Coronavirus in Baden-Württemberg - Die Zahlen

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Coronavirus: Alle Zahlen aus Baden-Württembergs Landkreisen

Mit der zweithöchsten Infektionsrate ist Baden-Württemberg in besonderer Weise vom Coronavirus betroffen. Ausgangssperren sollen vermieden werden. Wie die Infektionsrate in den Landkreisen aussieht und wie das Land darauf reagiert.
Update 23. März, 00:00 Uhr: In Baden-Württemberg sei die Lage besonders bedrohlich, so Ministerpräsident Kretschmar. Schulen, Kitas und Hochschulen bleiben bis zum 19. April geschlossen. Das gilt unter anderem auch für Gaststätten, Vergnügungsstätten und öffentliche Spielplätze. Geöffnet bleiben Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Wochenmärkte und Lieferdienste. Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäusern sind nur noch in Ausnahmefällen möglich. Die Personenanzahl im öffentlichen Raum ist auf zwei beschränkt. Der Mindestabstand von 1,5 Metern ist einzuhalten. Für Beerdigungen, Taufen und Trauungen gelten besondere Vorgaben. Mittlerweile sind 5.348 Personen in Baden-Württemberg mit dem Coronavirus infiziert.
Update 20. März, 10:40 Uhr: Die Landesregierung Baden-Württemberg bereitet ein Niederlassungsverbot für Gruppen im öffentlichen Raum vor. Mahnungen des Ministerpräsidenten, Winfried Kretschmann, sich an die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu halten, um Ausgangssperren zu vermeiden, wurden in den letzten Tagen noch von vielen Bürgern ignoriert. Auch ein Verbot von Außengastronomie wird diskutiert. Die geplanten Verschärfungen sollen nun vom Landeskabinett im Umlaufverfahren beschlossen werden.
Update 19. März, 23:14 Uhr: Mittlerweile hat die Stadt Freiburg eine eingeschränkte Ausgangssperre verhängt. Die Stadt hat sich wegen der Nähe zum Coronavirus-Risikogebiet Grand-Est in Frankreich zu diesem Schritt entschieden. Vom 21. März bis zum 3. April, also für zwei Wochen, hat sie deshalb ein Betretungsverbot für öffentliche Plätze erlassen. Haus oder Wohnung sollen nur noch für dringende Angelegenheiten verlassen werden. Im Freien sollen sich Bürger nur mit anderen Menschen aus dem eigenen Haushalt aufhalten. Zu anderen Bürgern soll ein Abstand von mindestens 1,5 Metern gehalten werden. Die Wege zur Arbeit, zum Arzt und zum Supermarkt sind weiterhin erlaubt. Eine Ausgangssperre ist damit noch nicht ausgesprochen. Baden-Württemberg will diese Maßnahme weiterhin vermeiden.

Baden-Württemberg von Coronavirus besonders stark getroffen

Schon lange gehört Baden-Württemberg zu den am stärksten vom Coronavirus betroffenen Bundesländern. Die Infektionsquote mit dem Coronavirus ist anderthalb mal so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Und die Zahl der Todesfälle ist in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen. Im Gegensatz zu Bayern hat das Bundesland bisher jedoch noch nicht den Katastrophenfall ausgerufen. Über die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten in Baden-Württemberg gibt das Esri-Corona-Dashboard Aufschluss: 

Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg

Die meisten Coronafälle sind bisher in Stuttgart und Esslingen aufgetreten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist dagegen der Hohenlohekreis bei weitem am stärksten betroffen. In den Kreisen Sigmaringen, Esslingen und Emmendingen kam es schon zu Todesfällen infolge von Coronavirus-Infektionen.

Infizierte mit dem Coronavirus nach Landkreisen in Baden-Württemberg
RKI Stand 24.03.2020 00:00 Uhr

Wie im Rest Deutschlands sind Geschäfte, die nicht der Daseinsvorsorge dienen geschlossen und Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern verboten. Lebensmittelgeschäfte dürfen dafür auch an Sonn- und Feiertagen öffnen. Die genauen Richtlinien hat das Land in eigenen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-Cov-2 festgelegt. "Sollten sich Betriebe, Einrichtungen und Geschäfte nicht an die Verbote halten, werden wir die Schließung strikt durchsetzen", sagt Innenminister Thomas Strobl bezüglich der Einschränkungen. "Dies gilt auch für sogenannte Corona-Partys, zu denen sich vor allem Jugendliche und Heranwachsende zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen treffen. Die Polizei wird hart durchgreifen."

Die Maßnahmen traten am Dienstag in Kraft und sind zunächst bis zum 1. Juni gültig. Dieser Termin könne jedoch jederzeit geändert werden, gab das Land bekannt, nachdem es zu großem Aufruhr, besonders unter Fußballfans gekommen war. "Wir stellen die Maßnahme jeden Tag aufs Neue auf den Prüfstand", versichert der Sprecher des Sozialministeriums, Markus Jox. "Wir können es jeden Tag aufheben, wenn es verantwortbar ist." 

Maßnahmen befolgen, um Ausgangssperren zu verhindern

Ministerpräsident Winfried Kretschmann appelliert an die Baden-Württemberger sich an die Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus zu halten. Nur so könnten Ausgangssperren, wie es sie nun in einigen Landkreisen Bayerns gibt, verhindert werden. Die persönliche Verantwortung scheint vielen Bürgern jedoch noch nicht bewusst zu sein. In verschiedenen Stuttgarter Parks hat die Polizei am Mittwoch große Menschenansammlungen vorgefunden und darum gebeten sich an die vorgegebene soziale Isolierung (das sogenannte Social Distancing) zu halten. Besonders im Landkreis Freiburg war es in den letzten Nächten vermehrt zu sogenannten Corona-Partys mit Gruppen von bis zu hundert Jugendlichen gekommen. Die Polizei hat teilweise Platzverweise erteilt, da die Jugendlichen nicht auf Ermahnungen reagierten. In Konstanz ist es unterdessen seit Mittwoch verboten, sich zu mehr als fünf Personen gemeinsam im öffentlichen Raum aufzuhalten. Die Stadt hat für die Durchsetzung bei der Polizei um Amtshilfe gebeten, berichtet Oberbürgermeister Uli Burchard. 

5 Milliarden Coronavirus-Rettungsschirm für Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen beschloss die Landesregierung am Donnerstag einen Rettungsschirm in Höhe von fünf Milliarden Euro. Um die Zahlungen zu sichern, weicht Baden-Württemberg vorübergehend von der Schuldenbremse ab. Es kann während der Coronakrise Kredite von bis zu fünf Milliarden Euro aufnehmen. 

Ein Landkreis hat laut dpa-Informationen bereits Amtshilfe von der Bundeswehr angefragt. Konkret geht es um Ärzte, Pfleger, Sanitätssoldaten und Beatmungsgeräte. 

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