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Mülltonnen sollen erst am Vorabend vor die Tür gestellt werden
Mülltonnen sollen erst am Vorabend vor die Tür gestellt werden
© 123rf

Mülltonnen-Knöllchen von der Politesse?

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
22. November 2018
Beim Gelben Sack ist es doppelt ärgerlich - die in vielen Kommunen gültigen dünnen Säcke reißen schnell, Tiere machen sich nachts an ihr zu schaffen, nicht selten fliegt Müll umher. Doch bei der klassischen Mülltonne ist das meist kein Problem. Trotzdem plant eine Kommune nun Bußgelder für Anwohner, die ihre Mülltonne zu früh rausstellen. Und nennt dafür auch triftige Gründe.

Es geht um die Fußgängerzone von Gütersloh in Ostwestfalen. Eine gemütliche Einkaufsstraße mit zahlreichen Altbauten, einer Kirche im Panorama und schön angelegten Gehwegen mit zahlreichen Bänken. Und mittendrin: Die Mülltonnen der Anwohner. Schon einen Tag vor der Leerung der Mülltonnen stünden die Behälter oft auf den Bürgersteigen, bemängelt die zuständige Dezernentin der Stadt, Christine Lang. Wobei sie sich vor allem über die Gelben Säcke ärgert. Denn auch in Gütersloh zerreissen diese häufig und der Müll fliegt dann umher. Das schade dem Stadtbild, so die Dezernentin. Ab dem kommenden Jahr soll es daher Bußgelder geben für diejenigen, die ihren Müll zu früh rausstellen.

Mülltonnen dürfen künftig erst um 19 Uhr vor die Tür 

"Die öffentliche Hand und private Initiativen investieren viel Geld, um die Innenstadt attraktiv zu gestalten", argumentiert Lang. Daher fordert die Verwaltung nun, dass der Müll erst ab 19 Uhr am Vortag vor die Tür gestellt werden darf. Wer sich nicht dran hält, riskiert ein Bußgeld. 20 Euro hat sich die Verwaltung dafür überlegt. Die Politessen der Stadt sollen die Anordnung überprüfen und die im Fall des Falles die Mülltonnen-Knöllchen verteilen. Möglich machen soll es eine Satzungsänderung. Dort heißt es bisher, dass die Mülltonnen morgens bis spätestens 7 Uhr an der Straße stehen müssen, wenn sie abgeholt werden sollen. Also: Spätestens. Wann er frühestens stehen darf, ist bisher nicht geregelt. Die Regelung soll allerdings künftig nur für den Innenstadtbereich gelten - außerhalb gebe es keinen Handlungsbedarf, so die Stadt. 

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Noch ist das Bußgeld und die Verordnung aber nicht in trockenen Tüchern. Erst muss der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung noch den Plänen der Verwaltung zustimmen. Ob der aber zustimmt, gilt noch nicht als sicher. Denn nach der gestrigen Ankündigung laufen in den sozialen Netzwerken in Gütersloh die Kommentare bereits heiß. "Hat die Stadt keine anderen Probleme", ist dabei noch eine der harmloseren Kommentare. Auch bei der örtlichen Regionalzeitung haben sich innerhalb weniger Stunden zahlreiche Bürger beschwert und kritisieren das Vorhaben, der örtliche lokale Radiosender berichtet ebenfalls von einer Welle der Empörung bei seinen Hörern. Offizielle Stellungnahmen der politischen Parteien im Ort gibt es bisher noch nicht. Der Stadtrat tagt erst wieder kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember. 

Gelber Sack statt gelber Tonne ? 

Zeitgleich mit der Ankündigung der Stadt läuft in Gütersloh zur Zeit eine Diskussion, die gelben Säcke auf eine gelbe Tonne umzustellen. Dazu will die Stadt  eine repräsentative Umfrage durch ein Institut beauftragen. Anfang des Jahres sollen die Bürger befragt werden. Ein Wechsel wäre aufgrund laufender Verträge frühestens im Jahr 2021 möglich. Für die Umfrage nimmt die Stadt 6000 Euro in die Hand. 

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