Strafzettel an der Supermarktkasse zahlen
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Köln startet Pilotprojekt!

Strafzettel an der Supermarktkasse zahlen

Die Stadt Köln will, dass die Bürger ihre Knöllchen in Zukunft einfacher bezahlen können und startet dafür ein Pilotprojekt. Doch neben positiven Stimmen gibt es auch Kritik.

Das Knöllchen entspannt mit dem Wocheineinkauf an der Supermarktkasse zahlen?

Genau das will die Stadt Köln jetzt ermöglichen. Das gab sie vor ein paar Tagen bekannt.

Dafür will sie ein Pilotprojekt ins Leben rufen, das im Frühjahr  beginnt. Die Stadt will den Bürgern damit einen einfacheren Service anbieten. Bislang konnten die Bürger ihre Strafzettel nur per Überweisung begleichen. Das neue Projekt aber soll nun eine Alternative zur Online-Überweisung darstellen und denjenigen, die kein Online-Banking nutzen, den Gang zur Bank sparen.

Für sich selbst rechnet Köln allerdings nicht mit einer Vereinfachung, beziehungsweise weniger Verwaltungsaufwand: "Ob per Überweisung oder im Supermarkt bezahlt wird, macht für die Stadt Köln keinen Unterschied", macht ein Stadtsprecher deutlich.

Strafzettel an der Kasse zahlen - Das Angebot könnte in Zukunft ausgeweitet werden

Für das Projekt wird ein bestimmtes System verwendet, dass momentan in Drogerieläden wie Rossmann und dm, aber auch in Supermärkten wie Rewe, Penny und Real angeboten wird. Und so funktioniert es: Man bekommt einen Barcode per Post zugestellt und kann diesen dann beispielsweise an der Kasse im Supermarkt scannen lassen und anschließend das Geld bezahlen.

Strafzettel in Köln an der Supermarktkasse zahlen

Zwar sollen die Kassierer nicht einsehen können, um welche Art von Knöllchen es sich handelt, aber dennoch gibt es Bedenken an dem Projekt: Aus Sicht der Datenschutzaktivistin Rena Tangens sollte man nicht "jegliche Art des Datenschutzes der Bequemlichkeit opfern." Sie sieht darin sonst eine "äußerst fragwürdige Überschneidung von Verwaltung und Privatwirtschaft."

Der Handelsverband NRW hingegen bezeichnet das Vorhaben als "spannendes Pilotprojekt", das er aufmerksam beobachten wolle.

Köln kann sich auch vorstellen, das Projekt auf andere Verwaltungsbereiche mit Geldtransfer auszuweiten, wie zum Beispiel das Auszahlen von Leistungen des Sozialamtes. Zudem erklärte der Systemhersteller, dass in diesem Jahr noch eine weitere Großtadt das neuartige Bezahlsystem bei sich umsetzen will.