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Verkehrsschilder werden häufig ignoriert - dieses hier aber nachweislich nicht!
Verkehrsschilder werden häufig ignoriert - dieses hier aber nachweislich nicht!
© Imago

Dialog-Displays

Verkehrsschilder-Studie: Mit Smileys die Verkehrssicherheit erhöhen

von Christian Erhardt-Maciejewski
Chefredakteur | KOMMUNAL
19. August 2020
Tempolimits werden von Autofahrern häufig ignoriert. Besonders gefährlich ist das vor Schulen oder Kindergärten. Wie ein Belohnungssystem dagegen helfen kann und Verkehrsplaner zudem spannende Daten bekommen.

Wechseln wir noch mal kurz ins klassische Amtsdeutsch: Wir sprechen in diesem Beitrag über Dialog-Displays im Straßenverkehr. Das sind Verkehrsschilder, aber keine offiziellen Verkehrszeichen, sie ersetzen also nicht das Tempo 30 Schild vor der Schule. Aber sie ergänzen es.

Moderne Displays arbeiten mit Emotionen. Angezeigt wird per Smiley ein Gemütszustand – lächelnd oder eben traurig. Was im Straßenverkehr und vor Schulen ganz witzig aussieht, hat auch nachweislich einen Effekt. Ein Forscherteam aus Berlin hat die Wirkung der Dialog-Displays ausgewertet. Demnach reduzieren Autofahrer vor einem solchen animierten Smiley ihre Geschwindigkeit im Durchschnitt um zwei bis vier Km/h. Jeder zweite, der zu schnell an der Schule oder Kita vorbeifuhr, hat seine Geschwindigkeit deutlich – im Schnitt um fünf bis sechs Stundenkilometer – angepasst. Macht im Ergebnis der Forscher einen Wert von 42 bis 64 Prozent weniger Raser. Sprich, die Zahl derjenigen, die mit mehr als Tempo 30 durch eine solche Zone fuhren, reduzierte sich um bis zu 64 Prozent. Und offenbar gibt es einen Lerneffekt: Autofahrerinnen und Autofahrer, die regelmäßig die Strecke nutzen, hatten ihre Geschwindigkeit spätestens beim vierten Mal in aller Regel automatisch schon angepasst. Eine Art Lerneffekt. Einziger Haken: Sobald die Smileys wieder abgebaut wurden, kehrten die Autofahrer zu ihrem alten Verhalten zurück.

Verkehrsschilder sammeln spannende Daten - ganz ohne Video-und Bildaufzeichnung 

Woher die ganzen Zahlen stammen? Auch das ist ein toller Nebeneffekt der Geräte für Kommunen. Denn sie sammeln Daten, ganz ohne Videokamera. Die Zahl der vorbeifahrenden Autos kann ebenso gespeichert werden wie die genaue Geschwindigkeit und vieles mehr. Für Verkehrsplaner gibt das spannende Einblicke.

Eine Tatsache, die immer mehr Kommunen einsetzen und die daher auch häufig gefördert wird. In Thüringen etwa gibt es für Städte und Gemeinden, die das nicht amtliche Verkehrszeichen mit Belohnungssystem aufstellen wollen, Zuschüsse von bis zu 1000 Euro pro Gerät vom Land. Zum Vergleich: Ein gutes Dialog-Display kostet etwa 2500 bis 3000 Euro. In Hessen verlost das Verkehrsministerium jedes Jahr solche Geräte an interessierte Kommunen. Die Zahl der Bewerbungen zeigt hier das Interesse vor Ort.

Kurzum: Die Geräte nehmen nicht nur den erhobenen Zeigefinger herunter und arbeiten lieber spielerisch mit Emotionen, sie sorgen auch nachweislich für mehr Verkehrssicherheit!

Verkehrsschilder mit Smiley schon für unter 1400,- Euro 

Kommunen, die online ein solches Verkehrsschild kaufen und es dann in ihrer Gemeinde selbst installieren, können zudem viel Geld sparen. Ein Preisvergleich im Netz zeigt, dass die Geräte schon für weniger als 1500 Euro zu bekommen sind. So finden Sie auf der Seite www.kommunalbeschaffung.de Geräte zur Selbstmontage schon für 1395,- Euro (Transparenzhinweis: Das Portal www.kommunalbeschaffung.de gehört wie dieses Magazin zur Zimper Media GmbH) 

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