Direkt zum Inhalt

Secondary Navigation

  • E-Paper
  • Podcast
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Newsletter
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  • Anmelden
 

IMMER INFORMIERT BLEIBEN!

Jetzt unsere redaktionellen Newsletter abonnieren und die Neuigkeiten der kommunalen Welt kommen direkt in Ihr Postfach.

Mehr erfahren
Home
Home

Main navigation

  • K+

Mobile Navigation

  • Anmelden
  • Politik
  • Praxis
  • Panorama
  • K+
  • Bestellen
  • E-Paper
  • Newsletter
  • Webinare
  • Messe
  • Veranstaltungen
  • Podcast
  • Stellenmarkt
  • Kontakt
  1. Politik
  2. Wie gut sind Kommunen auf einen möglichen Kriegsfall vorbereitet?
Feldbetten - Vorbereitung auf den Ernstfall, Krieg
© Adobe Stock

Sicherheit

Wie gut sind Kommunen auf einen möglichen Kriegsfall vorbereitet?

von Benjamin Lassiwe
Reporter | KOMMUNAL
21. Mai 2025
Ein kleiner Ort in Oberschwaben, eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, ein Kreis in Mecklenburg-Vorpommern – Kommunen beginnen, sich systematisch auf den Verteidigungsfall vorzubereiten. Bürgermeister fordern klare Vorgaben und Unterstützung vom Bund.

Bei der Bundeswehr diente er als Offizier. Heute ist Patrick Söndgen Bürgermeister der 3.000-Einwohner-Gemeinde Bodnegg im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg. Einem Dorf in der hügeligen Landschaft Oberschwabens, nördlich des Bodensees. Doch was der Bürgermeister sagt, passt so gar nicht in die süddeutsche Idylle: „Wir müssen uns auch als Kommune auf den Verteidigungsfall vorbereiten.“ Denn: „Die Bundeswehr warnt schon länger davor, dass Angriffe auf das Territorium der NATO möglich sind“, sagt er. „Solche Szenarien habe ich in meiner aktiven Zeit als Offizier geübt.“  In seiner Masterarbeit beschäftigte sich der schwäbische Bürgermeister mit den Konsequenzen solcher Bedrohungen für die kommunale Ebene.

Krieg und Verteidigungsfall: Kommune ohne Strom?

Die kommunale Familie ist nach Ansicht Söndgens noch nicht hinreichend vorbereitet. Auch Bodnegg nicht. „Wir haben mit der Feuerwehr geübt, ob unser Rathaus im Fall des Falles mit deren Notstromaggregat zu versorgen wäre“, sagt Söndgen. „Das geht – aber dann hätte die Feuerwehr kein Notstromaggregat mehr für irgendeinen anderen Einsatz zur Verfügung.“ Der Bürgermeister überlegt deshalb, ein eigenes Notstromaggregat für das Rathaus anzuschaffen.

Patrick Söndgen, Bürgermeister

Wir müssen uns auch als Kommune

auf den Ver­teidigungs­fall vorbereiten.“

Patrick Söndgen, Bürgermeister von Bodnegg

„Wer in seiner Kommune einen Flughafen, ein großes Serverzentrum oder Rüstungsindustrie hat, muss im Verteidigungsfall damit rechnen, ein Angriffsziel zu sein“, sagt Söndgen. „Eine Wohngemeinde wie Bodnegg ist da uninteressant – die Kosten eines Angriffs wären im Verhältnis zum Nutzen viel zu hoch.“ Der eigene Ort kommt dann ins Spiel, wenn Menschen nahegelegene Nachbarorte verlassen. „Dann bräuchten wir Feldbetten, Decken oder auch Technik zur Wasseraufbereitung, um die Grundbedürfnisse der Menschen zu decken.“ Geklärt werden sollte auch: „Wo schicke ich den Bauhof hin, um Lebensmittel zu beschaffen, damit wir in der Schulküche einige Zeit für die Menschen kochen können?“ Söndgens Erfahrung: „Jedes Mal, wenn man ein Problem andenkt und meint, es gelöst zu haben, tauchen gleich zwei weitere Baustellen auf.“ Zumal eine gute Vorbereitung auf den Krisen- und Katastrophenfall auch Ressourcen kostet. Das aber kann sich ein kleiner Ort wie Bodnegg kaum leisten. „Die Verteidigung ist eine Bundesangelegenheit“, sagt Söndgen. „Deswegen sollte von dort eigentlich auch Geld für solche Dinge kommen.“

