Fahrverbot in Cottbus aber die Straßenbahn darf weiter fahren
Die Straßenbahn darf weiterhin Passagiere an den zentralen Altmarkt bringen. PKW ist die Durchfahrt aber untersagt.
© Ben Peters / Cottbusverkehr GmbH

Mobilitätskonzept

Testweise: Cottbus sperrt Autos aus der Innenstadt aus

Die brandenburgische Stadt Cottbus will Autos aus ihrer historischen Innenstadt verbannen. Damit soll die Lebensqualität erhöht werden und ein Verweilen attraktiver werden. Das Fahrverbot ist Teil des in der Entwicklung befindlichen Mobilitätskonzepts der Braunkohlerevier-Stadt.

Seit Beginn dieser Woche ist der Cottbusser Altmarkt autofrei. Es handelt sich hier um die Haupteinkaufsstraße und absolute Innenstadtlage mit Cafés. Stadtsprecher Jan Gloßman erklärt: "Wir wollen die Auftenthaltsqualität weiter verbessern, damit man auf den Terrassen noch etwas ruhiger sitzen kann, sein Bierchen trinken kann oder etwas zu essen bekommt." Weiter erhofft sich die Stadt davon eine Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt.

Innenstadtberuhigung Teil des Mobilitätskonzepts

Die testweise Sperrung der Innenstadtlage ist eine Umsetzung eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung vom Juni und gilt nur bis zum Ende des Sommers. Durch die Sperrung entfallen zudem sieben Parkplätze für PKW. Der Verkehr war schon zuvor einseitig gesperrt, um den Altmarkt zu entschleunigen. 

Derzeit erarbeitet die Stadt ein "Mobilitätskonzept Altstadt", für das die Erkenntnisse der Sperrung eine wichtige Rolle spielen sollen. Der Lieferverkehr muss jedoch nicht mit der Straßenbahn erfolgen, sondern kann weiter mit einem Auto erledigt werden, ebenfalls können Fahrzeuge des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) die Straße in beide Richtungen weiterhin befahren. Dies gilt auch für Taxis, die Teil des ÖPNV sind, nicht jedoch für Mietwagenanbieter.

Mit Charme und Lebensqualität in die Zukunft

In Zukunft möchte die Deutsche Bahn hier ihr ICE-Werk mit 1'200 Beschäftigten ausbauen. Es wird nach Angaben des Staatskonzerns "Europas modernstes Eisenbahnwerk". "Wir wollen attraktiver werden, auch für die, die wegen des neuen ICE-Werks zu uns ziehen werden.", erklärt Stadtsprecher Gloßmann weiter.

Die kulturreiche Stadt an der Spree, die auf niedersorbisch Chóśebuz heißt, wurde durch die Industrialisierung zu einem Zentrum in der Braunkohleregion Niederlausitz. Die Industriestadt wandelt sich zur Universitätsstadt, verliert aber seit der Wiedervereinigung immer mehr Einwohner. Ein weiterer traditionsreicher Sektor ist der Eisenbahnbau, welcher seit mehr als 150 Jahren betrieben wird. Die fast 99'000 Einwohner zählende Großstadt nahe der polnischen Grenze ist stark durch sozialistische Wohnkonzepte geprägt, hat aber eine historische Altstadt.