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Bessere Kita-Qualität im Nachbarkreis?

von Rebecca Piron
Stellvertretende Chefredakteurin | KOMMUNAL
28. August 2017
Die Qualität der Kindertagesstätten und Kindergärten in Deutschland hat sich insgesamt verbessert. Gravierende Unterschiede fallen allerdings nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern selbst zwischen benachbarten Kreisen auf. Das kam nun beim "Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme" heraus.

Die gute Nachricht zuerst: Das Personal pro Kita- und Kindergartenkind ist in Deutschland gestiegen. Waren es 2012 noch 9,8 Kindergarten- bzw. 4,8 Kita-Kinder, um die sich ein Erzieher kümmerte, sind es heute jeweils 0,5 weniger. Die Betreuungsqualität hat sich also in den letzten fünf Jahren verbessert. Unterschiede zwischen den Bundesländern und ganz besonders zwischen Ost und West bleiben jedoch groß. Während in Westdeutschland auf einen Erzieher 8,5 Kindergartenkinder kommen, sind es im Osten 12,2. Bei den Kitas ist der Abstand ähnlich groß. Hier gewinnt Ostdeutschland jedoch deutlich, wenn es um die Reichweite geht. Ist im Westen nur gut ein Viertel der unter Dreijährigen in Kindertagesstätten untergebracht, ist es im Osten über die Hälfte.

Erstmals auch die Kreisebene ausgewertet

Erstmals wertete der Länderreport in diesem Jahr auch die regionalen Unterschiede aus. Dabei zeigt sich: Selbst innerhalb der Länder sind die Unterschiede oft hoch. In einigen bayerischen Kreisen betreut ein Erzieher gerade einmal 2,7 Kindern, in anderen sind es fünf. In hessischen Kindergärten schwankt die Zahl der Kinder pro Erzieher zwischen 7,6 und 11,9. Am ausgewogensten sind die Kreise in Sachsen (dort ist der Personalschlüssel jedoch gleichmäßig schlecht) und im Saarland. Die wenigsten Kindergartenkinder (6,1) haben Erzieher in einigen baden-württembergischen Kreisen zu betreuen. Die meisten (14,3) in mecklenburg-vorpommerschen Kreisen.

Kita-Beiträge müssen bleiben

Jörg Dräger, Vorstand bei der Bertelsmann Stiftung, rät aufgrund der großen Chancenungleichheit deutschlandweite Standards einzuführen. Die Stiftung empfiehlt drei Krippenkinder oder 7,5 Kindergartenkinder pro Erzieher. Nur ein einziges Bundesland erreicht diesen Standard bereits: Baden-Württemberg. Um den Standard deutschlandweit durchsetzen zu können, müssten über 100.000 neue Stellen geschaffen und 4,9 Milliarden Euro jährlich bereitgestellt werden. Die hohe Zahl an zusätzlichen Stellen sei unter anderem nötig, weil die Geburtenraten wieder steigen und weil die Zuwanderung zugenommen hat. Um die zusätzlichen Fachkräfte anwerben zu können, müssten sich allerdings auch die Rahmenbedingungen für Erzieher verbessern. Aus diesem Grund rät Dräger deutlich davon ab die Elternbeiträge zu streichen. Stattdessen könne man die Beiträge vom Einkommen der Eltern abhängig machen.

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