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  3. Wie Kennzahlen im Naturschutz helfen können
Im Naturschutz lässt sich manches, aber nicht alles in Kennzahlen erfassen.
Auch im Naturschutz ist die Nutzung von Kennzahlen möglich.
© 123rf

Kennzahlen

Wie Kennzahlen im Naturschutz helfen können

von Annette Lübbers
Reporterin
3. Juni 2026
Die Arbeit mit Kennzahlen spielt im Alltag der Kommunen eine immer größere Rolle. In Heidelberg wird dieses Instrument umfangreich genutzt, zum Teil auch im Bereich Stadtentwicklung und Naturschutz.

Heidelberg vereint gleich fünf unterschiedliche Naturräume – und damit beste Voraussetzungen für eine große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Mehr als die Hälfte der Gemarkung steht bereits unter Schutz. Schon 1997 hat die Stadt mit dem Artenschutzplan die Grundlage für den Erhalt der Biodiversität gelegt. 2019 wurde dieser Ansatz mit einer eigenen Biodiversitätsstrategie weiterentwickelt. Ziel ist es, die Artenvielfalt dauerhaft zu sichern und gezielt auszubauen.

Die Umsetzung erfolgt in klar definierten Zeithorizonten: kurzfristig (ein bis zwei Jahre), mittelfristig (drei bis vier Jahre) und langfristig (ab fünf Jahren). Eine wichtige Rolle spielen dabei Kennzahlen. In Heidelberg kommen sogenannte schutzgutbezogene Kriterien zum Einsatz, die meist von übergeordneten Stellen festgelegt werden. Wie die Stadtverwaltung erklärt, werden im Nachhaltigkeitsbericht – als Teil des 2025 beschlossenen Stadtentwicklungskonzepts – regelmäßig auch Kennzahlen zum Naturschutz erfasst und alle zwei Jahre ausgewertet.

Wichtige Kennzahlen im Bereich Naturschutz und Biodiversität:

  • Artenzahl: Welche Arten kommen in diesem Lebenraum vor?
  • Artenvielfalt: Wie häufig kommen diese Arten vor?
  • Endemitenrate: Welche Arten kommen nur in diesem Gebiet vor?
  • Rote-Liste-Index: Wie gefährdet sind diese Arten?
  • Populationsökologische Kennzahlen: Populationsgröße, Populationsdichte, Reproduktionsrate, Sterberate, Altersstruktur.
  • Habitat- und Landschaftskennzahlen: Biotopflächenanteil, die Anteile bestimmter Lebensräume wie Wald, Feuchtgebiet etc.
  • Fragmentierungsgrad: Wie zerschnitten sind die Lebensräume?
  • Vernetzungsgrad: Wie gut oder schlecht sind die Lebensräume miteinander verbunden?
  • Ökologische Zustandsindikatoren: Wie ist der Nährstoffgehalt in Gewässern oder die Bodenqualität? Wie belastet ist die Luft? 
  • Nutzungs- und Belastungskennzahlen: Wie groß ist die Flächenversiegelung, der Stickstoffeintrag oder die CO₂-Emissionen in diesem Gebiet?

Die wichtigste Messgröße

Die wichtigste messbare Größe: der Flächenumfang gemessen in Hektar. In der Heidelberger Naturschutzverwaltung wird diese in den Planungen zur Biotopvernetzung, in damit befassten Verträgen und im Rahmen der Landschaftspflegerichtlinie verwendet. Dazu gehören etwa Flächen mit rechtlichem Schutzstatus oder zum Beispiel Vorrangfluren, die auf der Ebene der Stadtentwicklung besonders betrachtet werden.

Weitere Kennzahlen dienen der Naturschutzverwaltung unter anderem als Vorgabe für die Erhaltung, die Wiederherstellung oder der Neuschaffung von sogenannten FFH-Mähwiesen. Darunter versteht man Lebensräume, die sich durch eine besonders hohe Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten auszeichnen. Das Land Baden-Württemberg weist in Deutschland und vermutlich sogar EU-weit eines der bedeutendsten Vorkommen artenreicher Mähwiesen auf.

Aus Heidelberg heißt es dazu: "Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft  hat anhand der Mähwiesenkulisse 2022 unter anderem für die Stadtkreise die jährlich erforderlichen Beiträge zur Aufwertung von C-Flächen und zur Wiederherstellung von Verlustflächen berechnet. Weitere in diesem Bereich wichtige Kennzahlen sind die im Rahmen der EU-Wiederherstellungsverordnung noch festzulegenden Zielsetzungen mit Flächenquantifizierungen für die Wiederherstellung ganz bestimmter Ökosysteme."

Biodiversität: Auch in diesem Bereich kann mir Kennzahlen gearbeitet werden.

    In welchen Bereichen kommunalen Handels sind Kennzahlen noch wesentlich?

    Kennzahlen gelten - nicht nur in Heidelberg - mittlerweile als wichtiges Steuerinstrument. Allerdings heißt es aus der Verwaltung: "Kennzahlen sollten aber nicht die einzige Entscheidungsgrundlage sein. Der Faktor Mensch ist wichtig: Sie müssen durch Erfahrungswerte, qualitativ hochwertige Analysen und gegebenenfalls auch durch Intuition - nicht zu verwechseln mit verfälschenden Emotionen - ergänzt werden." Gute Erfahrungen in der Arbeit mit Kennzahlen hat man in Heidelberg - neben dem Naturschutz - in den folgenden Bereichen gemacht:

    • Haushalt und Finanzwesen: Entwicklungen, Prognosen, Liquidität, Eigenkapital, Verschuldung;
    • Eigene Betriebe: Wirtschaftlichkeit von Bauhöfen, Grad der Kostendeckung
    • Personal: Krankheitstage, Fluktuation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Fortbildung, Teilzeit, Altersstruktur 

    Kennzahlen: Sie verraten viel mehr als ein Schneider-Maßband.

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