2 G oder 3 G-Regel
Die Corona-Regeln sind je nach Bundesland und Kommune unterschiedlich.
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Corona-Regeln

2-G oder 3-G: Das gilt in Ländern und Kommunen

Corona-Herbst und Corona-Winter stehen bevor. Experten rechnen damit, dass die Gefahr in der Pandemie trotz Impfungen wieder steigt. 2-G oder allein 3-G - diese Regeln für Geimpfte, Genesene oder Getestete gibt es jetzt in den Bundesländern und in einzelnen Kommunen. Ein KOMMUNAL-Überblick.
Aktualisiert am 18. Oktober 2021

In Deutschland besteht nach einem Bund-Länder-Beschluss die 3-G-Regel: Geimpft, genesen, getestet. Für den Einlass müssen Impfnachweis, Genesenen-Nachweis oder ein negativer Test vorgezeigt werden. Doch einige Bundesländer haben ihre Corona-Regeln weiter verschärft oder auch gelockert. In den meisten Ländern wurde zusätzlich die 2-G-Regel  (Geimpft, genesen) eingeführt, in anderen hingegen nicht. Was erwartet die Menschen im Corona-Herbst und im Corona-Winter? Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte-und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte auf Anfrage zu KOMMUNAL: "Wir müssen davon ausgehen, dass das Infektionsgeschehen im späteren Herbst wieder an Dynamik gewinnt."  Seine Einschätzung: "Die Auswirkungen werden voraussichtlich nicht so gravierend sein, da inzwischen 67 Prozent der Bevölkerung geimpft ist und ja weiterhin geimpft wird."

Landsberg geht davon aus, dass es keinen erneuten Lockdown und wahrscheinlich auch keine staatlich verordnete 2-G-Regeln geben wird. So könnten weiterhin nicht nur Corona-Geimpfte und Genesene am öffentlichen Leben teilnehmen, sondern auch Getestete.  "Es ist aber damit zu rechnen, dass weitere private Unternehmen zum Beispiel Diskotheken für ihren Bereich die 2-G-Regel vorschreiben", betonte Landsberg. Das erleichtere in der Regel die Kontrolle und erhöht die Akzeptanz der Besucher und Besucherinnen.

2-G oder 3-G: Corona-Regeln im Überblick

Die Bundesländer nutzen die Möglichkeiten unterschiedlich, die bundesweiten Vorgaben zu den Corona-Regeln umzusetzen. Das führte dazu, dass manche Kommunen die 2-G-Regel anwenden, obwohl die dortige Landesregierung dies nicht explizit als Option vorgesehen hat.

Nordrhein-Westfalen: Keine 2-G-Regel in Verordnung

Die Stadt Duisburg will ab 1. November nur noch geimpfte oder genesene Besucher an den städtischen Kultur-und Freizeitveranstaltungen teilnehmen lassen, also die 2-G-Regel anwenden. Das soll auch für den Zoobesuch und den Weihnachtsmarkt gelten. Zwar seien die Infektionszahlen derzeit nicht alarmierend, doch die Kommune rechnet mit steigenden Zahlen und verweist auf die noch nicht ausreichende Impfquote. Sie geht damit wie auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen über die Landesvorgaben hinaus. Die seit 1. Oktober geltende Coronaschutz-Verordnung von NRW enthält keine expliziten Vorgaben für den Umgang mit Geimpften, Genesenen und Getesteten.  Festgeschrieben sind dort weiterhin Maskenpflicht und Abstandsregeln. Hier finden Sie die Verordnung als pdf in der gültigen Fassung vom 1. Oktober. Sie gilt vorerst bis zum 29. Oktober.

