Dreier feiert mit Spielern den Aufstieg in die erste Bundesliga

Dreier: "Ganz Paderborn feiert den Aufstieg in die 1. Bundesliga"

Er gilt als Nesthäkchen unter den Vereinen. Der SC Paderborn kommt aus einer der kleinsten Städte mit einer Mannschaft in der 1. Bundesliga. Und in der kommenden Saison ist der Verein auch erst zum zweiten Mal dabei. Ein Segen für die Stadt, sagt Fußballfan und Bürgermeister Michael Dreier.

KOMMUNAL: Was hat sich in Ihrer Stadt verändert, als der SC Paderborn 2014 erstmals in die 1. Bundesliga aufstieg? 

Michael Dreier: Ganz Paderborn war begeistert als wir in die 1. Bundesliga aufgestiegen sind. Ich würde sogar sagen ganz Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland haben auf uns geschaut. Wir waren der ländliche Verein, der bei den großen mitmischt. Es gab Witze darüber, dass wir vor dem Spiel noch die Kühe vom Spielfeld treiben müssten. Da sind wir vielleicht nicht immer ganz ernst genommen worden. Aber insgesamt hat uns der Aufstieg nur geholfen. Das mediale Interesse war riesig. Plötzlich wusste jeder Deutsche, wo Paderborn liegt und jedes zweite Wochenende war unsere Stadt voller Menschen. Es kam zu einer regelrechten Aufbruchstimmung in Paderborn.  

Wie konnten Sie das für die Stadt nutzen? 

 Wir haben die Image-Kampagne „Paderborn ist erstklassig“ ins Leben gerufen und sind so auf den medialen Zug aufgesprungen. Mit einem Budget von 200.000 Euro haben wir die Möglichkeit genutzt auf die Stärken und Vorzüge Paderborns aufmerksam zu machen. Wir haben dazu alle Akteure einbezogen, also Wirtschaft, Kirche, Einzelhandel und Tourismus. Es gab dann an den Spielwochenenden auch spezielle Stadtführungen für die Fußballfans und die Medien haben wir eng betreut. Zum Teil war der Aufstieg aber auch ein Selbstläufer. Im Tagesspiegel gab es zum Beispiel ganzseitig das große Paderborn-Quiz. Das ist Werbung, die für uns sonst unbezahlbar wäre.  

Michael Dreier im Interview über den Aufstieg in die 1. Bundesliga
Michael Dreier ist seit 2014 Bürgermeister der Stadt Paderborn.

Sind diese positiven Effekte nach dem Abstieg in die 2. und dann die 3. Liga wieder verschwunden? 

Die mediale Aufmerksamkeit ist natürlich erstmal verschwunden, aber die positiven Effekte für die Stadt waren nachhaltig. Wir haben etwa schon häufig Wochenendausflügler gesprochen, die uns erzählten, sie seien einmal für ein Spiel der ersten Bundesliga in Paderborn gewesen und hätten gesehen, wie schön es hier ist. Dann sind sie später mit der ganzen Familie für einen Kurzurlaub vorbeigekommen. Und selbst für die Uni gab es nachhaltige positive Effekte, denn auch durch die mediale Aufmerksamkeit ist sie deutschlandweit bekannter geworden.  

Nun ist Paderborn zum zweiten Mal in der 1. Bundesliga – Wie muss sich die Stadt darauf vorbereiten? 

Wir waren ja schon einmal in der ersten Bundesliga und auch in der zweiten Bundesliga gibt es hohe Anforderungen an die Infrastruktur und Sicherheitskonzepte. Deshalb wird es für uns diesmal nicht schwierig sein. Aber wenn man sich erstmals um ein Sicherheitskonzept für eine solche Großveranstaltung kümmern muss, Shuttlebusse organisieren, den Park-and-Ride-Verkehr, die Straßenführung rund um das Stadion ab den Bundesstraßen, überall Hinweisschilder aufstellen – Das ist ein Mordsaufwand. Aber ein Aufwand der sich absolut lohnt. Es gibt kein besseres Marketing-Mittel als die Bundesliga. 

Dann ist das Paderborner Stadion auch auf die 1. Bundesliga gerüstet? 

Wir haben mit der Benteler-Arena das kleinste Stadion in der ersten Bundesliga und auch das kleinste Budget. In dieser Saison wird das Stadion so abgenommen werden. Mit 15.000 Plätzen erfüllen wir die Anforderungen der DFL an die Gesamtkapazität. Eigentlich verlangt die DFL allerdings 8.000 Sitzplätze, wir haben aber nur 5.800 Sitze. Für die Zukunft muss man das im Blick haben.  

Paderborner feiern den Einzug in die 1. Bundesliga

Ist das auch für die Stadt teuer? 

Die Stadt hat sich von jeher an der Finanzierung des Stadions beteiligt. Beim Bau haben wir 3,4 Millionen Euro dazugegeben. Auch den Bau eines Nachwuchsleistungszentrums und die Verbesserung der Infrastruktur haben wir finanziell unterstützt. Als Stadt können wir natürlich nicht den Profisport finanzieren, aber den Nachwuchssport und die Infrastruktur, etwa die Park- und Fahrradstellplätze, unterstützen wir.  

Sind Sie persönlich Fan des SC Paderborn? 

Absolut! Ich bin ein großer Fußballfan und bei jedem Heimspiel dabei, sofern es mir möglich ist. Und wenn es die Termine erlauben, fahre ich auch zu Auswärtsspielen. Beim letzten Zweitliga-Spiel in Dresden war ich mit dem Fanbus unterwegs.

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