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Landkreis-Ranking: Hier lebt es sich günstig bei guten Jobchancen!

Landkreis-Ranking: Die unterschätzten Regionen Deutschlands

Immer wieder schreiben wir hier über die unterschätzten Regionen in Deutschland. Nun hat auch das Instititut der Deutschen Wirtschaft (IW) mal genauer hingeschaut. Das Ergebnis: Es gibt Regionen, in denen sind die Mieten günstig und die Jobchancen gleichzeitig hoch. Andere Regionen hingegen - insbesondere viele Städte - werden hoffnungslos überschätzt. Wir zeigen Ihnen die Regionen Deutschlands, in denen Sie reich UND glücklich werden können.

Eigentlich ist es ein Ammenmärchen: Dort, wo die Jobchancen gut sind, steigen auch die Wohnungspreise. Umgekehrt sinken die Wohnkosten, wo Arbeit fehlt. Theoretisch zumindest. Aber Deutschland ist nun mal groß, die Regionen sehr unterschiedlich aufgestellt, die Lebenshaltungskosten schwanken je nach Region stark. Das hängt mit der sehr günstigen wirtschaftlichen Struktur in Deutschland zusammen. Denn wir haben gegenüber vielen anderen Ländern den Vorteil, dass sich die stärksten Unternehmen des Landes eben nicht in den Großstädten, sondern in der Provinz finden. Häufig weniger beachtet als die großen Autobauer oder Großindustrien. Der Mittelstand ist es aber, der die Arbeitsplätze schafft. Und der Mittelstand hat seinen Sitz eben meist in kleineren Orten. Dezentralität heißt das Zauberwort, das unsere Wirtschaft stark und die Regionen so lebenswert macht. Aber wo sind diese Regionen eigentlich? 

Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln hat sich mal die Relation von Wohnkosten (Miete, Kauf, Nebenkosten) zu den durchschnittlichen Einkommen angesehen. Und siehe da: Es stehen mehrere Regionen und Landkreise auf dem Siegertreppchen. Genau genommen sind es zwölf an der Spitze. Ganz unten auf der Verliererseite stehen sieben Regionen. 

 

Hier werden Familien reich im Job und zahlen wenig fürs Haus 

 

Eine Besonderheit bietet die Studie des IW aus Köln. Sie hat sich nicht die Landkreise angesehen sondern die jeweiligen Arbeitsamtsbezirke. Denn sie hat die Zahl offener Stellen im jeweiligen Arbeitsamtsbezirk eingerechnet. Die Ergebnisse liefern dann doch einige Überraschungen. Zwar lässt sich laut IW feststellen, dass der Süden und Westen mehr Beschäftigungschancen als der Osten und Norden bietet. Allerdings holt gerade der Osten in Sachen Arbeitsmarktattraktivität stetig auf. In einem Streifen von Ostwestfalen-Lippe über Nordhessen und Thüringen bis ins nord-östliche Bayern liegen zahlreiche Bezirke, die großes Potenzial für Fachkräfte aufweisen. 

Und das sind die 12 Gewinnerregionen: 

Vorne finden sich die Arbeitsamtsbezirke Nordhorn (Niedersachsen) Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg), Montabaur (Rheinland-Pfalz) und Schwandorf (Bayern). Ebenfalls weit über dem Durchschnitt liegen die Arbeitsamtsbezirke Plauen, Suhl, Weiden, Bad Hersfeld-Fulda, Korbach, und Bayreuth-Hof. 

Hier fällt auf, dass mit Weiden und Bayreuth-Hof gleich 2 Regionen in der bayerischen Oberpfalz bzw. Franken liegen. Die Region Plauen liegt zwar in Sachsen, grenzt aber ebenfalls an die Region. Das erstaunt umso mehr, als dass Franken/Oberpfalz innerhalb Bayerns eher als der strukturschwächere Teil des Landes (im Vergleich zum reichen Oberbayern) gilt. Mit Suhl und Jena in Thüringen sind zudem weitere Regionen in Ostdeutschland auffallend stark vertreten.

