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Mit Saarbob sicher heim

Do, 15.01.2015

Im Auftrag der saarländischen Landesregierung koordiniert das Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH) seit 2009 die landesweite Umsetzung der Bob-Idee. Das Präventionsprojekt gegen Alkohol am Steuer wurde 1995 in Belgien entwickelt. Im Saarland heißt es „Saarbob“.

Bob zu sein bedeutet als Fahrer Verantwortung für Freunde zu übernehmen, keinen Alkohol zu trinken und Freunde sicher nach Hause zu fahren. Bob bekommt in Bob-Lokalen ein alkoholfreies Gratisgetränk als kleine Anerkennung. Sein „Ausweis“ ist ein gelber Schlüsselanhänger. Durch den Schlüsselanhänger soll sich der Träger mit dem Projekt identifizieren und optimalerweise zum Botschafter werden, so die Idee der Organisatoren.

Überzeugen statt belehren

Ziele von Saarbob sind insbesondere die Stärkung der sozialen Kompetenz junger Menschen und die Reduzierung der Verursacher- und Opferrate junger Fahrer (18 bis 24 Jahre) bei Verkehrsunfällen. Diese Altersgruppe verursacht bei der Begehungsart „Pkw“ jeden vierten schweren Verkehrsunfall mit Personenschaden. Dabei sollen die Macher auf den „erhobenen Zeigefinger“ verzichten.„Überzeugen statt belehren!“ heißt die Aufgabe. Bisher mit Erfolg, auf zwei Auszeichnungen ist Saarbob stolz: Die Kreisverkehrswacht Saarlouis erhielt von der „Deutsche Verkehrswacht“ den „mobil-und-sicher-Preis“ in Gold und das LPH einen Sonderpreis beim Saarländischen Weiterbildungspreis. „Saarbob vermittele soziale Kompetenz“, so die Jury.

Kommunen sind wichtige Partner

Strukturell sind die Schwerpunkte bei Saarbob in der Installation dezentraler Bob-Teams in Kommunen, Kreisen und Regionen sowie der Vereinbarung von Kooperationen mit Unterstützern/Sponsoren aller gesellschaftlichen Bereiche zu sehen. Die Landkreise und Kommunen wirken sehr unterschiedlich mit. Während es bei manchen Landratsämtern „Bob-Beauftragte“ gibt, hält bei einer anderen Kommune die Volkshochschule bzw. das Jugendamt die Fäden in der Hand. Diese Vielfalt ist durchaus erwünscht. Kommunen und Landkreise als aktive Partner erhöhen das „subjektive Sicherheitsgefühl“ des Bürgers. Auf die Zahlen im Rahmen der Kommunalprävention ist das Projekt stolz: Die Reduktion von Unfällen ist bereits gelungen, sind sich die Macher sicher. Nach der Langzeitstudie der R+V-Versicherung „Die Ängste der Deutschen“ haben 23 Prozent der Befragten Angst vor Verkehrsunfällen. Ein Beleg, auf kommunaler Ebene in Verkehrssicherheit zu investieren.

Bob-Botschafter sorgen für Aufmerksamkeit

Die Bob Teams waren inzwischen bei mehr als 400 Veranstaltungen dabei. Häufig mit dabei: der Alkohol-Fahrsimulator des „Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr Saar e. V.“ (BADS) und die Touch-Wall (Reaktionstest). Auch die Rauschbrille kam zum Einsatz und sorgt für viele Aha-Effekte. Mit Kampagnen versucht das Projekt immer wieder auf sich aufmerksam zu machen: Das Projekt „Brückenwerbung“ mit großflächigen Bannern machte Saarbob bekannter. Saarbahnen und Busse des Verkehrsverbundes SaarVV beteiligten sich mit einer landesweiten Plakatwerbung. Im Saarland gibt es mehr als 300 Bob-Lokale, 20 selbstverwaltete Bob-Jugendclubs, Sport-Vereinsheime und 60 zertifizierte Bob-Fahrschulen. Zudem bemühen sich die Verantwortlichen, durch die Gewinnung von VIPs aus Politik, Sport und Kultur als Bob-Botschafter bekannter zu werden.

Auch Fahrschulen machen mit

Das LPH bietet für Fahrschulen ein Qualifizierungsseminar „Saarbob in Fahrschulen“ an. Seminarleiterin Nadine Nagel ist selbst Fahrlehrerin und Erziehungswissenschaftlerin: „Fahrschulen als Bildungsinstitution sind wesentlich an dem Prozess der Konsolidierung der Einstellungen von jungen Verkehrsteilnehmern beteiligt. Bedingt durch die Intensität der Fahrausbildung haben Fahrlehrer als Lehrende und Unterstützer die Möglichkeit, diesen Prozess positiv zu begleiten, zu fördern und zu prägen.“ Die Bob-Initiativen aus den Ländern Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland treffen sich seit 2011 jährlich zu einem Erfahrungsaustausch. Sie haben sich zu einem Netzwerk „Bob-Deutschland“ zusammengeschlossen. Bob Deutschland beteiligt sich regelmäßig am Deutschen Präventionstag, so auch 2015 in Frankfurt am Main.

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