Bayern lockert Corona-Regeln

Ausgerechnet Bayerns Ministerpräsident lockert in diesem Corona-Herbst die Corona-Regeln. Dabei  hatte Markus Söder in der Corona-Krise immer wieder besonders hart durchgegriffen. Das hat nun ein juristisches Nachspiel: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen vom Frühjahr 2020 in Bayern inzwischen für unzulässig erklärt. Die Richter beanstanden vor allem, dass damals Einzelpersonen ohne besonderen Grund nicht ihre Wohnung verlassen durften. Der Freistaat will prüfen, ob er dagegen Revision beim Bundesverwaltungsgericht einlegt.

Bei Veranstaltungen  können Maskenpflicht entfallen, ebenso das Mindestabstandsgebot und die Obergrenzen bei der Personenzahl. Dies aber nur im Gegenzug zu folgenden Bedingungen: Die  Veranstalter müssen  entweder die 2-G-Regel oder  die 2-G+-Regel einhalten. G 2plus bedeutet Geimpft, genesen oder negativer PCR-Test. Ein Schnelltest reicht bei diesem Modell nicht aus. Im Kabinettsbeschluss heißt es: "2G / 3G plus sind rein freiwillig und eigene Entscheidung jedes Veranstalters oder Betreibers. Es gibt keinen staatlichen Zwang." Bayern wolle bei Corona auf Sicherheit, Freiheit und Eigenverantwortung setzen, so das Kabinett. Die Beschlüsse vom 4. Oktober!

Baden-Württemberg 2-G-Modell

Das Land Baden-Württemberg hatte das 2-G-Modell bisher nur vorgesehen, wenn sich die Corona-Infektionslage stark zuspitzt. Die Alarmstufe wird dann ausgerufen. Ab dann gilt die 2-G-Regelung bei Veranstaltungen,  bei Ausstellungen und Messen sowie in Freizeiteinrichtungen wie Sportstätten. Ein Überblick. Am Mittwoch, 13. Oktober, hat das Landeskabinett beschlossen, ab Freitag, 15. Oktober, das 2-G-Modell doch auch generell als Option einführen. Ab dann gilt die veränderte Corona-Verordnung. Entscheiden sich Veranstalter oder Betreiber von Einrichtungen für die 2-G-Option und lassen damit nur noch Geimpfte und Genesene zu, müssen die Gäste keine Maske mehr tragen. Außerdem sind  unter anderem bei Veranstaltungen allein mit Genesenen und Geimpften keine Personenobergrenzen mehr vorgeschrieben. Die bisherigen einzelnen Regelungen sowie mehr Informationen.

Rheinland-Pfalz mit 2-G-Modell gegen Corona

Rheinland-Pfalz hat das 2-G-Modell bereits. Die Regelungen werden wohl verlängert. Die rheinland-pfälzische Landesregierung setzt vor allem auf das neue Corona-Warnsystem. In diesem "2G+"-System werden neben der Sieben-Tage-Inzidenz künftig auch die Zahl der Neuaufnahmen von Covid-Patienten in Krankenhäusern und der Anteil von Menschen mit Covid-19 auf den Intensivstationen berücksichtigt. Die 26. Verordnung (21. September) und weitere Informationen.

Schleswig-Holstein:  Corona-Regeln mit mehr Freiheiten

Das Land Schleswig-Holstein geht erst einmal den Weg der Lockerungen unter Einhaltung der 3-G-Regeln weiter. Die Landesregierung hat dies mit der neuen Verordnung vom 20. September beschlossen. Ministerpräsident Daniel Günther sprach von einem "großen Schritt zurück zur Normalität mit weniger Grundrechtseinschränkungen in einer weitgehend geöffneten 3G-Welt." Mehr erfahren Sie auf der Homepage der Landesregierung. Hier finden Sie eine Grafik mit den derzeit geltenden Corona-Regeln in Schleswig-Holstein.

