Ob Leihfahrräder das Stadtbild stören oder nicht, können Städte eeeinflussen.

Leihfahrräder: Wie Städte das Angebot richtig steuern!

Mehrere Städte haben schlechte Erfahrungen mit Leihfahrräder-Anbietern gemacht. Doch was können andere Kommunen aus den Erfahrungen lernen? Wie können sie Probleme in Zukunft vermeiden? Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub gibt Tipps!

Leihfahrräder bieten viele Vorteile: Sie geben denjenigen, die kein eigenes Fahrrad besitzen, die Chance trotzdem in die Pedale zu treten. Sie helfen, den Autoverkehr zu reduzieren und motivieren die Menschen dazu, Sport zu treiben. Ein breites Angebot an Leihfahrrädern kann außerdem den ÖPNV oder das Carhsharing ergänzen und sorgt für einen umweltfreundlichen Verkehr in den Städten. Doch: Durch das große Angebot an Anbietern entstehen auch Nachteile. In letzter Zeit drängen vermehrt Unternehmen wie Mobike, Ofo, OBike und zuletzt LimeBike in den Markt. Aus manchen Städten gibt es Berichte, dass sich einige der Leihfahrräder-Anbieter unkooperativ gezeigt haben. In München wurden praktisch über Nacht extrem viele Räder abgestellt. Die Folge: Die Fahrräder liegen auf Gehwegen und Plätzen und kaputte Fahrräder werden nicht abgeholt. Dies führt zu Unmut - bei Verwaltung und Kunden. Auch wenn andere europäische Großstädte gute Erfahrungen mit Anbietern wie Mobike gemacht haben, drängt sich dennoch die Frage auf, wie solche Probleme in Zukunft vermieden werden können?

Leihfahrräder - Anbietern müssen mit Städten kooperieren!

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) ist genau dieser Frage nachgegangen und hat auf seiner Homepage Tipps veröffentlicht, die zeigen, wie Kommunen das Angebot selbst steuern können: Indem die Städte Kooperationen und Vereinbarungen mit den Anbietern auf freiwilliger Basis abschließen. Dazu gehören unter anderem folgende Themen:

  • Damit die Leihfahrräder nicht die Gehwege verstopfen, könnten die Anbieter ein Bonussystem für virtuelle Abstellzonen einführen: Dazu werden im Vorhinein mehrere Orte markiert, an denen die Leihfahrräder bevorzugt abgestellt werden sollen. Der Kunde startet mit einem "Konto" von 100 Punkten. Stellt er das Rad außerhalb des markierten Bereiches ab, verliert er jedes Mal 10 Punkte. Erreicht er irgendwann 0 Punkte, kann er keine Räder mehr ausleihen. Solche Bonussysteme helfen Anbietern und Städten, das Abstellen der Fahrräder zu kontrollieren.
  • Bereits im Vorhinein sollte sichergestellt werden, dass die Leifahrräder gleichmäßig in der Stadt verteilt werden und nicht nur in den touristisch interessanten Zentren stehen.
  • Ebenfalls geklärt werden sollte die Frage, was mit nicht entsorgten kaputten Fahrrädern passieren soll (Wer übernimmt die Kosten für die Abschleppung?)
  • Der Anbieter sollte eine Info-Hotline einrichten, durch die die Anbieter über falsch abgestellte und kaputte Fahrräder informiert werden können
  • "Wichtig ist auch, dass nur so viele Fahrräder in einer Stadt verteilt werden, wie benötigt werden", ergänzt Timm Fuchs vom DStGB. "Das Institute for Transportation and Development Policy empfiehlt, ein Minimum von 10-30 Rädern pro 1000 Einwohner in dicht besiedelten, urbanen Gebieten", erklärt Fuchs. Auf eine Stadt wie Berlin gerechnet, ergibt das rund 100.000 Leihfahrräder. Eine Stadt wie Kiel mit knapp 250.000 Einwohnern kommt dabei auf 7500 Leihräder.

Sie möchten aus den Erfahrungen anderer Kommunen lernen? Sie möchten wissen, welche Vereinbarungen andere Städte mit den Leihfahrräder-Anbietern getroffen haben? Dann lesen Sie einige Beispiele noch einmal beim ADFC nach. HIER Mehr zum Thema BikeSharung erfahren Sie außerdem auf dem 3. Deutschen Kommunalradkongress, der am 19. September in Göttingen stattfindet. Weitere Infos zu der Veranstaltung finden Sie unter: www.dstgb.de unter der Rubrik: Veranstaltungen. Anbei die Arbeitshilfe des DStGB zum Thema. HIER

Auch von Njema Drammeh