CoworkingMap
Die Coworking-Map - hier ein Screenshot, ist interaktiv zu benutzen.

Neues digitales Projekt

Deutschlandweite Karte zu Coworking

Nicht mehr jeden Tag ins Büro fahren - das könnte für viele Menschen auch nach der Corona-Pandemie erstrebenswert sein. Und auch die Unternehmen profitieren davon: Schon jetzt überlegen Firmen, ob sie für Angestellte nicht lieber Räume auf dem Land anmieten statt immer höhere Mieten für große Büros zu zahlen. Eine interaktive Karte hilft jetzt bei der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten in Coworking-Spaces, gemeinsamen Werkstätten oder Bürogemeinschaften. Deutschlandweit!

Es ist  bereits sein zweites Coworking-Kartenprojekt. Der Geograph Christer Lorenz hat schon einmal eine interaktive Karte mit mobilen Arbeitsplätzen  geschaffen. Die Liste dazu stammte vom Berliner Coworking-Experten Tobias Kremkau. "Das Echo war sehr positiv", sagt Lorenz. KOMMUNAL stellte sein Projekt damals vor. Doch nun legt er eine Karte vor, die nicht nur Coworking Spaces in Ostdeutschland enthält, sondern Arbeitsmöglichkeiten deutschlandweit - in den Städten und auf dem Land.

Coworking nach Corona noch mehr gefragt

Coworking ist seit Jahren verstärkt gefragt, Corona wird den Trend verstärken. Der Begriff bedeutet übersetzt "zusammen arbeiten". In einem Coworking-Space treffen Arbeitnehmer wie Freiberufler und Selbständige aufeinander. Das bedeutet aber nicht, dass alle oder mehrere an einem gleichen Projekt arbeitet. Wer dort arbeitet, gehört meist nicht der gleichen Firma an, sondern nutzt dort nur die Infrastruktur des Arbeitsplatzes. Dazu zählt natürlich ein gut funktionierendes Internet.

Auch das neue Projekt ist öffentlich kostenlos zugänglich. "Mobiles Arbeiten, New Work -  wir sehen die Zukunft des Arbeitens  an den verschiedensten Orten und in unterschiedlichen Formen", sagt Christer Lorenz. "Unsere CoworkingMap zeigt daher ein breites Spektrum an Möglichkeiten und Entwicklungsbereichen." Wir - das ist auch Thomas Wick, der selbst einen Coworking-Space betreibt, und der Webdesigner Gerwin Müller.

Arbeitsplätze auf einem Bahnhof oder in einer Bibliothek

Welche Formen des Mobilen Arbeiten sind auf der Karte vertreten? "Das können Coworking-Arbeitsplätze in einem Café, einem Bahnhof oder in einer Bibliothek sein", erläutert Christer Lorenz, "oder auch Bürogemeinschaften  und vieles mehr." Gelistet werden auch sogenannte Workation/Retreat Coworking Space mit der zusätzlichen Möglichkeit des temporären Wohnens -  und "Maker Space", also  Coworking Space mit Werkstatträumen/-flächen zur temporären Nutzung."

Christer Lorenz
Der Geograph Christer Lorenz will mit seinen Projekten zeigen: "Es geht, auf dem Land zu leben und dort zu arbeiten."

Open Data von Behörden genutzt

Wer sich mit Arbeitsmöglichkeiten meldet, wird eingetragen. Verlinkt wird zur Homepage, zum Social Media Accounts auf Facebook und Instagram. "Wir unterscheiden nicht nach Betreibern", betont der Geograph. Alle Anbieter mobiler Arbeitsplätze sind bei der CoworkingMap willkommen. In der neuen Karte sind bereits rund 1200 solcher Arbeitsorte zu finden. Sie wird ständig fortgeschrieben. "Ergänzend nutzen wir dafür auch viele frei zugängliche Daten", beschreibt Christer Lorenz das Vorgehen. "In der Map können mit dem Button „Umgebung“  Infos zum Umfeld des Space aufgerrufen werden– wo zum Bespiel ein Bahnhof in der Nähe ist, ob  das Space naturnah liegt - und ob es dort eine Ladesäule gibt. Diese Infos werden wir weiter ausbauen und durch geographische Analysen ergänzen."

Verwendet werden Open Data  von der Deutschen Bahn. "Die zunehmend bereitgestellten offenen Daten ermöglichen solche Projekte", zeigt Christer Lorenz sich erfreut.

Hier geht es zur interativen Karte von Coworking-Places bundesweit.

Fotocredits: Foto Christer Lorenz: Privat

Auch von Gudrun Mallwitz