Wahlsonntag kompakt
Bürgermeisterwahlen 2026: Wahlkrimi in Strausberg geht weiter – alle Ergebnisse
Wer am Sonntag nur auf die großen Landtagswahlen schaute, konnte leicht übersehen, dass zugleich in zahlreichen Rathäusern über die künftige Spitze entschieden wurde. Rund 20 Bürgermeister- und Verbandsgemeindebürgermeisterwahlen standen auf dem Programm.
Dabei reichte die Spannweite vom deutlichen 82-Prozent-Sieg bis zur nächsten Stichwahl. Besonders bemerkenswert: Mehrere Einzelbewerber und parteilose Kandidaten spielten eine zentrale Rolle. Einen einheitlichen bundesweiten Trend sollte man daraus allerdings nicht ableiten – Bürgermeisterwahlen sind stärker als viele andere Wahlen von Personen, örtlichen Themen und der jeweiligen kommunalen Ausgangslage geprägt.
Strausberg: Nach der Wiederholungswahl kommt die Stichwahl
Die komplizierteste Wahlgeschichte des Wochenendes schreibt erneut Strausberg in Brandenburg. Dort musste die Bürgermeisterwahl wiederholt werden, nachdem die vorherige Wahl nach Einsprüchen und Manipulationsvorwürfen für ungültig erklärt worden war. Ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren war später mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt worden.
Doch auch der neue Anlauf brachte noch keinen Bürgermeister.
Die parteilose Kandidatin Annette Binder erreichte 48,3 Prozent und verfehlte damit die notwendige absolute Mehrheit nur knapp. Robert Krause von der FDP kam mit 19,0 Prozent auf Platz zwei.
Damit treten Binder und Krause am 11. Oktober in der Stichwahl gegeneinander an.
Auch im brandenburgischen Schönwalde-Glien ist noch nichts entschieden. SPD-Kandidatin Yvonne Hartley liegt nach dem ersten Wahlgang mit 44,5 Prozent vorne. Sven Kraatz erreichte 21,1 Prozent. Somit treffen die beiden ebenfalls am 11. Oktober in der Stichwahl aufeinander.
Sachsen: Maaß und Knöfel bleiben im Amt
Gleich zwei zweite Wahlgänge gab es im Landkreis Meißen – und in beiden Fällen konnten sich die bisherigen Rathauschefs behaupten.
In Lommatzsch gewann Anita Maaß von der FDP mit rund 49,9 Prozent. Gottfried Striegler von der AfD kam auf rund 35 Prozent. Maaß führt die Stadt bereits seit 2005.
Dass weniger als 50 Prozent für den Sieg reichen, liegt am sächsischen Kommunalwahlrecht: Im zweiten Wahlgang ist gewählt, wer die meisten Stimmen erhält.
Das gleiche Prinzip entschied die Wahl in Klipphausen. Amtsinhaber Mirko Knöfel setzte sich mit 46,1 Prozent durch.
Schon im ersten Wahlgang hatte Knöfel mit 42,2 Prozent vorne gelegen. Im zweiten Anlauf reichte nun die relative Mehrheit für eine weitere Amtszeit.
Hessen: Stadler bleibt – Hebermehl gewinnt die Stichwahl
In Hessen wurde in zwei Kommunen gewählt.
In Babenhausen bleibt Dominik Stadler Bürgermeister. Der unabhängige Amtsinhaber erhielt 66,1 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Frank Zick von der CDU kam auf 33,9 Prozent.
Deutlich knapper fiel die Entscheidung in Stockstadt am Rhein aus. Dort gewann Maike Hebermehl von der SPD die Stichwahl mit 53,1 Prozent gegen den parteilosen Luigi Urzo. Hebermehl folgt auf den langjährigen Bürgermeister Thomas Raschel, der nicht erneut angetreten war.
