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  1. Politik
  2. Wolf im Jagdrecht: Was Kommunen jetzt dürfen – und was nicht
Wolf
Um den Umgang mit dem Wolf wird gestritten.
© Adobe Stock

Wolfsmanagement

Wolf im Jagdrecht: Was Kommunen jetzt dürfen – und was nicht

von Benjamin Lassiwe
Reporter | KOMMUNAL
25. Juni 2025
Die Rückkehr des Wolfs spaltet das Land: Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt arbeitet dafür, Problemwölfe entnehmen zu können, der BUND drängt auf mehr Herdenschutz und Schäfer im Schwarzwald bangen um ihre Existenz. Nun soll das Tier ins Bundesjagdgesetz – ein politischer Schritt, der die Debatte neu anfacht.

„Dass der Wolf ins Jagdgesetz soll, ist eine richtig gute Nachricht“, sagt Constance von Buchwaldt. Die Bürgermeisterin der im Osten von Mecklenburg-Vorpommern gelegenen Gemeinde Feldberger Seenlandschaft weiß, wovon sie spricht: Schon seit vielen Jahren gibt es hier Probleme mit den Raubtieren. „Wir gehören zu den Gemeinden, die regelmäßig einen Antrag auf Entnahme einzelner Problemwölfe stellen.“

Wenn der Wolf ins Dorf kommt

Denn immer wieder würden in den Dörfern im Naturpark Feldberger Seenlandschaft Tiere bis in die Siedlungen vordringen. „Als Kommune sind wir für die Sicherheit und die Ordnung in den Gemeinden verantwortlich“, sagt Constance von Buchwaldt. Seit 2020 dokumentiere man deswegen alle Nahbegegnungen zwischen Wolf und Mensch. Genutzt hat es bisher allerdings nur wenig: Die Anträge auf Entnahme einzelner Problemwölfe, die die Mecklenburger Bürgermeisterin stellte, wurden alle abgelehnt.

Constance Buchwald

Die Anträge auf Entnahme einzelner Problemwölfe, die wir stellten, wurden alle abgelehnt.

Constance von Buchwaldt, Bürgermeisterin der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft

200 Rudel – und kein Ende in Sicht

Nach vielen Jahrzehnten der Ausrottung war im Jahr 2000 der erste Wolfswelpe in Deutschland geboren worden. Während sich die ersten Rudel der nach europäischem Recht streng geschützten Raubtiere zunächst auf alten Truppenübungsplätzen ansiedelten, sind heute große Teile der Bundesrepublik wieder vom Wolf besiedelt. Insgesamt gibt es über 200 Wolfsrudel in Deutschland: Sie leben vor allem nordöstlich einer gedachten Linie, die von Görlitz über den Norden Sachsens und Sachsen-Anhalts in die Lüneburger Heide führt. Vereinzelt kommen die Tiere aber mittlerweile in allen Bundesländern außer den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen vor. 

Angst auf dem Land: Wenn Weidetiere zur Zielscheibe werden

Wo sie auftauchen, sorgen sie vor allem im ländlichen Raum für Ärger. Vor allem, wenn hungrige Wölfe Schafe, Ziegen und anderen Nutztiere reißen, kommt es zur Eskalation. Selbst im Schwarzwald, wo die Wölfe gerade erst ankommen. Dort haben im vergangenen Jahr die Bürgermeister von 24 Gemeinden eine Resolution verfasst: „Unsere Landwirte bangen um ihre Weidetiere, Menschen haben Angst spazieren zu gehen, Touristen scheuen die Wanderwege“, hieß es darin. „Sogar manche unserer Kindergärten ziehen in Betracht, Ausflüge in gewisse Waldgebiete zu meiden, von den Existenzsorgen der hier ansässigen Waldkindergärten ganz zu schweigen.“ Ein sofortiges Handeln sei dringend erforderlich. „Ein Zusammenleben mit dem Wolf ohne Regulierung ist aus unserer Sicht schlichtweg nicht möglich.“

Schwarzwald - Herdenschutz nicht möglich?

Im Biosphärengebiet Schwarzwald seien vor allem kleine landwirtschaftliche Betriebe tätig, wobei gerade die zahlreichen in Vertragsnaturschutz und Landschaftspflege aktiven Betriebe Nutztiere hielten. Eine Besonderheit sei die sehr stark verbreitete Mutterkuh- und Ziegenhaltung. Die Beweidung konzentriere sich vor allem auf die sogenannten „Allmendweiden“, eines der Hauptmerkmale des UNESCO-Biosphärengebiets Schwarzwald. „Ob es künftig noch möglich ist, Rinder und Ziegen auf den Allmendweiden und den privaten Weideflächen grasen zu lassen, entscheidet nicht nur über deren Erhalt, sondern auch darüber, ob künftig noch die vielen artenreichen Weide- und Wiesenlandschaften des Schwarzwalds erhalten werden können“, hieß es in der Resolution. Dies seien aber auch die biologisch artenreichsten Flächen.