Zivilschutz von der Schuldenbremse ausgenommen

Der Verteidigungspolitiker Johannes Arlt sieht das ähnlich. Er war ebenfalls Offizier und gehörte in der vergangenen Legislatur dem Deutschen Bundestag an. Gegenüber „KOMMUNAL“ kritisiert Arlt: „Es gibt kein gemeinsames Ziel und kein gemeinsames Level für die Rolle der Kommunen in der Zivilverteidigung.“  Seine Einschätzung: „Kommunen können sich derzeit nur schwer sinnvoll auf den Verteidigungsfall vorbereiten, weil bundesweit weder Mindeststandards noch Vorbereitungslevel definiert sind.“ Er fordert: „Wir brauchen eine Zielvorgabe, am besten vom Bund, was der Mindestbedarf in der Zivilverteidigung ist.“ Da der Bund den Zivilschutz von der Schuldenbremse ausgenommen habe, sei es möglich, entsprechende Maßnahmen „vernünftig zu finanzieren“, ohne dass die Kommunen alles allein tragen müssten.

Johannes Arlt

Wir brauchen eine Ziel­vorgabe vom Bund, was der Mindestbedarf in der Zivil­verteidigung ist.“

Johannes Arlt, Verteidigungsexperte

Aus Sicht des Mecklenburgers müssten vor allem der Zivilschutz und der Katastrophenschutz gemeinsam angepackt werden. „Oft sind die Besatzungen für Feuerwehrfahrzeuge doppelt geplant“, sagt Arlt. Sie sollen sowohl ein Feuerwehrfahrzeug als auch eine Katastrophenschutzeinheit bemannen. „Das ist keine robuste Struktur“, meint er. „Es fehlt an Leuten.“  Er verweist auf Schweden. Dort gelte im Verteidigungsfall die Faustformel, dass man 65 Prozent des Personals in der Zivilverteidigung und 35 Prozent in der militärischen Verteidigung des Landes brauche. „Wenn Bürgermeister heute schon etwas dafür tun wollen, dass die Gemeinde gut auf einen Verteidigungsfall vorbereitet ist, sollten sie dafür sorgen, dass der Katastrophenschutz und die Feuerwehren seiner Gemeinde immer genügend Nachwuchs haben“, sagt Arlt. „Vor allem für die Katastrophenschutzeinheiten braucht es viel mehr Personal.“

Bundesamt für Bevölkerungsschutz: Kommunen müssen funktionsfähig sein

Auf Bundesebene ist für die Vorbereitung auf den Ernstfall das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zuständig.  Dessen Sprecherin Carolin Kielhorn betont: „Eine leistungsfähige Gefahrenabwehr und ein funktionierender Katastrophenschutz sind die Basis für kommunale Aufgaben.“ Wichtig sei auch, die Selbstschutzfähigkeit der Bevölkerung zu erhöhen, Netzwerke mit Betreibern kritischer Infrastrukturen aufzubauen und Krisenkommunikation zu trainieren. Zudem könnten lokale Netzwerke mit relevanten Akteuren, etwa den Betreibern kritischer Infrastrukturen, aufgebaut und ein abgestimmtes Risiko- und Krisenmanagement etabliert werden. „Um im Krisenfall tatsächlich handlungsfähig zu sein, müssen die Funktionsfähigkeit der Kommunalverwaltung und Gefahrenabwehreinheiten sichergestellt werden. Krisenmanagementstrukturen, wie etwa ein Verwaltungsstab, müssen vorbereitet und geübt sein.“

Sicherheit Verteidigung Symbolbild

Einige Kommunen haben in den letzten Jahren nachgelegt. So verschickte die Stadt Versmold in Nordrhein-Westfalen einen Krisenflyer mit Sirenensignalen, Notfallmeldestellen und App-Hinweisen an alle Haushalte. Im Kreis Soest trafen sich kürzlich alle Bürgermeister zu einem Workshop zur kommunalen Gefahrenabwehr. Erwittes Bürgermeister Hendrik Henneböhl sagt: „Das sicherheitspolitische Koordinatensystem hat sich längst verschoben. Umso wichtiger sind Resilienz und der Erhalt der Handlungsfähigkeit unserer Kommunen – als Keimzellen der Demokratie und Daseinsvorsorge.“

KAT-Leuchttürme als Anlaufstellen für Bevölkerung im Ernstfall

Zahlreiche Kommunen in Deutschland haben sogenannte Katastrophenschutz-Leuchttürme eingerichtet oder planen diese zentralen Anlaufstellen. Zu den Vorreitern gehört Oranienburg in Brandenburg. Berlin plant 37 behördlich betriebene Leuchttürme und 147 ehrenamtlich besetzte Informationspunkte.

