Der Wohnungsbau boomt - aber nicht in den Städten, sondern auf dem Land
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Der Wohnungsbau boomt - aber nicht in den Städten, sondern auf dem Land

Wohnungsbau boomt vor allem auf dem Land

Rund 300.000 neue Wohnungen sind 2018 neu entstanden - gebaut wird aber vor allem in Nordwestdeutschland, im Emsland und Ostfriesland sowie rund um Hamburg, in der Lüneburger Heide und im südlichen Brandenburg. Von wegen Wunsch nach Großstadt...wo es die Menschen hinzieht...

Berlin, München und Hamburg brauchen dringend neuen, bezahlbaren Wohnungsbau. So schallt es landauf, landab von Politikern und Stadtplanern. Schaut man sich real um, so entstehen tatsächlich auch in den Großstädten wieder mehr Wohnungen - wenn auch weniger, als benötigt. Experten sprechen davon, dass jährlich etwa 400.000 neue Wohnungen gebaut werden müssen. Im Jahr 2017 waren es laut Statistik immerhin 285.000, im Jahr 2018 waren es laut Statistischem Bundesamt fast 348.000. Der Trend zeigt also deutlich nach oben. 

Doch wo entstehen Deutschlands Neubauten? Vor allem beim Bau von Neubauten wird schlecht sichtbar, dass sich zumindest die privaten Bauherren gerne auf dem Land und nicht in der Stadt niederlassen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist der Bauboom vor allem in ländlichen Regionen groß. Das hat eine Datenauswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden ergeben. 

 

Diese Gemeinden sind die Neubauchampions 

 

Die Karte (Quelle: Destatis) ist eindeutig. Überall, wo Gemeinden rot gekennzeichnet sind, wurden im Jahr 2017 - gemessen an der Einwohnerzahl - mehr als 5 neue Wohnungen je 1000 Einwohner errichtet. Tiefrot ist hier vor allem der Nordwesten. Darunter ländliche Gemeinden, wie Lingen, Meppen, Haselünne (über 8 Wohnungen je 1000 Einwohner), in NRW vor allem mittelgroße Städte wie Warendorf oder Gütersloh. Aber auch Münster  fällt hier mit 5 neuen Wohnungen je 1000 Einwohner positiv auf. Möglicherweise ein erster Erfolg des neuen Wohnbaukonzepts in der Stadt, über das wir in KOMMUNAL im Herbst vergangenen Jahr berichtet haben - das sogenannte Münsteraner Modell zielt auf einen Wettbewerb nach unten bei den Baupreisen (HIER GEHTS ZUM BEITRAG). 

 

Die Karte von Destatis
Die Karte von Destatis

 

 

Das sind die Gründe für die Standortwahl der Deutschen

 

Die Karte bestätigt Umfragen, die wir auch in KOMMUNAL veröffentlicht haben, wonach "nur" 13 Prozent der Deutschen gerne in der Großstadt leben möchten. Das Landleben erlebt eine Renaissance. Es zeigt aber natürlich auch, die die Grenzen bei der Baulandbereitstellung in Städten teils erreicht sind. Wobei hier auch boomende ländliche Regionen teils Probleme haben, weil Baugenehmigungen wegen fehlenden Personals lange dauern. Aber auch in einigen Großstädten gibt es Überraschungen. Etwa in und um Berlin. Schon lange boomt der Süden Brandenburgs im engen Umfeld von Berlin, wie etwa Kleinmachnow. Hier sind die Baulandpreise aber inzwischen auf Berliner Niveau, Bauland wird ohnehin schon lange knapp. Und so sticht ausgerechnet der frühere ostberliner Problembezirk Lichtenberg (Plattenbausiedlungen) heraus mit neun neuen Wohnungen pro 1000 Einwohner. Auch die Landeshauptstadt Potsdam erlebt einen ähnlichen Neubauboom. Auch Erlangen und Ingolstadt stechen unter den Großstäden positiv hervor. 

 

 

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Diese Kommunen stechen ebenfalls heraus 

 

Schaut man auf die Städte mit 10.000 Einwohnern und mehr so sind die meisten neuen Wohnungen in Wentorf bei Hamburg entsanden, nämlich 32,4 Einheiten je 1000 Einwohner. Und am anderen Ende der Skala: Dort gibt es einige Städte mit weniger als einer Neubauwohnung je 1000 Einwohner. Nämlich in Wuppertal, Hagen und Herne, allesamt in NRW. 

Übrigens ist fehlendes Bauland auch in vielen Großstädten nicht das größte Problem. So hatten wir bei Twitter erst vergangene Woche über eine Studie berichtet, wonach durch flexiblere Bauvorschriften und Umnutzung leer stehender Gebäude in deutschen Städten bis zu 2,7 Millionen neue Wohnungen entstehen könnten. 

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