Kinder beim Spielen in der Kita
Kitas sollen trotz Coronazahlen-Anstieg möglichst im Regelbetrieb bleiben
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Neue Studie

Gute Nachricht: Kitas sind keine Infektionsherde

Die Kitas sollen trotz steigender Corona-Infektionszahlen den Regelbetrieb möglichst aufrechterhalten. Bundesfamilienministerin Giffey und Gesundheitsminister Spahn verweisen auf eine neue Studie. Sie belegt, dass Kitas keine Infektionsherde und Kinder keine Infektionstreiber seien.

Flächendeckende Kita-Schließungen -  dieses erneute Szenario in diesem Herbst und Winter fürchten die Eltern deutschlandweit.  Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und  Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben jetzt deutlich gemacht: Kindertagesstätten sind systemrelevant. Umso wichtiger sei es, den angelaufenen Regelbetrieb in den Kitas so lange wie möglich aufrechtzuerhalten und auf erneute flächendeckende Schließungen zu verzichten.

"Kita-Kinder keine Infektionstreiber"

"Kitas sind keine Infektionsherde. Und Kinder sind keine Infektionstreiber", sagte Familienministerin Giffey. Die Hygieneregeln würden dort sehr gut angenommen. Gesundheitsminister Spahn wies darauf hin, dass auch Kinder erkranken. In den Familien brächten in der Regel aber die Erwachsenen das Virus mit. Ihr gemeinsames Fazit: "Es läuft sehr gut in den Kitas".

Nur wenige Corona-Fälle in Kitas  

Die Basis für einen optimistischen Ausblick bilden erste Ergebnisse einer laufenden Corona-Kita-Studie des Robert Koch-Instituts und des Deutschen Jugendinstituts. Bis Ende September hatten sich daran bundesweit bereits 12.000 Kindertagesstätten beteiligt. Das Ergebnis: Der Anteil der Corona-Fälle in Kitas sei im Vergleich zu anderen Orten weit unterdurchschnittlich.



Laut Studie wurden in den vergangenen Monaten lediglich 79 Corona-Infektionen in Kitas und Horten bekannt. Zuletzt seien es im Schnitt nur etwa sechs Fälle pro Woche gewesen. Nach Angaben von Minister Spahn betreffen nur drei Prozent aller Corona-Fälle in Deutschland kleine Kinder bis fünf Jahre. 

Die wichtigsten Erkenntnisse sind hier zusammengefasst:

  • Weniger als ein Prozent der Kitas und Kindertagespflegestellen mussten in den letzten Wochen coronabedingt ganz oder teilweise schließen. Inzwischen werden in der Regel auch nicht mehr ganze Einrichtungen geschlossen, sondern nur die betroffenen Kita-Gruppen müssen zu Hause bleiben.
  • In etwa einem Viertel der Einrichtungen gab es in den letzten Wochen mindestens einen Verdachtsfall, allerdings haben sich bislang nur sehr wenige als tatsächliche Infektionsfälle erwiesen.
  • Die Zahl der gemeldeten Ausbrüche in Einrichtungen pro Woche bewegen sich bislang im einstelligen Bereich - bei bundesweit über 57.000 Kitas.
  • Knapp fünf Prozent des Personals in Kitas kann aktuell nicht in der Arbeit am Kind eingesetzt werden. Davon ist aber die Hälfte weiterhin in die mittelbare pädagogische Arbeit eingebunden, zum Beispiel für die Dokumentation.

Weitere Informationen zur Studie gibt es auf der Homepage des Bundesfamilienministeriums.

In den Corona-Hotspots wie Berlin nehmen die Corona-Fälle allerdings auch in den Kitas zu. Derzeit sind laut "Berliner Morgenpost" 27 Einrichtungen und 33 Gruppen geschlossen. Eine Charité-Studie untersucht das Infektionsgeschehen.