Auf den Ernstfall vorbereiten – 3 Tipps für Kommunen
Kritische Infrastruktur

absichern und Notstrom­versorgung gewährleisten

Anlaufstellen für die Bevölkerung schaffen – zum Beispiel Katastrophen­schutz-Leuchttürme

Krisenpläne regelmäßig überprüfen und Bevölkerung einbinden

Oberhavels Kreisbrandmeister Gerd Ritter vor dem Feuerwehrauto am TAZ

Wie sich Kommunen auf einen möglichen Krieg vorbereiten

Ein Kriegsszenario in Deutschland gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Kommunen bereiten sich vor: In Oranienburg werden die Feuerwehren in einem Ausbildungszentrum fit gemacht. Der Berliner Bezirk Lichtenberg hat ein einzigartiges Ehrenamts-Projekt im Bevölkerungsschutz gestartet.
MEHR

Demo gegen den Krieg Stop-War-Schild

Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen

Der Dritte Weltkrieg, vor dem die neue deutsche Friedensbewegung warnt, hat längst begonnen, sagt Zukunftsforscher Daniel Dettling. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine gilt dem ganzen Westen und seinen offenen Gesellschaften. Er fordert: „Deutschland muss raus aus seinem Dämmerzustand.“
MEHR

Krankenhaus

Deutschlands Gesundheitssystem auf Kriegsfall nicht vorbereitet

Käme es zu einem Krieg mit Verletzten, wären in Deutschland die Bundeswehr-Krankenhäuser sowie Unfall- und Universitätskliniken in zwei Tagen am Limit.
MEHR
Der Newsletter für kommunale Entscheidungsträger. Lesen Sie was Kommunen bewegt

Auch von Benjamin Lassiwe

  • Bürgermeister Heiko Wersig und der mysteriöse Goldfund von Bannewitz
    Schatz beim Rasenmähen entdeckt

    Ein Goldfund - das plant der Bannewitzer Bürgermeister

    von Benjamin Lassiwe
  • Wie kommen die Kommunen mit der reformierten Grundsteuer zurecht
    Nach der Reform

    Grundsteuer: Es muss nicht teurer werden

    von Benjamin Lassiwe
  • Rekruten vor einer Kaserne der Bundeswehr
    Konversion von Militärflächen gestoppt

    Kasernenbau: Bundeswehr hält Liegenschaften zurück

    von Benjamin Lassiwe

Lesen Sie auch...

  • Ayslbewerber

    Bezahlkarte für Flüchtlinge: Technik bremst

    von Gudrun Mallwitz
  • Trinkwasser wird teurer

    Wasserpreise explodieren - Was Kommunen jetzt tun können

    von Christian Erhardt-Maciejewski
  • Verbesserungen

    Mehr Familienfreundlichkeit in der Kommunalpolitik

    von Dorothea Walchshäusl

Neuester Inhalt

  • Bodenschutz

    Tipps für die Praxis: Wie Flächensparen gelingt

    von Dorothea Walchshäusl
  • Ayslbewerber

    Bezahlkarte für Flüchtlinge: Technik bremst

    von Gudrun Mallwitz
  • Recht Aktuell

    Fahrradstraße kassiert - Wegweisendes Urteil für Kommunen

    von Christian Erhardt-Maciejewski

Schlagwörter

  • Katastrophenschutz Politik

ZURÜCK ZUR STARTSEITE

Home

Footer First Navigation

  • Messe KOMMUNAL
  • Leserservice
  • AGB
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Mediadaten
  • Verträge kündigen
  • Datenschutzeinstellungen
  • KOMMUNALBESCHAFFUNG

Footer Second Navigation

  • Wir auf Whatsapp