familienfreundlichsten Städte
Hier fühlen sich Familien wohl
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Familienfreundlichkeit

Die familienfreundlichsten Städte Deutschlands

Welche Städte sind besonders attraktiv für Familien? Welche bieten Eltern und Kindern die besten Rahmenbedingungen? Eine exklusive Studie für KOMMUNAL zeigt: Vorne liegen zahlreiche ländliche Regionen, wie Henner Lüttich, Geschäftsführer des Standortanalysetools Contor, für uns exklusiv ermittelt hat.

Sie sollen im Kindergarten gefördert werden, in der Schule viel lernen, nachmittags sicher wieder nach Hause kommen und viele Entfaltungsmöglichkeiten haben – Eltern wünschen sich das beste Umfeld für ihre Kinder. Doch wo finden sie die familienfreundlichsten Städte? Viele Jahre galten nur Ballungsräume, Metropolen und Großstädte als lebenswerte Wohnorte. Nicht nur hippe Youngster, Singles auf der Suche nach dem ultimativen Lebenskick oder Angestellte multinationaler Großkonzerne zog es in die Großstädte, auch auf Familien oder Paare mit Familienwunsch übten Metropolen ihre Sogwirkung aus. Denn oftmals galten Klein- und Mittelstädte als uncool, die eine schlechte Infrastruktur und kaum Bildungsmöglichkeiten aufweisen und damit keine Zukunftschancen haben. Mittlerweile hat sich diese Sichtweise ein wenig relativiert. Denn was nutzt die Infrastruktur eines Ballungsraums, wenn sie marode oder verstopft ist und man Zielorte nur verspätet und mit Schwierigkeiten erreicht? Was nutzt der Wunschort Großstadt, wenn dort Wohnraum gar nicht erst zur Verfügung steht oder nur zu Preisen, die insbesondere für Familien nur noch schwer zu tragen sind? Vielleicht bieten sich Klein- und Mittelstädte doch als lebenswerte Alternativen für Familien an? Wir als Standortanalysetool haben daher exklusiv mit KOMMUNAL 585 deutsche Mittelstädte auf ihre Familienfreundlichkeit untersucht. Der Fokus lag dabei auf Städten mit Einwohnerzahlen zwischen 20.000 und 75.000 Menschen.

Das sind die Faktoren für die familienfreundlichsten Städte Deutschlands

Dafür haben wir zunächst einmal die Faktoren bestimmt, die Städte und Gemeinden attraktiv für Familien machen. So soll zum Beispiel die Einwohnerzahl möglichst wachsen oder zumindest relativ hohe Geburtenziffern aufweisen, weil diese darauf hinweisen, dass es einen hohen Familienanteil gibt und sich auch andere Familien im Ort wohlfühlen. Eine steigende Bevölkerungszahl deutet darauf hin, dass die Stadt als attraktiv wahrgenommen wird und deswegen mehr Menschen anzieht. Des Weiteren muss auch die Verkehrsinfrastruktur ausreichend sein, damit die Einwohner auch andere Städte und Regionen gut und schnell erreichen können. Insbesondere für Familien spielt die finanzielle Sicherheit eine große Rolle. Deshalb soll die Wahrscheinlichkeit, von Arbeitslosigkeit und Insolvenzen bedroht zu werden, möglichst gering sein. Die Region sollte einen gewissen Wohlstand bieten oder sich in positive Richtung bewegen. Im Vergleich mit anderen Städten und Regionen sollte viel Wohnraum zur Verfügung stehen und dies zu vertretbaren Preisen, die sich Eltern auch leisten können. Möglichst wenige Kinder und Jugendliche sollten die Schule abbrechen und die Stadt sollte starke Erziehungs-, Unterrichts- und Bildungsmöglichkeiten bieten. Schließlich sollen die Kinder später auf eigenen Beinen stehen und einen guten Job ergattern und das funktioniert besonders gut mit einer guten Ausbildung.

Die familienfreundlichsten Städte Deutschlands

Das sind die Plätze 21-50 der familienfreundlichsten Städte

  1. Glauchau
  2. Limburg a.d. Lahn
  3. Bautzen
  4. Meißen
  5. Laupheim
  6. Schweinfurt
  7. Schwäbisch Hall
  8. Schifferstadt
  9. Schwandorf
  10. Gummersbach
  11. Cloppenburg
  12. Weilheim i. OB
  13. Plauen
  14. Buchholz in der Nordheide
  15. Deggendorf
  16. Biberach an der Riß
  17. Herzogenaurach
  18. Kleinmachnow
  19. Mössingen
  20. Offenburg
  21. Rottweil
  22. Winsen (Luhe)
  23. Stade
  24. Traunreut
  25. Öhringen
  26. Emmendingen
  27. Bad Soden am Taunus
  28. Tuttlingen
  29. Lindau (Bodensee)
  30. Pfaffenhofen a.d. Ilm

Städte im Zentrum und im Süden Deutschlands liegen vorne

Nur: Welche Städte sind nun besonders geeignet für Familien? Ein Blick auf unsere Karte zeigt, dass insbesondere die kleinen und mittelgroßen Städte im Zentrum sowie im Süden besonders gut abschneiden. So brauchen Familien keine Angst zu haben, in mittleren Städten abgehängt zu werden und ihren Kindern keine Bildungs-, Entwicklungs- und Zukunftschancen geben zu können. Im Gegenteil bieten wahrscheinlich viele kleinere und eher ländlich geprägte Städte vernünftige Verkehrsanbindungen, eine größere soziale Balance, ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum und sehr gute Erziehungs- und Bildungschancen. Dabei sind die Unterschiede natürlich groß und jede Stadt bietet ihre eigenen individuellen Vor- und Nachteile. Am Beispiel von Passau auf Rang 1 zeigt sich, wieso manche Städte so positiv abschneiden: Passau hat eine positive Bevölkerungsentwicklung erfahren, jedoch leben relativ wenige junge Menschen in Passau. Die Verkehrsanbindungen sind hervorragend, die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen überdurchschnittlich gut, auch Wohnraum scheint vergleichsweise ausreichend vorhanden zu sein, wenn auch zu eher durchschnittlichen Preisen. Während die Zahl der Schulabbrecher im Landkreis nur sehr leicht unter dem Durchschnitt liegt, bietet die Stadt mit einem hohen Anteil an Beschäftigten im Bereich Erziehung und Unterricht den Familien wahrscheinlich gute Bildungschancen.

Sie wollen wissen, auf welchem Rang Ihre Stadt liegt und mit welchen individuellen Faktoren Ihre Kommune besonders punktet ? Dann rufen Sie die komplette Studie auf unter: www.contor.org/studien/kommual

Auch von Henner Lüttich