Baden-Württemberg: Amtsinhaber verliert in Heroldstatt
Einen Wechsel an der Rathausspitze gibt es in Heroldstatt im Alb-Donau-Kreis. Thomas Peter Salzmann erreichte 55,4 Prozent und setzte sich damit gegen Amtsinhaber Michael Weber durch, der auf 41,3 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei beachtlichen 72 Prozent.
Auch in Schiltach fiel die Entscheidung bereits im ersten Wahlgang. Thomas Haas erreichte 64,3 Prozent, Timmy Niehoff 34,3 Prozent.
In der kleinen Gemeinde Wembach setzte sich Meike Schelshorn mit 55 Prozent gegen Heike Scherer durch, die 43 Prozent erhielt.
Bad Ems-Nassau: CDU-Kandidat gewinnt Stichwahl
Entschieden ist auch die Wahl in der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau.
Oliver Krügel von der CDU gewann die Stichwahl mit 53,7 Prozent.
Krügel ist bereits seit 2019 Stadtbürgermeister von Bad Ems und übernimmt nun für acht Jahre die Spitze der Verbandsgemeinde. Der bisherige Bürgermeister Uwe Bruchhäuser scheidet im Januar aus dem Amt aus.
Kropp: Drei Viertel der Stimmen für Stefan Ploog
Ein besonders deutliches Ergebnis gab es im schleswig-holsteinischen Kropp.
Stefan Ploog, der von CDU, SPD und der Allgemeinen Wählergemeinschaft Kropp gemeinsam vorgeschlagen worden war, erhielt 76,0 Prozent der Stimmen.
Mecklenburg-Vorpommern: Bürgermeisterwahlen neben der Landtagswahl
Besonders viele kommunale Direktwahlen liefen am Sonntag parallel zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
In Lübtheen gewann Michael Greve von der CDU mit 57,5 Prozent.
In Barth ist dagegen eine Stichwahl notwendig. Holger Gutzmann erreichte 45,7 Prozent und trifft am 4. Oktober auf Silvio Zippan, der 18,1 Prozent erhielt. Amtsinhaber Friedrich-Carl Hellwig kam lediglich auf Platz drei.
Klare Verhältnisse gab es in Peenemünde: Rainer Barthelmes von der Wählergemeinschaft Peenemünde erhielt 82,8 Prozent der Stimmen. Er hatte 2 Mitbewerber.
In Hanshagen gewann Stefan Bürgermeister mit 68,3 Prozent gegen Mandy Harfenstein. Der Name verpflichtet in diesem Fall zumindest schon einmal beim Klingelschild am Rathaus.
In Pudagla setzte sich Hartmut Poeck von der Bürgerrunde Pudagla mit 78,1 Prozent gegen Janine Kiphaut durch.
Eine Stichwahl ist dagegen in Wardow notwendig. Johannes Warda erreichte 45,6 Prozent, Günter Schink 22,9 Prozent. Bemerkenswert hoch war hier die Wahlbeteiligung mit 83,9 Prozent.
In Bütow und Gotthun hatten die Wähler dagegen jeweils nur einen Kandidaten zur Auswahl. Dietmar Ott wurde in Bütow mit 76,1 Prozent gewählt, Patrick Losch in Gotthun mit 87,5 Prozent.
Auch in Langen Brütz wurde am 20. September ein neuer Bürgermeister gewählt. Dort waren drei Einzelbewerber angetreten. Die amtliche Feststellung des Ergebnisses durch den Wahlausschuss ist für den 24. September vorgesehen.
Traurig hingegen: In Sietow sollte eigentlich ebenfalls ein Bürgermeister gewählt werden. Nur hatte sich schlicht niemand beworben. Nun muss die Gemeindevertretung einen Bürgermeister aus ihrer Mitte bestimmen.
Fünf Entscheidungen sind noch offen
Damit ist der Wahlsonntag noch nicht vollständig abgeheftet. In Strausberg und Schönwalde-Glien müssen die Bürger in Brandenburg erneut an die Urnen. In Barth und Wardow steht ebenfalls noch eine Stichwahl an; in Langen Brütz wird das Ergebnis noch amtlich festgestellt.

