Smart City mit NFC
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7 Gründe wieso Städte NFC nutzen sollten

Mi, 19.12.2018

Eine bayerische Stadt vernetzt sich über NFC-Chips und spart so Geld, Zeit und Fehler ein

Die bayerische Stadt Schwabmünchen ist eigentlich für ihre Wanderwege, den schönen Wald und die vielfältigen Erholungsangebote bekannt. Doch seit einigen Wochen geistert Schwabmünchen auch durch die Presse. Denn die Stadt setzt die sogenannten NFC-Chips ein. Diese können den Zeit- und Bearbeitungsaufwand von städtischen Mitarbeitern um mehr als die Hälfte verringern. 

 

Was ist NFC? Und wie funktioniert die Technik?

 

NFC steht für „Near Field Communication“, also die Nahfeldkommunikation. Zwei Geräte müssen in Abstand von ein paar Zentimetern gehalten werden, damit eine Übertragung beginnt. Soweit die Theorie. In der Praxis hingegen setzt Schwabmünchen die Technik an Laternen, Bäumen, Spielplatzgeräten, Hundetoiletten, Friedhöfen, Gullydeckeln oder Abfalleimern ein. So sind an allen Hundetoiletten die sogenannten NFC-Chips installiert. An die Chips können die Bürger ihre Smartphones halten, sobald der Mülleimer voll ist oder Kotbeutel fehlen. Kurz darauf öffnet sich automatisch der Internetbrowser mit einem Formular und es kann angekreuzt werden, ob die Toilette voll ist oder ob Tüten fehlen. Danach wird der Bauhof automatisch informiert über das Problem.

 

NFC – Was bringt es der Verwaltung?

 

Der Vorteil der Technik liegt vor allem darin, dass die Mülleimer nicht mehr überquellen, dass genügend Hundekotbeutel vorhanden sind und dass die Einwohner nicht mehr Ansprechpartner und Telefonnummer recherchieren müssen – sondern ihre Probleme innerhalb weniger Sekunden melden können.

Auch für die Verwaltung hat sich einiges verbessert, seit die Technik im Einsatz ist: Die Mitarbeiter mussten früher mehrmals in der Woche alle Stationen abfahren. Und heute? Reagieren sie nur noch auf die Meldungen. Das spart Wege und Zeit. Und damit auch Geld. Allerdings nicht nur im Bereich Abfall, sondern auch in weiteren.

Denn auch an Laternen, Hydranten, Kanälen, Friedhöfen, Spielplätzen oder Bäumen werden die NFC-Chips eingesetzt. Früher mussten die Kollegen mit Block, Stift und Klemmbrett unterm Arm losstiefeln, um die Spielplatzgeräte zu überprüfen. Und heute? Können die Mitarbeiter per Tablet Mängel melden.

 

Mit NFC Chips können Verwaltungen Geld und Zeit sparen
NFC-Chips können an jeder Straßenlaterne angebracht werden

 

Und auch für die Baumschau lohnt sich der Einsatz von NFC: Für die Überprüfung der Bäume werden meist externe Unternehmen beauftragt. Diese arbeiten aber anders als die Stadt und beschriften die Bäume teilweise mit Buchstaben oder teilweise mit Zahlen. Fehlende Einheitlichkeit hatte jedoch zur Folge, dass immer wieder die falschen Bäume gefällt wurden. Und heute? Durch die NFC-Chips können die befallenen Bäume genauestens lokalisiert werden, sodass am Ende nur die Bäume gefällt werden, die man auch wirklich fällen muss. Zudem müssen die händisch aufgeschriebenen Daten nicht mehr auf den Computer übertragen werden, sodass sich der gesamte Zeitaufwand um mehr als die Hälfte reduziert hat.

 

 

 

Auch der Kreis Augsburg hat NFC-Chips an Mülltonnen installiert: Sobald der Abfalleimer ins Müllfahrzeug kommt, nimmt ein Bordcomputer Kontakt mit dem Chip an der Tonne auf. Ist die Tonne zugelassen, wird sie geleert. Gibt es Probleme, bleibt die Tonne voll. Aus Sicherheitsgründen können jedoch nur die städtischen Mitarbeiter, nicht aber die Bürger auf die NFC-Chips an Bäumen, Gullydeckeln oder Hydranten zugreifen.

 

NFC-Chips in Schwabmünchen werden zum Vorbild für andere Städte
Die Chips können an jedem Gerät angebracht werden

 

Und wo bekommen Städte die Anwendung her?

 

Die Stadt Schwabmünchen testet die NFC-Technologie des Unternehmens „EineStadt“. Das System wird in Schwabmünchen ausprobiert und die Stadt zahlt pro NFC-Chip einen Euro. Bereits weitere Städte haben Interesse an dem System signalisiert, denn damit gibt es nicht nur einheitliche Bearbeitungsschritte, sondern man kann auch immer nachschauen, wie der Bearbeitungsstand ist. In Zukunft sollen anhand der gesammelten Daten auch Prognose für die Zukunft gemacht werden. Zum Beispiel: Welche Hundetoilette häufig gemeldet wird. Oder in was für einem zeitlichen Abstand die Mitarbeiter Hundekotbeutel nachfüllen müssen. Ob gemeldete Probleme bereits behoben worden sind. Und welcher Mitarbeiter wann vor Ort war.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die NFC-Chips gerade in der kleinen Stadt Schwabmünchen getestet werden. Und schon bald deutschlandweit zum Standard werden könnten.

 

 

Dieser Artikel beruht auf den Informationen von hier und hier.

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