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Ehrenamtliche - sogenannte Mobile Retter - können professionelle Helfer unterstützten

Ehrenamtliche als Erstretter - per App

von Christian Erhardt-Maciejewski
Geschäftsführer, Chefredakteur | KOMMUNAL
26. Januar 2017
Eine App, die Leben rettet - wenn jede Sekunde zählt! Die Aktion "Mobile Retter" ist nun auch im Emsland gestartet. Ein Projekt mit Vorbildcharakter!

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Sekunde. Doch die Wege, die Rettungskräfte und Ärzte zum Patienten zurücklegen müssen, werden tendenziell länger. Vor allem im ländlichen Raum. Eine Antwort darauf ist eine mobile App fürs Smartphone. Die Idee stammt ursprünglich aus Gütersloh - dort hatte ein Notarzt und Ingenieur das Projekt "Mobile Retter" ins Leben gerufen. Jetzt fiel erstmals in einer Region in Niedersachsen der Startschuss.

Ehrenamtliche sind schneller vor Ort

Die Idee ist so einfach wie genial. Fast überall wohnen Feuerwehrleute, Pfleger, Sanitäter, Rettungsschwimmer oder auch Ärzte und interessierte Ehrenamtliche ganz in der Nähe. Geht nun ein Notruf in der Leitstelle - in diesem Fall in den Kreisen Emsland oder der Grafschaft Bentheim in Niedersachsen ein - wird per GPS Abfrage ermittelt, ob sich ein qualifizierter Ersthelfer in der Nähe des Notfallortes befindet. In der selben Sekunde wird dieser Mobile Retter parallel zum Rettungswagen über eine App auf dem Handy alarmiert. Nimmt der Mobile Retter den Einsatz an, wird er über die App so schnell wie möglich zu Einsatzort navigiert. Im Idealfall ist der Mobile Retter dann deutlich früher vor Ort, als der Rettungswagen es sein kann. Er kann sofort mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen.

Landrat Winter (Emsland), Landrat Kethorn (Grafschaft Bentheim) und Dr. Hagemann vom Rettungsdienst freuen sich über die zahlreichen Ehrenamtlichen Helfer @Landkreis Emsland

Hunderte Ehrenamtliche machen mit

Im Emsland wurden in den vergangenen Monaten 430 ehrenamtliche Ersthelfer ausgebildet. Und noch immer warten über 200 weitere Interessierte auf ihre Schulungen, die in Kürze beginnen sollen. "Wir haben dieses Projekt als erste in Niedersachsen aus der Taufe gehoben", erklärt dann auch stolz der Landrat aus dem Emsland, Reinhard Winter. "Die Zahl der Ehrenamtlichen spricht für eine übergroße Bereitschaft, für diese gute Sache einzustehen, was mich sehr beeindruckt", so der Landrat.

Die Zahlen geben den mobilen Rettern Recht

Erste Zahlen liegen bereits vor. Bekannt ist, dass ein Notarzt im Durchschnitt neun Minuten braucht, bis er vor Ort ist. Die Mobilen Retter sind nach ersten Berechnungen durchschnittlich schon nach vier Minuten vor Ort. Minuten, vielleicht manchmal nur Sekunden, die Leben retten können. Denn in Deutschland erleiden jährlich rund 75.000 Menschen einen Herz-Kreislauf Stillstand. Nur 5000 davon werden rechtzeitig animiert. Schon nach drei Minuten sterben bei einem solchen Stillstand Gehirnzellen irrreparabel ab. Die Inititative "Mobile Retter" geht davon aus, durch die Smartphone App jährlich 10.000 Menschenleben retten zu können. Wenn denn viele Ehrenamtliche mitmachen.

Mobile Retter suchen weitere Ehrenamtliche

Das Projekt, das jetzt in Niedersachsen gestartet ist, sucht aktuell auch in anderen Städten nach Mobilen Rettern. Aktuell werden für Unna und Ingolstadt noch Ehrenamtliche gesucht. Wer Interesse an der Aktion hat - sei es als Ehrenamtlicher Helfer oder eine Kommune, die sich ebenfalls beteiligen möchte, findet auf der Webseite: www.mobile-retter.de alle Informationen.

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