Experimente in der Schule, wie dieses, sind wichtig für den Lernprozess. Der Bildungsmonitor gibt Grund zur Sorge.
davidpereiras/photocase
Der Bildungsmonitor zeigt, wie Lehrermangel und Investitionsstau bereits ihren Tribut an deutschen Schulen fordern.

Bildungsmonitor: Probleme senken bereits die Qualität

Der Lehrermangel verschärft sich, die Kommunen kommen mit dem Sanierungs- und Neubaubedarf nicht hinterher und nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: Im aktuellen Bildungsmonitor schneiden fast alle Bundesländer schlechter ab als im letzten Jahr. Macht sich bereits ein Abfall der Bildungsqualität bemerkbar?

Berlin und Schleswig-Holstein sind die einzigen Bundesländer, die verschont blieben - alle anderen haben sich im aktuellen Bildungsmonitor im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Jedes Jahr erstellt das Institut der deutschen Wirtschaft den viel beachteten Bildungsmonitor. In diesem Jahr hat sich einiges verändert. Da Berlin zusammen mit Schleswig-Holstein seine Wertung verbessern konnte, liegt es zum ersten Mal seit zehn Jahren nicht mehr auf dem letzten Platz. Abgelöst wurde es von Bremen, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Bei den Spitzenreitern ist dagegen alles beim Alten geblieben. Sachsen liegt vor Thüringen und Bayern.

Infografik zum aktuellen Bildungsmonitor für Deutschland

Trotzdem gibt es auch in diesen Bundesländern kaum Grund zur Freude. Wie 11 weitere Bundesländer fielen sie in der Wertung hinter ihre Vorjahresergebnisse zurück. Der Bildungsstand hat sich somit in fast allen Bundesländern verschlechtert. Das Institut bewertet jedes Jahr 12 Kategorien mit insgesamt 94 Indikatoren. Zu den Bewertungskriterien gehören die Finanzmittel, die ein Bundesland in die Bildung steckt, die Förderung schwächerer Schüler, die Abbrecherquoten oder auch der Digitalisierungsstand. Besonders verschlechtert haben sich die Schulen deutschlandweit bei der Schulqualität, der Integration und der Bekämpfung der Bildungsarmut.

Wie kommt es zu den schlechten Ergebnissen im Bildungsmonitor?

Zurückzuführen sind die schlechten Ergebnisse auf verschiedene Missstände in der Bildungslandschaft. Begonnen mit dem immensen Lehrermangel, KOMMUNAL berichtete, der sich in den nächsten Jahren noch verschärfen wird, über fehlende Schulgebäude und den teils unzumutbaren Zustand bestehender Schulen. In immer mehr Städten reichen die bestehenden Schulgebäude für die Menge der Schüler nicht mehr aus. In Gelsenkirchen fehlen derzeit zehn Schulgebäude. Die Stadt versucht die Lücke auf Hochtouren bis zum Ende der Sommerferien in NRW zu schließen. Dabei muss sie auch auf Containerlösungen zurückgreifen. Die Städte kommen mit Bau und Planung nicht hinterher und schaffen es daher nicht die bestehenden Fördermittel von Bund und Ländern abzuschöpfen.

Das gilt auch für die Sanierung bestehender Schulen. Kaputte Toiletten, keine funktionierende Heizung und Baufälligkeit gehören mittlerweile zum Alltag. Genau wie bei den Lehrern wurden auch in der Bauverwaltung in den letzten Jahren massiv Stellen gespart. Nun sind sie auf die gestiegene Nachfrage nicht vorbereitet. Die nötigen Bauprojekte zu planen dauert in der meist geringen Besetzung sehr lange. Und in der Bauwirtschaft sieht es kaum anders aus. Derzeit sind Bauingenieure und Handwerker stark gefragt. Und bei Projekten für die freie Wirtschaft fließt meist mehr Geld. So gehen die Kommunen bei ihren Ausschreibungen oft leer aus. Lehrermangel und fehlendes Personal in den Bauverwaltungen sind Probleme, die sich nicht kurzfristig lösen lassen. Es braucht mehr Studien- beziehungsweise Ausbildungsplätze. Es muss um Interessenten geworben werden. Und Studien- und Ausbildungszeiten verzögern die Lösung des Problems weiter. Deshalb drängt der DStGB darauf erste Schritte so schnell wie möglich einzuleiten.

Mehr zum Thema

Weitere Artikel von Rebecca Piron

Neuester Inhalt

Immer informiert bleiben!

Jetzt für KOMMUNE.HEUTE anmelden und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.
 Ja, ich habe die Datenschutzerklärung verstanden und akzeptiere sie.*

Ja, ich möchte im Newsletter persönlich angesprochen werden! (optional)