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Neue Arbeitswelten – Beitrag zum Klimaschutz?

1. Juli 2020
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In den Bestandsgebäuden wird immer mehr Personal untergebracht. Die Rathäuser platzen aus allen Nähten. Viele Kommunen überlegen, ob Verwaltungsgebäude über neue Büroraumkonzepte ein moderneres Gesicht erhalten sollen.

Die zur Verfügung stehende Fläche je Büroarbeitsplatz ist auf mittlerweile 15 m2 gesunken. Ein Gefühl der Verdichtung führt nicht selten zum Reflex, dass Bürofläche erweitert werden soll.

Einzelne Kommunen haben analysiert, dass im Maximum bis zu 70% der Büroarbeitsplätze dauerhaft nicht besetzt sind. Beschäftigte sind im Urlaub, erkrankt, auf Dienstreise, in Besprechungen und somit nicht regelmäßig an ihren Arbeitsplätzen. Nicht mehr Bürofläche wird benötigt, sondern eher flexiblere Konzepte zur Flächennutzung. Sofern mobiles Arbeiten digital unterstützt wird, die Organisationskultur mobiles Arbeiten fördert, Arbeitsplätze attraktiv ausgestattet werden und sich Führungskräfte sowie Beschäftigte auf alternative Konzepte einlassen, sollte die Verwaltung auch mit deutlich weniger Bürofläche arbeitsfähig bleiben. Das zeigt aktuell die Verwaltungstätigkeit unter Covid-19-Bedingungen. Technische und organisatorische Hürden werden zwar deutlich, aber die besondere Lage verleiht schon jetzt dem mobilen Arbeiten in den Kommunen einen eindeutigen Schub.

Nach Ergebnissen der KGSt®-Vergleichsringe liegen die Gesamtkosten je m2 Bruttogrundfläche (BGF) in einem Verwaltungsgebäude bei jährlich 86 Euro. Zudem übersteigen die Lebenszykluskosten von Gebäuden das eigentliche Bauinvestment um den Faktor 4-5. Ohne Frage lockt Verwaltungen auch die Aussicht, Büroraum und Gebäude über neue Arbeitswelten abzubauen und in Folge kommunale Haushalte zu entlasten. Doch ist dieser Aspekt einzig fiskalischer Natur oder nicht gleichzeitig auch ein sehr nachhaltiger und umweltschonender Ansatz?

Der Gebäudebetrieb ist in der Regel nicht CO2-neutral.Vergleichsringergebnisse zeigen, dass im Schnitt ein m2 BGF in Verwaltungsgebäuden für einen jährlichen CO2-Ausstoss von 28 kg sorgt. Somit ist jede nicht benötigte Gebäudefläche gleichzeitig auch ein Beitrag zur CO2-Reduzierung. Eingesparte Gebäudekosten können in die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden oder die nachhaltige Ausstattung von Büroraum fließen. Insofern kann der nachhaltige Aspekt neuer Arbeitswelten über die effektivere Nutzung von Gebäudeflächen als Beitrag einer umweltfreundlichen Kommune verstanden werden.

Im Rahmen einer Themenwelt Gebäudemanagement auf dem KGSt®-FORUM 2020 werden Kommunen über Konzepte und Erfahrungen rund um neue Arbeitswelten berichten (https://www.kgst.de/gebaeude).

Gregor Zayac

Gregor Zajac ist Referent im Geschäftsbereich Beratung Vergleiche der KGSt.

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