Senioren werden zuerst geimpft.
Senioren gehören zur Riskikogruppe und werden zuerst gegen Corona geimpft. Doch die Terminvergabe gestaltet sich schwierig.
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Corona: Impfpflicht, Terminvergabe, Impfzentren

Impfen - die wichtigsten Fragen und Antworten

Wie läuft es mit der bundeseinheitlichen Telefonnummer zur Impf-Terminvergabe? Ist die Impfung gegen Corona wirklich unbedenklich? Wie ist der Zeitplan beim Impfen? Warum keine Impfpflicht wie bei Masern? Hier finden Sie die Antworten zu den derzeit häufigsten Fragen.

Bleibt Impfen gegen Corona freiwillig?  Oder kommt die Impfpflicht wie bei Masern?

Seit  1. März 2020 gilt eine Masern-Impfpflicht für Kinder und alle, die Kinder betreuen - in Schulen, Horten und Kita, in Arztpraxen und Krankenhäuser.  Eltern müssen vor Aufnahme ihres Kindes in eine Kita oder Schule nachweisen, dass das Kind gegen Masern geimpft oder bereits immun ist. Auch Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen wie Arztpraxen, ambulanten Pflegediensten oder Krankenhäusern, die nach 1970 geboren sind, müssen geimpft sein oder ihre Immunität nachgewiesen haben.Die Bundesregierung lehnt bislang eine Impfpflicht gegen Corona ab. Sie setzt auf Freiwilligkeit. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Deutschen Ethikrat jetzt aber aufgefordert, sich zu einer Impfpflicht für Pflegekräfte zu positionieren und damit die Debatte befeuert.

Wieviele Impfzentren gibt es in Deutschland?

Die Bundesländer planen  bislang rund 460 Impfzentren, die zum Teil bereits eröffnet sind. Über die Impfung in Impfzentren verspricht man sich, dass möglichst viele Menschen in kurzer Zeit geimpft werden können. Außerdem sollen Impfzentren auch besser gewährleisten können, dass bestimmte Impfstoffe korrekt gelagert werden.

Warum nehmen alle 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen erst am 1. Februar 2021 ihren Betrieb auf?

Die Landesregierung hat sich dazu entschieden, zunächst ausschließlich den Bewohnern sowie den Beschäftigten in stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot zu unterbreiten, teilte das Gesundheitsministerium von Nordrhein-Westfalen auf Anfrage von KOMMUNAL mit. Seit Ende Dezember impfen dort mobile Teams. "Eine Aktivierung der Impfzentren ist aufgrund der begrenzten Impfstoffmengen bislang noch nicht notwendig gewesen", betonte eine Sprecherin. Ziel sei es, mit den vorerst begrenzten Impfstoffmengen so schnell wie möglich eine flächendeckende Verimpfung in Pflegeeinrichtungen zu ermöglichen. Der Zeitrahmen orientiere sich an der Verfügbarkeit des Impfstoffs. Ab 18. Januar soll auch allen Beschäftigten in Krankenhäusern in besonders von Corona betroffenen Krankenhausbereichen ein Impfangebot gemacht werden. Ab Anfang Februar starten die Impfungen der über 80-jährigen Personen außerhalb der Heime in den Impfzentren.

Warum gibt es eine bundeseinheitliche Telefonnummer zur Impf-Terminvergabe?

Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe sind die Bundesländer zuständig. Sie informieren die  Impfberechtigten. Damit es nicht zu langen Warteschlangen vor Impfzentren kommt, gibt es ein einheitliches Terminmanagement. Das Bundesgesundheitsministerium hat gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf Basis des bestehenden Systems der Terminvergabe der Terminservicestellen mit der bundeseinheitlichen Telefonnummer 116117 ein standardisiertes Modul erarbeitet. Dieses Modul wird von allen Bundesländern genutzt. Die Hotline ist derzeit allerdings stark überlastet. Manche Bundesländer haben aber auch eigene Telefonnummern geschaltet. Ein Impftermin kann auch online vereinbart werden.

