Kita - beitragsfrei machen oder qualitativ verbessern?
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Wenn sie sich zwischen Beitragsfreiheit und besserer Qualität entscheiden müssen, sind die meisten Eltern gerne bereit Kita-Beiträge zu zahlen.

Umfrage: Eltern wollen keine beitragsfreie Kita

Di, 23.10.2018

Ob die beitragsfreie Kita kommt und wo wird nach wie vor heiß diskutiert. Eine repräsentative Umfrage von YouGov zeigt nun allerdings: Den Eltern ist eine Qualitätssteigerung viel wichtiger als die Beitragsfreiheit.

Das "Gute-Kita-Gesetz" ist schon seit Monaten in aller Munde. Unter anderem soll es die Qualität der Kitas im ganzen Land verbessern, aber auch bundesweit angleichen. Doch der Teil des Gesetzes, der deutlich stärker fokussiert wird, ist die mögliche Beitragsfreiheit von Kitas durch das Gesetz. Diese wird von vielen Organisationen kritisch gesehen, unter anderem von der Unternehmensgruppe Fröbel, die Träger von Kitas, Kindergärten und weiteren Kinder- und Jugendeinrichtungen ist. Von YouGov hat das Unternehmen nun eine repräsentative Umfrage bei 1.057 Eltern aus ganz Deutschland durchführen lassen, um auch deren Meinung in die Diskussion einbringen zu können.

Kita-Beitreuungsschlüssel muss besser werden

Insgesamt bewerten 66 Prozent der befragten Eltern die Qualität der Kita höher als die Möglichkeit sie beitragsfrei zu nutzen. Zudem sind zwei Drittel der befragten Eltern der Ansicht, dass die Erzieher zu wenig Zeit für die individuelle Betreuung ihrer Schützlinge haben. "Als Träger sehen wir uns durch die Umfrage unter Eltern in unseren Forderungen gestärkt", sagt Stefan Spieker, Geschäftsführer von Fröbel. "Die Beitragsfreiheit, die immer mehr Bundesländer anstreben, darf nicht zu Lasten der Qualität in Kindergärten gehen. Vielmehr muss aus unserer Sicht die Verbesserung der Qualität in Kitas - insbesondere eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels - Vorrang haben."

Qualität und Beitragsfreiheit bei der Kita

Besonders die enormen Unterschiede der Betreuungsschlüssel, besonders zwischen Ost und West, kritisiert Fröbel. Nur durch eine Angleichung könne eine gleichwertige Kinderbetreuung in ganz Deutschland gewährleistet werden. "Bei Fachkraft-Kind-Relationen von 1:8 bei unter Dreijährigen oder 1:12 bei über Dreijährigen, wie wir sie in einigen Bundesländern haben, ist eine individuelle Betreuung und damit frühkindliche Bildung oftmals kaum noch möglich", sagt Spieker. "Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz primär für die Verbesserung der Qualität genutzt werden." Die jüngste Umfrage von YouGov ist nicht die einzige, die vor den Folgen der beitragsfreien Kita warnt. Besonders eine Studie von Bertelsmann hatte Mitte des Jahres für viel Aufsehen gesorgt.

Individuelle Förderung in Kitas

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