 

 

Darum ist Jena im Landkreis-Ranking so weit oben 

 

Jena ist ein gutes Beispiel dafür, warum diese "unterschätzten Regionen" im Ranking weit vorne liegen. Die Mieten liegen hier laut IW rund 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem ist die Zahl der gemeldeten Stellen mit 67 pro 100 Arbeitslose sehr hoch. Da im Schnitt nur etwa die Hälfte der offenen Stellen überhaupt beim Arbeitsamt gemeldet werden, darf man hier also davon ausgehen, dass es mehr Stellen als Arbeitssuchende gibt. Besonders gefragt sind in Jena Fachkräfte in der Energietechnik, Mechatronik und Metallbearbeitung. Die Region gilt als wichtigster High-Tech-Standort in Thüringen und bietet zahlreichen kleinen und mittleren Firmen, etwa im Bereich der Optik und Photonik ein Zuhause. Zudem gibt es hier zwei Hochschulen. Auf dem Wohnungsmarkt in und rund um Jena kommt hinzu, dass es in der Vergangenheit viel Leerstand gab. Das hat die Preise niedrig gehalten. 

 

Ebenfalls Top im Landkreis-Ranking: Südwestfalen 

 

Auch Südwestfalen steht innerhalb von Nordrhein-Westfalen häufig nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Meist ist es hier das Ruhrgebiet mit seinen zahlreichen Großunternehmen, dem sich die Politik widmet. Doch völlig zu Unrecht: Südwestfalen ist laut dem IW die drittgrößte Industrieregion Deutschlands, der Arbeitsmarkt zeichnet sich durch eine große Dynamik auf. Auch hier sind die Mieten deutlich günstiger als im Bundesdurchschnitt und die Lebensqualität ist hoch. Das große Angebot an Bauland wirkt hier ebenfalls dämpfend für Familien, die auf der Suche nach einem geeigneten Standort für ihr Eigenheim sind. In der Vergangenheit haben zudem viele junge Menschen die Region verlassen, was heute die Nachfrage hebt. Die Zahl der Rückkehrer steigt inzwischen. 

 

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Überraschend weit oben im Landkreis-Ranking: Die Oberpfalz 

 

Keine Frage - rund um Regensburg boomt die Wirtschaft, wie kaum in einer anderen Region. Viele große und kleine Unternehmen entwickeln hier neue Technologien - vor allem im Digitalbereich. Die Mieten liegen hier ziemlich genau im Bundesdurchschnitt, der Fachkräftemangel ist hingegen sehr hoch, die Verdienstmöglichkeiten entsprechend deutlich überdurchschnittlich. 

 

Und das sind die Verlierer im Ranking 

 

Wenn das mal keine Klatsche für Deutschlands Großstädte ist. Nicht nur, dass nicht einmal jeder siebte Deutsche von sich sagt, dass er gerne in der Großstadt wohnen möchte (Umfrage Politbarometer 2018). Es ist auch wohnungstechnik und arbeitsmarkttechnisch nicht sinnvoll, in die Großstadt zu ziehen. Ganz weit hinten auf den Plätzen liegen nämlich Hamburg, Berlin und Köln. Keine Frage, es ist bekannt, dass die Mieten und Kaufpreise hier hoch sind. Erstaunlich zu sehen ist aber, dass gleichzeitig die Arbeitsnachfrage in diesen Städten besonders niedrig ist. Wer genau hinschaut, könnte es aber eigentlich ahnen, schließlich sind die Arbeitslosenquoten hier deutlich höher als auf dem Land. Beispiel Berlin: Eine Arbeitslosenquote von über 8 Prozent, gegenüber 5 Prozent im Bundesdurchschnitt. Als schwache Bezirke nennt die Studie zudem Heidelberg - auch hier sind die Wohnungen teuer, die Zahl der Stellen ist relativ gering. Unterdurchschnittlich schneiden zudem die meisten sonstigen Regionen in Ostdeutschland ab. 

 

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