Wie können wir flächendeckende Ganztagsschule sicherstellen? ©Graham Oliver

Ganztagsschule für alle Schulformen

Das Thema Kinderbetreuung im Grundschulbereich spielte im Bundestagswahlkampf eine zentrale Rolle. Es ist richtig und wichtig, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und die Bildungschancen der Kinder zu verbessern. Allerdings wurde die Diskussion halbherzig und mit den falschen Prämissen geführt. Es geht nicht um Flickschusterei bei der Betreuung, sondern um ein zukunftsweisendes pädagogisches Gesamtkonzept.

In Deutschland muss perspektivisch flächendeckend die Ganztagsschule aufgebaut werden, in der Bildung und Betreuung aus einer Hand angeboten wird. So können individuell an die Bedarfe angepasste pädagogische Konzepte entwickelt werden und den jeweiligen Förderbedürfnissen der Kinder Rechnung getragen werden.

Rechtsanspruch auf Ganztagsschule löst die Probleme nicht

Es ist keine Lösung, einen weiteren bloßen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter festzuschreiben. Dies würde die Verantwortung für dieses wichtige gesellschaftspolitische Thema den Kommunen zuschieben. Die kommunale Jugendhilfe ist aber weder finanziell noch organisatorisch in der Lage, einen solchen Rechtsanspruch sicherzustellen. Hier sind vielmehr vor allem die Länder in Abstimmung mit dem Bund in der Pflicht, Antworten auf die bildungspolitischen Fragen der Zukunft zu geben.

Flächendeckende Ganztagsschule sukzessive aufbauen

Natürlich ist ein solches Konzept nicht von heute auf morgen umsetzbar. Wir brauchen dafür zusätzliche Lehrkräfte, die erst ausgebildet und gefunden werden müssen. Es handelt sich um eine Aufgabe, die in den kommenden Jahren sukzessive angegangen werden muss. Aber wenn wir die Bildungschancen für alle ernsthaft verbessern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirklich fördern wollen dürfen wir uns keine Flickschusterei im Bereich der schulischen Betreuung leisten.

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