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Ist das Smartphone schuld an immer mehr Badetoten?
© 123rf

Badetote: Ist das Smartphone mit Schuld?

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
17. August 2018
Allein im ersten Halbjahr 2018 - also noch vor der extremen Hitzewelle im Juli und August - sind in Deutschland 279 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. Das sind 37 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auffällig: In dem Bundesland mit den meisten Bäderschließungen gibt es auch die meisten tödlichen Unfälle!

45 Badetote musste allein Bayern im ersten Halbjahr 2018 vermeldet, gefolgt vom bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 37 Toten. Auffällig daran: Erst vor wenigen Wochen hatten wir bei KOMMUNAL berichtet, dass Bayern (gefolgt von NRW) am stärksten mit Bäderschließungen zu kämpfen hat. In diesen Bundesländern schließen immer mehr Schwimmbäder aus Kostengründen oder weil sie so marode sind, dass der Badebetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. Gibt es also einen Zusammenhang zwischen Bäderschließungen, der Zahl der Nichtschwimmer und Badetoten? 

Noch mehr Schwimmbäder vor dem Aus

175 Schwimmbäder mussten deutschlandweit schließen - in nur einem Jahr. Und das war erst der Anfang!
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Wissenschaftlich ist das bis heute nicht nachgewiesen. Aber es gibt einen anderen Trend, der ebenfalls zum Nachdenken anregen sollte. Über 80 Prozent der Badetoten sind männlich, viele im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Außerdem nimmt die Zahl der Badeunfälle von Kleinkindern unter 10 Jahren deutlich zu (im ersten Halbjahr 12 Tote). Achim Wiese, Sprecher der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG nennt die Gründe einen "Cocktail aus Leichtsinn, Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung". Doch auch die nachlassende Aufmerksamkeit anwesender Personen wirke sich negativ auf die Zahlen aus. 

Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone statt nach ihren Kindern

Peter Harzheim, Deutscher Schwimmerster-Verband

Das Smartphone spielt beim Thema Badetote eine wichtige Rolle 

Gerade, wenn es um Kinder und Jugendliche geht, ist der Punkt der Aufmerksamkeit nicht zu unterschätzen. Und genau hier liegt eines der großen Probleme, schlägt der Verband der Deutschen Schwimmeister Alarm. In einem Interview mit der SVZ erklärt ihr Präsident, Peter Harzheim wörtlich: "Eines hat nachgelassen: Die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten. Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone und nicht mehr nach ihren Kindern". Früher hätten Eltern weit mehr Zeit mit ihren Kindern im Wasser verbracht. 

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