Praxisbeispiel
So gelingt kommunale Suchtprävention
„Trouble in the City“ - ein erfolgreiches Projekt aus Zwickau
Das Projekt „Trouble in the City - Stark ohne Drogen“ lief in Zwickau von 2021 bis 2023 über zwei Jahre hinweg und umfasste eine Vielzahl von Aktionen. Der Ausgangspunkt für das Vorhaben war eine besonders attraktive Förderungssituation, wie Isabell Reise erzählt, die bei der Stabsstelle Kommunale Prävention in der Stadtverwaltung Zwickau arbeitet. „Es gab damals keine besonders dramatische Lage in der Stadt, vielmehr war die Situation bei der Suchtproblematik mit anderen Kommunen vergleichbar“, so Reise. Allerdings hätten die lokalen Rotary-Clubs damals angeboten, gezielt für den Bereich der Suchtprävention Geld zu spenden und gemeinsam mit dem Landkreis, der Stadt sowie der Diakonie Westsachsen ein Aktionsbündnis zu gründen. Diese Chance hat die Kommune genutzt und im Rahmen des Projekts letztlich über 30 Partner aus Jugendhilfe, Ämtern und Institutionen miteinander verknüpft.

Niedrigschwellig und lebensnah
„Unser Ziel war es, möglichst niederschwellige Wege in der Drogenprävention einzuschlagen und die Kinder und Jugendlichen direkt in ihrem Alltagsumfeld zu erreichen“, sagt Reise. Dabei hätte die Prävention selbst verschiedenste Aspekte umfasst, darunter das Aufklären über Substanzen und deren Risiken, die Sensibilisierung der Eltern und Lehrer und nicht zuletzt die Stärkung des Selbstbewusstseins der Jugendlichen, damit sie lernen mit Problemen umzugehen, ohne sich zu betäuben. Bereits vor dem Projekt „Trouble in the City“ hatte es in Zwickau zu all diesen Ansätzen präventive Projekte gegeben, die von verschiedenen Stellen durchgeführt worden waren. Allerdings fehlten die übergeordnete Koordination und die detaillierte Abstimmung zwischen den verschiedenen Institutionen. „Durch den Zusammenschluss bei „Trouble in the City“ haben nun alle an einem Strang gezogen und sich in regelmäßigen Treffen intensiv untereinander abgestimmt“, erzählt Reise. Über zwei Jahre hinweg war das Thema der Suchtprävention an etlichen Stellen in der Stadt präsent und wurden in Skaterparks, Jugendtreffs, Schulen oder bei Straßenkino-Events verschiedenste Ansätze verfolgt, um über Drogen aufzuklären und die jungen Bürger zu erreichen.
Große Reichweite und wertvolle Dokumentation
Insgesamt 1.900 Kinder und Jugendliche wurden in der Stadt Zwickau im Laufe der zwei Jahre erreicht und auch wenn das Projekt selbst längst abgeschlossen ist, wirken die Erfahrungswerte von damals bis heute fort, wie Reise sagt. Der wichtigste Punkt sei die Etablierung eines funktionierenden Netzwerks über die Kommune hinweg gewesen. „Das Netzwerk besteht bis heute und es ist ein großer Gewinn, die Struktur in der Stadt zu kennen und in engem Austausch miteinander zu sein“, so die Mitarbeiterin. Darüber hinaus wurden sämtliche Aktionen, die damals im Zuge des Projekts durchgeführt wurden, in einem Aktionen-Katalog dokumentiert und publiziert, auf den man in Zwickau bis heute zurückgreifen kann und der auch anderen Kommunen offensteht. „Wir haben extrem viel gelernt damals, das bis heute eine große Relevanz hat für uns“, sagt Reise, und aus den bereits erfolgreich durchgeführten Projekten könnte man sich immer wieder Impulse für die Fortführung der Veranstaltungen im Bereich der Suchtprävention holen. Geht es um die weitere Arbeit, ist für Reise die wichtigste Erkenntnis: „Wir können eine solch große Aufgabe nur gemeinsam lösen und wir müssen stolz sein auf unsere Erfolge und sollten positiv weitergehen“. Schließlich würden Zahlen belegen, dass Jugendliche heute weniger Alkohol und Nikotin konsumieren als früher. Für Reise ist das durchaus auch ein Ergebnis einer erfolgreichen Präventionsarbeit.
Wichtige Punkte für die kommunale Suchtprävention
- Intensive Netzwerkarbeit: Eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsamt, Jugendamt, Schulen, Polizei, Beratungsstellen und Sportvereinen ist das A und O, wenn es um eine effektive Suchtprävention geht. Hierzu bewährt sich die Einführung einer zentralen Koordinationsstelle, bei der die Stränge zusammenlaufen und die runde Tische und Treffen organisiert. Gibt es regelmäßig Absprachen zwischen den verschiedenen Netzwerkpartnern, kann man auch schnell auf sich ändernde Herausforderungen und neue Trends reagieren.
- Niedrigschwellige Angebote für spezielle Zielgruppen: Um die Bürger quer durch alle Lebenswelten und Generationen zu erreichen, lohnt sich die Ausarbeitung von zielgruppenspezifischen Angeboten. In den Schulen und Kitas können das Angebote zur Stärkung der Resilienz sein, in der Jugendarbeit Aufklärungsangebote oder Freizeitveranstaltungen, in Betrieben Suchtpräventions-Schulungen und Angebote für Betroffene.
- Wirksame Schutzkonzepte für die Sicherheit im öffentlichen Raum: Um den Schutz im öffentlichen Raum zu gewährleisten und den Bürgern Sicherheit zu vermitteln, ist die konsequente Einhaltung des Jugendschutzes durch Jugendschutzkontrollen bei Festen, in der Gastronomie und im Einzelhandel entscheidend. Außerdem sollten für die Jugendlichen attraktive Begegnungsräume bereitgestellt und Sport- und Kulturangebote geschaffen werden, welche die Lebensqualität steigern und es den jungen Bürgern ermöglichen, sich in sicheren Räumen zu treffen und zu feiern.
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