Mecklenburg-Vorpommern verlängert 2-G-Regelung für Veranstalter

In Mecklenburg-Vorpommern wurde das 2-G-Modell eingeführt. Das bedeutet: Veranstalter, Gastronomen und Einzelhändler (sofern sie nicht für den Grundbedarf sorgen)  können für ihre Veranstaltungen, Lokale, Geschäfte und Einrichtungen das 2-G-Modell wählen. In diesem Fall haben nur geimpfte oder von Corona genesene Bürgerinnen und Bürger Zutritt. Abstandsregel, Maskenpflicht und die Datenerfassung wegen der Kontaktverfolgung fallen in diesem Fall weg. Durch den Wegfall der Abstandsregel können mehr Personen zugelassen werden. Das Kabinett in Mecklenburg-Vorpommern hat eine Verlängerung dieser Corona-Landesverordnung bis zum 5. November beschlossen. Weitere Infos.

Hamburg führt zuerst 2-G ein

Neben dem bundesweiten 3-G-Modell sieht Hamburg zusätzlich eine 2G-Option vor. Die 2-G-Option ermögliche es Gastronomen, Veranstaltern und Gästen unter weniger strengen Bedingungen zusammenzukommen. Abstandsregeln entfallen, Tische und Räumlichkeiten können voll ausgelastet werden. Zudem gilt keine Sperrstunde mehr. Alle Hamburger Regeln im Überblick! In Hamburg gab es jetzt übrigens einen größeren Corona-Ausbruch in einer Bar mit 2-G-Regeln auf St.Pauli. 200 Gäste feierten, etwa 20 steckten sich nach bisherigen Erkenntnissen dabei an.

Hessen ermöglicht nach Hamburg optional 2-G

Nach Hamburg führte auch Hessen das 2-G-Modell als Option ein. Es ist danach möglich, ausschließlich Geimpften und Genesenen den Zutritt zu gestatten, zum Beispiel bei Veranstaltungen und im Kulturbetrieb, diese Regelung gilt jedoch nicht bei Volksfesten. Weitere Bereiche! Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat jetzt entschieden, dass Einzelhändler künftig selbst entscheiden dürfen, ob sie ungeimpfte Kunden bedienen. Per einstweiliger Anordnung erlaubte das Gericht der Klägerin, nur noch Menschen in ihr Geschäft zu lassen, die vollständig geimpft oder genesen sind. Allen anderen Kunden darf der Zutritt verwehrt werden. Dafür entfallen im Laden die Maskenpflicht und alle Abstandsregeln sowie die Kapazitätsbeschränkung. Die Entscheidung des Gerichts finden Sie hier. Die Möglichkeit in Hessen, aber auch Ungeimpfte aus Lebensmittelläden auszusperren, sorgt vielfach für Unverständnis, da die Bundesregierung eine Corona-Impfpflicht ausgeschlossen hatte - und den Menschen in Hessen sogar der Zugang zu Waren des täglichen Bedarfs versperrt werden kann.

Niedersachsen: 2-G als freiwillige Option

Auch Niedersachsen hat die 2-G-Regel als freiwillige Option eingeführt - unabhängig von Warnstufen. Noch steht nicht fest, wie das Land mit Weihnachtsmärkten umgehen will. Hier finden Sie die geltenden Corona-Regelungen vom 21. September.

und hier die Corona-Regeln in Niedersachsen in leichter Sprache.

Saarland: Keine 2-G-Regel in Verordnung

Im Saarland gelten seit 1. Oktober weitere Erleichterungen bei den Corona-Regeln. Als Gründe dafür nennt der Ministerrat die hohe Impfquote und die stabile Infektionslage. Die neue Verordnung läuft zunächst voraussichtlich zwei Wochen. Das derzeit geltende Saarland-Plus-Modell bedeutet, das die Abstandsregelung  in eine Empfehlung umgewandelt wird.Das Modell im Überblick mit allen Regeln! 2-G-ist darin nicht enthalten. Die Verordnung.

Bremen: Stufenmodell gegen Corona

Grundlage der derzeitigen Corona-Politik ist in Bremen ein Stufenmodell, das von der Hospitalisierungsrate abhängt. Das ist die Zahl der  Corona-Patienten je 100.000 Einwohner, die so schwer erkranken, dass sie stationär behandelt werden müssen.  Die 2-G-Regel ist bislang nicht generell vorgesehen, sondern greift  als Option ab Stufe 2. Die geltende Verordnung vom 30. September finden Sie hier.

