Das Mobilitäts-Ranking des ADAC zeigt, wie sich die Menschen auf dem Land fortbewegen und warum.
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Das Mobilitäts-Ranking des ADAC zeigt, wie sich die Menschen auf dem Land fortbewegen und warum.

Mobilitäts-Ranking: Auto, ÖPNV oder Fahrrad?

Fast jeder Haushalt im ländlichen Raum hat mindestens ein Auto. Die Mobilitätswende hat hier noch einen weiten Weg vor sich. An den Gründen sollten die Kommunen arbeiten. Ein Mobilitäts-Ranking des ADAC gibt Aufschluss.

Im letzten Jahr hatte der ADAC ermittelt wie die Menschen sich in der Großstadt fortbewegen, womit sie zufrieden und unzufrieden sind. Nun hat der Verkehrsclub das gleiche Mobilitäts-Ranking noch einmal für den ländlichen Raum durchgeführt. 3.400 Bewohner ländlicher Kommunen aus allen Flächenländern (außer dem Saarland) wurden nach ihrer Verkehrsnutzung befragt. Nicht verblüffend: Über 90 Prozent der Haushalte im ländlichen Raum verfügen über ein Auto. 69 Prozent der Befragten gaben an mehrfach in der Woche mit dem Auto zu fahren. Mit Fahrrad und Öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dagegen gerade einmal jeweils etwas mehr als 10 Prozent mehrmals in der Woche. Doch woran liegt das und was kann dagegen getan werden?

Mobilitäts-Ranking für den Pkw-Verkehr

Am zufriedensten sind die Menschen auf dem Land mit dem motorisierten Individualverkehr. Die Zielerreichung ist in angemessener Zeit möglich und die Anbindung des eigenen Wohnorts an Bundesstraßen und Autobahnen ist zufriedenstellend, gibt eine Mehrheit der Befragten an. Lediglich mit dem Baustellenmanagement sind die Befragten unzufrieden. Die relativ hohe Zufriedenheit ist darüber hinaus über alle Bundesländer ungefähr gleich verteilt. Am zufriedensten sind die Bayern, am unzufriedensten die Brandenburger.

Mobilitäts-Ranking für den ÖPNV

Deutlich geringer fällt die Zufriedenheit mit dem ÖPNV im Mobilitäts-Ranking aus. Relativ zufrieden sind die Befragten mit der Entfernung zur nächsten Bushaltestelle, dem Platzangebot in Bus und Bahn und dem Sicherheitsgefühl. Hoch ist die Unzufriedenheit mit Informationen über Störungen im Betriebsablauf, die Kosten für Bus- und Bahntickets und die Taktung der Verbindungen. Bei der Befragung gaben insgesamt 59 Prozent der Befragten an, dass sie den ÖPNV nie nutzen. Als Begründung nannten die meisten Befragten, dass sie von Start nach Ziel zu oft umsteigen müssen, dass sie ihre Ziele nicht in zumutbarer Zeit erreichen können und dass die Taktung der Linien zu gering ist.

Mobilitäts-Ranking

Beim ÖPNV geht die Zufriedenheit zwischen den Bundesländern stark auseinander. Am zufriedensten sind die Sachsen-Anhaltiner, am unzufriedensten die Rheinland-Pfälzer. Auch die Größe der Kommune macht hier einen Unterschied. Das Mobilitäts-Ranking ist nach Kommunen mit 100 Einwohnern pro Quadratkilometern und Kommunen mit 101-150 Einwohnern pro Quadratkilometern geteilt. Beim motorisierten Individualverkehr und beim Fahrradverkehr gibt es hier in der Zufriedenheit keinen Unterschied. Beim ÖPNV geht die Zufriedenheit bei den dünner besiedelten Kommunen jedoch noch einmal deutlich runter.

Mobilitäts-Ranking für das Fahrrad

Auch bei der Fortbewegung mit Fahrrad ist die Zufriedenheit deutlich niedriger als beim Pkw. Die Befragten sind zwar zufrieden mit dem Angebot und Zustand der Radwege, Winterdienst und Abstellmöglichkeiten bemängeln sie dagegen. 58 Prozent der Befragten gaben außerdem an, das Fahrrad als Verkehrsmittel nicht zu nutzen. Der überwiegende Teil der Befragten gab als Grund an, dass ihre Ziele nicht in zumutbarer Zeit mit dem Fahrrad zu erreichen seien. Im Bundesländervergleich des Mobilitäts-Rankings zeigt sich hier, dass man am Niedersachsen am zufriedensten, in Sachsen-Anhalt am unzufriedensten mit den Gegebenheiten des Fahrradverkehrs ist.

Mobilitäts-Ranking

Insgesamt ergibt das Mobilitäts-Ranking, dass die Menschen auf dem Land mit ihren eigenen Fortbewegungsmöglichkeiten zufrieden sind. Das liegt jedoch überwiegend am motorisierten Individualverkehr. Obwohl die eigene Mobilitätssituation insgesamt positiv bewertet wird, halten die Befragten den ländlichen Raum im Hinblick auf die Mobilität für benachteiligt. 86 Prozent der Befragten geben an, dass man auf dem Land auf ein eigenes Auto angewiesen ist, 78 Prozent bemängeln, dass das Leben auf dem Land deshalb mit höheren Mobilitätskosten verbunden ist und 70 Prozent sind überzeugt, dass auf dem Land mehr Fahrdienst- und Mobilitätsangebote benötigt werden.

Vergleicht man das Mobilitäts-Ranking aus dem letzten Jahr für die Großstädte mit dem aktuellen zum ländlichen Raum, zeigt sich, dass die Probleme genau vertauscht sind. Während 77 Prozent der Befragten zufrieden sind mit der Pkw-Nutzung, sind es in der Stadt nur 28 Prozent. Umgekehr ist es beim ÖPNV. 54 Prozent der Städter sind hier zufrieden, aber nur 32 Prozent der Befragten aus dem ländlichen Raum.

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