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Mit einem Park und Ride Parkplatz will die Stadt Erlangen die Besucher locken, nicht mit dem eigenen Auto in die Stadt zu fahren - die Buslinie ist seit Januar für Nutzer kostenfrei
Mit einem Park und Ride Parkplatz will die Stadt Erlangen die Besucher locken, nicht mit dem eigenen Auto in die Stadt zu fahren - die Buslinie ist seit Januar für Nutzer kostenfrei
© imago

Pilotprojekt in Bayern

Gelingt so die autofreie Innenstadt?

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
2. Januar 2024
Der Nulltarif im Nahverkehr - diskutiert wird er immer wieder. Doch meist scheiterten Versuche bisher in Deutschland entweder an der Finanzierung oder daran, dass zwar die Nachfrage hoch war, die Verkehrsunternehmen aber weder genügend Fahrzeuge noch Fahrer zur Verfügung hatten. Die Stadt Erlangen will nun mit einem Pilotprojekt die Herausforderungen meistern und erfolgreicher sein.

Die Innenstadt von Erlangen soll für ihre Besucher möglichst eine stressfreie Einkaufsmeile sein. Zu viele Autos sind da hinderlich. Und so hat die Stadt mit dem Jahreswechsel ein in Deutschland in dieser Form bisher einmaliges Pilotprojekt gestartet. Kostenlosen ÖPNV gibt es zwar vereinzelt schon, etwa in Städten wie Monheim in NRW (vor allem als Zubringer zu den S-Bahnen), ein kostenloses Ein- und Aussteigen innerhalb der Innenstadt ohne Fahrschein ist in dieser Form aber neu. Die bayerische Großstadt hat immerhin 110.000 Einwohner. Seit gestern, dem 1. Januar 2024 gilt - vorerst befristet bis Ende des Jahres 2027 - folgendes: Wer innerhalb der Innenstadt ein- und aussteigt, muss 2024 keinen Fahrschein mehr vorweisen. 

Das ist die Route, das sind die Kosten, das ist das Ziel...

Dafür wurde eine neue Citylinie eingerichtet. Sie verbindet mit Elektrobussen alle sieben bis acht Minuten in einem Ring den Großparkplatz am Bahnhof, verschiedene Parkhäuser, die Universitätskliniken und das Geschäftsviertel. "Wir wollen Busfahren in der Innenstadt so einfach und bequem wie möglich machen", begründet Oberbürgermeister Florian Janik das Projekt. Vor allem diejenigen, die mit dem Auto ins Zentrum kommen, sollen nach den Vorstellungen der Kommunalpolitik zum Umstieg am Rand der Innenstadt bewegt werden. Die Stadt und ihr Oberbürgermeister hoffen darauf, dass die City dadurch attraktiver und der Handel belebt wird.

Der Verkehrsverbund, der die Busse betreibt, bekommt dafür von der Stadt einen Ausgleich für die entgangenen Ticketverkäufe. Im ersten Jahr beziffert Oberbürgermeister Janik die Kosten auf rund 300.000 Euro. Und betont: "Für Fahrten, die außerhalb der Innenstadt starten oder enden, gilt die Ticketpflicht weiterhin!". Denn auch wenn die Bürger das Ticket nicht mehr pro Fahrt zahlen müssen: am Ende müssen alle das Ticket indirekt über Steuern zahlen, auch diejenigen, die den Bis nicht nutzen. 

Ein ähnliches Projekt gibt es bisher nur in Augusburg - dort wurde eine Cityhone mit Nulltarif eingerichtet. Ähnliche Projekte starten übrigens mit Beginn des neuen Jahres in diversen Städten der USA. Weiter gehen Länder wie Luxemburg, dort können die Einwohner Bus und Bahn im gesamten Land überall zum Nulltarif nutzen. 

In Deutschland geht der Trend in eine andere Richtung 

In vielen Regionen Deutschlands hingegen steigen die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr zum Jahreswechsel weiter. Deutschlandweite Zahlen gibt es nicht, zahlreiche Verkehrsverbünde hatten aber zuletzt Erhöhungen, oft im Bereich zwischen fünf und zehn Prozent angekündigt. So übrigens auch der VGN. Das ist der Verkehrsverbund, zu dem Erlangen, aber auch acht weitere Landkreise und Städte in Oberfranken gehören. Hier steigen die Tarife im Durchschnitt um knapp acht Prozent. 

Auch das Deutschlandticket - das überall im Nahverkehr für 49,- Euro im Monat gilt, hat seine Preisgarantie vorerst nur bis April. Denn die Diskussion um die Zuschüsse, die Bund Länder zahlen müssen, hält weiter an. Bisher gibt es lediglich eine Einigung bis Ende April. Kurz vor Weihnachten hatte der Landkreis Stendal mit dem Thema auf sich aufmerksam gemacht. Der Kreistag hatte im Dezember beschlossen, aus der Finanzierung des 49,-Euro Tickets auszusteigen. Nach einer deutlichen Finanspritze des Landes an den Kreis hatte der Kreistag den Beschluss dann doch zurückgezogen und bietet nun ebenfalls befristet bis Ende April das Ticket weiter an. Für die Zeit danach mache man die Finanzierung aber von den Zuschüssen von Bund und Ländern abhängig (KOMMUNAL berichtete)

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