Berlin: 2-G als Option

Die Hauptstadt hat das 2-G-Modell ebenfalls optional eingeführt. Die Verordnung ermöglicht es, Einrichtungen, Betriebe, Veranstaltungen und ähnliche Unternehmungen unter der 2G-Bedingung zugänglich zu machen. Im Gegenzug gibt es Erleichterungen von den Bestimmungen der Verordnung. Zum Beispiel bei Veranstaltungen, Dienstleistungen, in der Gastronomie sowie im Kultur- und Sportbereich. Was sonst noch gilt!

Brandenburg sieht 2-G als Möglichkeit vor

Mit der neuen Corona-Verordnung in Brandenburg wird die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz entscheidend zur Beurteilung der pandemischen Lage. Außerdem wird in Brandenburg die 2-G-Regel als Option für bestimmte Bereiche wie der Innengastronomie und Beherbergung eingeführt (Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Kinder unter 12, dafür kein Abstand, keine Maske und keine Beschränkung der Personenzahl)  Mehr Informationen.

Sachsen: 2-G-Modell zusätzlich

Das Sächsische Kabinett hat am 21. September eine neue Corona-Schutz-Verordnung verabschiedet. Sie gilt bis einschließlich 20. Oktober. Die Staatsregierung hat mit der neuen Corona-Schutz-Verordnung zusätzlich das optionale 2G-Modell eingeführt. Die bislang in Sachsen geltende die 3G-Regel hat weiterhin Bestand, wird betont. Weitere Informationen.

Sachsen-Anhalt setzt auch auf 2-G-Möglichkeit

Sachsen-Anhalt hat ein 2-G-Modell beschlossen. Die Verordnung gilt bis 7.Oktober und wird verlängert. Was bei Veranstaltungen  gilt, finden Sie hier. Jede Verantwortliche entscheidet selbst, ob er das 2-G-Zugangsmodell durchführen möchte. Dies müssen die Verantwortlichen vorher aber aber über die Internetseite www.lsaurl.de/Anzeige-2-G-Zugangsmodell anzeigen.

Thüringen: Keine 2-G- oder 3-G-Pflicht

In der neuen Thüringer Corona-Landesverordnung gibt es keine 2G- oder 3G-Plus-Pflicht. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, können Veranstalter oder Betreiber beispielsweise von Diskotheken die Modelle zusätzlich umsetzen. Sie müssen es - unabhängig von den Warnstufen - aber nicht. Die Verordnung. Weitere Informationen.

Fazit: Nur in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, dem Saarland und Bremen gibt es derzeit keine 2-G-Regelung als generelle Option. In Thüringen können bestimmte Veranstalter 2 G umsetzen.

Doch wer kontrolliert die Corona-Regeln? KOMMUNAL fragte in Nürnberg nach. Auf Anfrage sagte Andreas Franke, Sprecher der Stadt: "Derzeit gibt es stichpunktartige Kontrollen, Hinweisen auf Verstöße wird nachgegangen." Bei den bisherigen Kontrollen wurden seien viele Verstöße festgestellt worden. Daraufhin habe auch der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband an seine Mitglieder appelliert, die Infektionsschutzregeln einzuhalten.

Bußgeld droht bei Verstößen gegen Corona-Regeln

Bei Verstößen gegen die Zugangsregeln drohen nicht nur dem Betreiber oder Betriebsverantwortlichen ein Bußgeld von 5000 Euro, sondern auch dem Gast ein Bußgeld von 250 EUR, betonte der Stadtsprecher. Der Betreiber riskiert außerdem seine Gaststättenerlaubnis, weil die Nichtbeachtung der Zugangsregeln eine besonders schwerwiegende Gefährdung für Leben und Gesundheit der Gäste und der Allgemeinheit sei.