Die Bürgermeister argumentierten weiter, dass im Schwarzwald mit seiner bergigen Topografie ein effektiver Herdenschutz kaum möglich sei, und forderten die Landes- und die Bundesregierung auf, Maßnahmen zu ergreifen, die die Entnahme von Wölfen schon nach einem einzigen Übergriff auf Nutztiere ermöglichen sollte. Zudem sollte auf der Bundesebene ein weiteres Wachstum der Wolfsbestände verhindert und eine effektive Bejagung der Tiere ermöglicht werden.

Wolf

Brandenburg als Hotspot der Konflikte

Von den Wolfsschäden besonders betroffen ist das Land Brandenburg. Hier leben nach Angaben des Landesamts für Umwelt 58 Wolfsrudel, also etwa ein Viertel des deutschen Gesamtbestands an Wölfen. Und auch wenn eine „Kleine Anfrage“ im Brandenburger Landtag kürzlich ergab, dass die Zahl der Wolfsrisse im Land im vergangenen Jahr zurückgegangen ist – die Konflikte zwischen Naturschutz und Landwirtschaft bleiben, und sind in ihrer Tonalität dieselben, wie im Brief der Schwarzwald-Bürgermeister: Die einen wollen mehr Herdenschutz, die anderen wollen Wölfe schießen. 

Herdenschutz wirkt

„Die Zahlen verdeutlichen, dass der empfohlene Herdenschutz in Brandenburg wirksam ist“, sagt etwa der Landesvorsitzende des BUND Brandenburg, der frühere Landtagsabgeordnete Carsten Preuß. „Den deutlichen Rückgang der Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere im Jahr 2024 finden wir sehr erfreulich.“ Damit werde auch deutlich, dass der Herdenschutz viel wichtiger sei als die Jagd auf Wölfe. Hingegen verweist der Präsident des Landesbauernverbands, Henrik Wendorff, darauf, dass vielen kleinen Betrieben das Procedere der Antragstellung für Ausgleichszahlungen für gerissene Tiere oder für Schutzmaßnahmen viel zu kompliziert sei. „Das scheuen viele Landwirte“, sagt Wendorff. Dass die Zahl der Wolfsübergriffe in Brandenburg insgesamt rückläufig sei, liege auch daran, dass viele kleinere Halter schlicht aufgegeben hätten. „Die Last, Vorsorge zu betreiben, liegt weiter ausschließlich beim Landwirt.“ 

Signal aus Brüssel – und ein einstimmiger Beschluss in Deutschland

Perspektivisch allerdings könnten solche Debatten der Vergangenheit angehören: Anfang Mai nämlich beschloss das Europäische Parlament, den Schutzstatus des Wolfes von „streng geschützt“ auf „geschützt“ herabzustufen. Die Mitgliedsstaaten der EU erhalten dadurch mehr Spielraum beim Umgang mit dem Wolf: Sie können flexiblere Maßnahmen ergreifen, „um das Zusammenleben von Mensch und Wolf zu verbessern und die Auswirkungen wachsender Wolfsbestände besser zu bewältigen“, heißt es in einer Mitteilung des Parlaments. 

Was die Aufnahme ins Jagdgesetz wirklich bedeutet

Was in Deutschland konkret die Aufnahme des Wolfs ins nationale Jagdrecht bedeutet. Hier hat sich in den letzten Monaten vor allem das Land Brandenburg mit seiner Agrarministerin Hanka Mittelstädt und ihrem Staatssekretär Gregor Beyer hervorgetan. Auf der Umweltministerkonferenz der Länder hatten beide einen Antrag zur Aufnahme der Raubtiere in das Bundesjagdgesetz vorgelegt. Er wurde dort einstimmig, also auch parteiübergreifend, beschlossen. „Uns geht es nicht darum, den Wolf wieder aus Deutschland zu vertreiben“, sagt Mittelstädt. „Der Wolf gehört zu unserer Landschaft.“ Gleichzeitig müsse man aber die berechtigten Interessen der Bevölkerung im ländlichen Raum und der Weidetierhalter berücksichtigen und ernst nehmen. „Neben einem effektiven Bestandsmanagement gehört dazu auch weiterhin, Präventionsmaßnahmen zu fördern und die vom Wolf verursachten Schäden schnell auszugleichen.“ 

209 

Wolfsrudel leben zurzeit in Deutschland.
58 

davon sind in 

Brandenburg 

ansässig.

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