Die kanadische Stadt Vancouver will den Radverkehr bis 2040 um 12 Prozent erhöhen

Radverkehr fördern - diese Stadt gibt Vollgas!

Vancouver will den Radverkehr in der Stadt weiter fördern - und setzt dafür auf abgetrennte und auffällige Zweibahnfahrradwege, die den Einwohnern ein starkes Sicherheitsgefühl vermitteln. Außerdem müssen Fahrradfahrer ihr Rad nicht abschließen und stehen lassen, wenn sie in einen Bus einsteigen wollen, sondern können es ganz einfach mitnehmen...

Seit 2011 arbeiten Stadtrat, Bürger, Unternehmen und andere Organisationen in Vancouver an einem Ziel: Die Stadt will die grünste Stadt der Welt werden! Dafür hat die Stadt den "Greenest City Action Plan" ins Leben gerufen. Neben sozialen und umweltpolitischen Projekten will Vancouver damit auch den Fahrradverkehr fördern. Die festgelegten Ziele, die Vancouver bis 2020 erreichen will, sind:

  • Die Einwohner sollen 50 Prozent der in der Stadt zurückgelegten Fahrten zu Fuß, mit dem Fahrrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln laufen beziehungsweise fahren
  • Die mit dem Auto durchschnittlich gefahrene Strecke je Bewohner soll um 20 Prozent gesenkt werden - im Vergleich zum Jahr 2007

Und tatsächlich hat die kanadische Stadt ein Ziel bereits erreicht: Im Jahr 2016 haben der Fußverkehr, Radverkehr und der ÖPNV zusammen schon 50 Prozent des Gesamtverkehrsaufkommen erreicht. Doch es soll noch weitergehen: Bis 2040 soll der Anteil des Fußverkehrs von 17 Prozent (2011) auf 22 Prozent wachsen. Der Radverkehr soll von 4 Prozent auf 12 Prozent steigen und bis 2040 sollen 33 Prozent aller Wege mit dem ÖPNV zurückgelegt werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es nur 23 Prozent. Um das Ziel allerdings zu erreichen, müssten mehr Kanadier ihr Auto stehen lassen, weshalb es auch ein Ziel von Vancouver ist, den Individualverkehr von 54 Prozent auf 33 Prozent zu senken.

Aber durch welche Maßnahmen will Vancouver den Radverkehr weiter fördern?

In der gesamten Stadt gibt es klar erkennbare Radwege, durch die der Radverkehrsanteil in den letzten Jahren sowieso schon gestiegen ist. Auf den sogenannten "Green Lanes" können die Fahrradfahrer in zwei Richtungen fahren. Zusätzlich haben die beiden großen Brücken Radwege, die durch große Betonpoller abgeschirmt werden. Um den Radverkehr noch weiter zu fördern, bietet die Stadt gemeinsam mit der örtlichen Busgesellschaft Bike-Sharing an, das Touristen wie auch Einheimische nutzen können. Rund 1500 Fahrräder an 150 Stationen stehen Interessierten bereits zur Verfügung. Zusätzlich gibt es aber noch einen Clou: Die Busse haben vorne einen Ständer, der mehrere Fahrräder halten kann. Damit können Fahrradfahrer kurze Strecken mit dem Rad abfahren und müssen auch auf längeren Strecken nicht aufs Fahrrad verzichten, weil sie es mit dem Bus mitnehmen können. Während die Fahrradmitnahme in einem deutschen Bus deutlich komplizierter ist, profitieren die Kanadier von dem einfachen, aber modernen Transportsystem.

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