legen Sie die Zweige in mehreren Lagen flach auf das Blumenbeet. 

Und hier noch zwei Tipps für alle Bastler: Die Äste der Weihnachtsbäume wachsen ja recht gleichmäßig in Ringform um den Stamm herum. Daher eignen sie sich gut, um daraus Kleiderhaken selbst zu bauen. Wie das geht, dazu gibt es bei Youtube sogar ein Video: 

Wer lieber Holzknöpfe bastelt, ist mit dem Holz der Weihnachtsbäume auch gut bedient. Zumindest aus den dickeren Ästen lassen sich mit Säge, Schleifpapier und Handbohrer schöne Dinge herstellen. Zum Schluss noch einen Tipp für den Stamm: Eine Lage Mulch schützt vor Kälte, gibt dem Boden neue Nährstoffe und hält auch noch Unkraut ab,

Keine gute Idee ist es hingegen, den Weihnachtsbaum im eigenen Kamin zu verbrennen. Das Holz hat nach den Feiertagen meist noch eine Feuchte von mindestens 40 Prozent - das wird also bestenfalls stinken und rauchen aber nicht schön brennen. Experten sagen, das Holz muss nach den Weihnachtstagen mindestens 2 Jahre gelagert werden, damit es gut brennt...Wer also den trockenen Platz daheim hat...

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