Mit GAIA-X soll die Digitalisierung in den Kommunen geschafft werden.
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GAIA-X

Beteiligung gewünscht: Europa-Cloud GAIA-X kommt in Kommunen

GAIA-X ist die europäische Cloudinitiative und soll nun auch für die Verwaltung entwickelt werden. Nach Anforderungen für Smart-City und Mobilität werden jetzt Bedürfnisse der Verwaltung aufgenommen und Beteiligung ist gefragt!

Kommunen sind nahe an den Bürgern und haben gleichzeitig häufig nicht viele finanzielle Mittel. Die Aufgaben sind komplex und betreffen die Menschen vor Ort. Die Digitalisierung in den Kommunen bietet große Chancen und ist gewollt. 

GAIA-X ist die europäische Datencloudinfrastruktur und wird von einer europäischen Stiftung getragen. Doch die öffentlichen Partner fehlen noch. Darum wird gerade an einem Modul für die öffentliche Verwaltung gearbeitet. "Wir wünschen uns eine rege Beteiligung der Kommunen und auch kommunaler Unternehmen", sagt Andreas Weiss vom Verband der Internetwirtschaft ECO. Nur so ist es möglich sinnvolle Anwendungen zu schaffen.

GAIA-X ist dezentral

Im Gegensatz zu den großen amerikanischen Cloudanbietern ist GAIA-X eine dezentral organisierte Lösung. Viele kleine und größere Knotenpunkte bilden das Cloud-Netzwerk. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die teils sensiblen Daten bleiben vor Ort und müssen nicht aus der Hand gegeben werden. Kommunale Rechenzentren und IT Dienstleister vor Ort können die Systeme betreiben.

Auch Tina Siegfried von der Dataport AöR, dem Rechenzentrum der  Länder im Norden Deutschlands, fordert zur Beteiligung auf: "Wir wollen ja Produkte bauen, die brauchbar sind. Darum fordern wir auch Kommunen und Unternehmen dazu auf mitzumachen." Bis Ende des Monats möchte die entsprechende GAIA-X-Arbeitsgruppe eine so Daten-Domäne "Public Sector" vorstellen.

Datenschätze im Rathaus heben

Durch die vielen kleinteiligen Aufgaben der Kommunen sind Datensilos entstanden. Viele Behörden haben keine geeigneten Schnittstellen, um ihre wertvollen Daten zu teilen. Auch hier soll GAIA-X eine Lösung schaffen. Beispielsweise können Katasterdaten aus anderen Kommunen abgefragt werden oder von Vermessungsbüros standardisiert eingespeist und ausgelesen werden oder eine Bushaltestelle von den Stadtwerken geplant werden.

Auch die smarte Stadt kann durch GAIA-X profitieren. Durch einen vereinfachten Austausch von Verkehrsmessungsdaten können Wechselschilder zur Verkehrsregelung gesteuert oder mit Luftgütemessstationen verknüpft werden.

Noch ist GAIA-X nicht im Regelbetrieb, dennoch ist einen Blick wert und bietet große Chancen. Ende März sollen weitere Standards der europäischen Datencloud präsentiert werden. Dabei wird auch die Anwendung für die öffentliche Verwaltung vorgestellt.