Landkreis-Ranking: Hier ist der Wohlstand am größten
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Landkreis-Ranking: Hier ist der Wohlstand am größten

Landkreis-Ranking: Das Wohlstandsgefälle steigt

Gleich vorweg: Wer viel Geld verdienen möchte, zieht am besten in den Landkreis Starnberg. Aber dort ist auch das Leben recht teuer. Wie aber sieht das verfügbare Einkommen aus, zieht man Steuern und Sozialabgaben ab und rechnet Sozialtransfers wie etwa das Kindergeld wieder dazu? Ein Landkreis-Ranking!

Die Gehälter in Deutschland haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Max Mustermann, also der Durchschnittsdeutsche hat im Schnitt pro Jahr rund 23.300 Euro real zur Verfügung. Darin sind Steuern und Sozialabgaben bereits abgezogen und Sozialtransfers wie Kindergeld eingerechnet. Somit ist es das verfügbare Einkommen, das für den privaten Konsum oder zum Sparen tatsächlich zur Verfügung steht. 

 

Landkreis-Ranking sieht vor allem Nord-Süd Gefälle

 

Der Wohlstand ballt sich vor allem im Süden der Republik. In manchen Regionen dort verdienen die Menschen im Schnitt mehr als in wohlhabenden Ländern Skandinaviens oder Luxemburg und der Schweiz. Errechnet hat die Zahlen das Sozialwissenschaftliche Institut WSI der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Herausgekommen ist eine flächendeckende Auswertung für alle 401 Landkreise und Städte des Landes. Zieht man die Preissteigerungen ab, so haben die Menschen in Deutschland im Schnitt real seit der Jahrtausendwende übrigens ein Plus von 12,3 Prozent beim verfügbaren Einkommen erzielt. Es geht den Deutschen heute also wirtschaftlich deutlich besser, als noch vor 20 Jahren. 

Besonders stark fällt der Zuwachs übrigens im Baden-Württembergischen Heilbronn aus. Um 43 Prozent schnellte das real verfügbare Einkommen seit der Jahrtausendwende nach oben. Auch der Landkreis Nordfriesland kommt mit einem Plus von 31 Prozent auffallend gut weg, ebenso die Regionen Ulm, Lörrach, Amberg-Sulzbach und Bamberg in Bayern. Hier betrug das Plus jeweils zwischen 25 und 30 Prozent.

Auffallend ist, dass die Regionen in Ostdeutschland im Schnitt ordentlich aufgeholt haben. Allerdings beträgt das Pro-Kopf Einkommen dort noch immer "nur" 85 Prozent vom Westniveau. Zur Jahrtausendwende lag es bei 81 Prozent. Auf den obersten Plätzen kann hier aber keine Region mithalten. "Nur" sechs der 77 Kreise in Ostdeutschland liegen über dem Bundesdurchschnitt. 

Positiv stechen hier die Kreise Potsdam-Mittelmark, Oberhavel, das Havelland und Dahme-Spreewald in Brandenburg sowie Leipzig und Meißen in Sachsen heraus. 

 

Das sind die Gründe für die Spitzenreiter beim Landkreis-Ranking

 

Starnberg und auch Heilbronn können ebenso wie der Hochtaunuskreis locker mit den wohlhabendsten europäischen Ländern mithalten. In diesen Kreisen liegt das Pro-Kopf-Einkommen sogar über dem Wert des reichen Kleinstaates Luxemburg. Allerdings gibt es in diesen Regionen auch auffallend viele Millionäre, die den Schnitt nach oben treiben, so etwa in Heilbronn mit dem reichsten Deutschen, Lidl-Gründer Dieter Schwarz. 

Neben Bayern und Baden-Württemberg gibt es aber auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen einige Landkreise, die auffallend stark über dem Bundesdurchschnitt liegen. In der Gesamtheit liegt derweil das Lohnniveau in Hessen am höchsten. 24 Prozent mehr als in den neuen Bundesländern sind es hier. Wobei der prozentuale Vorsprung auch hier langsam zugunsten der neuen Bundesländer schmilzt (im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent).

 

Das sind die ärmsten Regionen Deutschlands 

 

Wo Gewinner sind, gibt es immer auch Verlierer. Und die wohnen - was wenig erstaunlich ist - im Ruhrgebiet. Das verfügbare Einkommen in Gelsenkirchen ist mit gut 16.000 Euro nicht einmal halb so hoch wie in Starnberg oder Heilbronn. Auch in Duisburg sieht es nicht viel besser aus mit 16.800 Euro Pro-Kopf-Verfügbarem Einkommen. Diese Städte lassen sich eher mit Südeuropa vergleichen. Auf Korsika und in der Region Katalonien ist das Einkommen ähnlich hoch. Wenig verwunderlich ist die Zahl, da beide Städte unter besonders hoher Arbeitslosigkeit im zweistelligen Bereich leiden. 

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Spreizung in den Städten deutlich größer ist als in den Landkreisen. So gehören auch Essen und Nürnberg zu den großen Verlierern des Landkreis-Ranking. In beiden Städten ging das Pro-Kopf-Einkommen preisbereinigt sogar zurück. Um jeweils mehr als 4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Das ist hier besonders dramatisch, weil in den Großstädten gleichzeitig die Wohnungspreise deutlich gestiegen sind, die hier einen immer größeren Teil der Einkommen verschlingen. Wobei Nürnberg unter den Großstädten einen nach wie vor guten Platz 5 (in der Top 15) einnimmt. 

An der Spitze der Städte stehen "natürlich" München und Stuttgart. Auf Platz 3 folgt dann doch zumindest einmal eine Stadt aus NRW, nämlich die Landeshauptstadt Düsseldorf. Rund um Düsseldorf zeigt sich dann, wie Städte auf das Umland ausstrahlen. Die höchsten verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen in NRW gibt es in den Landkreisen rund um Düsseldorf, also etwa der Rhein-Neuss-Kreis oder der Kreis Mettmann.  

Ein ähnliches Bild rund um Platz vier der Großstädte. Da steht Hamburg. Um Hamburg herum profitieren der Kreis Harburg, Stromern und Pinneberg. 

 

 

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