Wer bezahlt die Impfung?

Für die Bürgerinnen und Bürger soll die Impfung laut Bundesregierung unabhängig von ihrem Versicherungsstatus kostenlos sein. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

 Wie ist der Zeitplan beim Impfen?

  • BewohnerInnen von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von 80 Jahren und älter
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen - etwa in Notaufnahme oder in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patienten
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen, zum Beispiel in der Transplantationsmedizin
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern.
  • Ab Mitte 2021 soll allen Menschen in Deutschland eine Impfung ermöglicht werden, wenn sie dazu bereit sind. Dies ist zumindest das erklärte Ziel von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Wie und in welchem Abstand wird geimpft?

Für eine vollständige Immunisierung sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit dem mRNA-Impfstoff von BioNTech und Moderna zwei Impfstoffdosen notwendig. Eine zweite Impfstoffdosis muss - je nach Hersteller - in einem Mindestabstand von 21 bzw. 28 Tage zur Vervollständigung der Impfserie verabreicht werden, spätestens jedoch 42 Tage nach erster Dosis. Die Zulassung des Impfstoffes von Astrazeneca könnte in Kürze folgen.

Wie wirksam ist die Impfung gegen Corona-Viren?

Beide Impfstoffe BioNTech und Moderna, die in der EU und somit in Deutschland zugelassen wurden, waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den COVID-19-geimpften Teilnehmern um 95 Prozent geringer war als bei den Placebo-geimpften Teilnehmern, so das Robert-Koch-Institut.

Welche Nebenwirkungen hat die Impfung?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die bisher häufigste lokale Reaktion sind Schmerzen an der Einstichstelle, danach folgen  Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener auf, nach der zweiten Impfdosis etwas häufiger. Weder in der Impfstoff- noch in der Placebogruppe traten Todesfälle auf, die auf die Injektion des Impfstoffs oder der Kochsalzlösung zurückzuführen waren. Weitere detaillierte Informationen finden sich  auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Ist die Impfung unbedenklich, welche Langzeitfolgen gibt es?

Eine Langzeitstudie liegt derzeit noch nicht vor. So gibt es kaum Erkenntnisse über mögliche Spätfolgen einer Impfung. Experten ziehen ihre Rückschlüsse im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen aus vergangenen Forschungsprojekten, die in Verbindung mit vergleichbaren Inhaltsstoffen standen. Grundsätzlich deuten bislang keine Untersuchungen auf schwere Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen hin, so das Bundesgesundheitsministerium. Nachdem in Deutschland mehrere Menschen kurz nach der Impfung starben, prüft das Paul-Ehrlich-Institut, ob es dabei einen Zusammenhang gibt. Dies gilt bislang laut Experten als unwahrscheinlich.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Sollten in der Zeit der Corona-Pandemie weitere Impfungen durchgeführt werden oder lieber darauf verzichtet werden?

Es gibt nach Angaben des RKI keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung beeinflusst wird. Durch Impfungen wird der Impfling vor Infektionen geschützt, die ihn auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder schädigen können.

Wirkt die Impfung auch im Kampf gegen das mutierte, neue Virus? Etwa gegen die schneller übertragbare Corona-Variante B.1.1.7?

Nach aktuellem Stand ist laut Robert-Koch-Institut (RKI) davon auszugehen, dass der Impfstoff auch gegen die neuen Varianten wirkt. Zunächst wurde die neue Variante des Coronavirus nur in Großbritannien nachgewiesen. Mittlerweile taucht sie auch in anderen Ländern auf. In Südafrika war ebenfalls eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden, die aber nicht mit der in Großbritannien identisch zu sein scheint. Das RKI will die in Deutschland zirkulierende SARS-CoV-2-Varianten weiter beobachten und analysieren.

Sie wollen es noch genauer wissen?

Hier geht es direkt zum Robert-Koch-Institut.