Neue Umfrage zur Digitalisierung in den Kommunen
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Kommunen wünschen sich schnellere Digitalisierung

Die meisten Kommunen bewerten den Mehrwert der Digitalisierung als hoch, gleichzeitig bewerten ein Drittel ihren Digitalisierungsstand als schlecht. Das ist das Ergebnis des zweiten "Zukunftsradar Digitale Kommune" vom Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Institut für Innovation und Technik (iit).

Von 538 Städten und Gemeinden, die an der Umfrage teilnahmen, bewerteten gerade einmal sechs Kommunen den Stand ihrer Digitalisierung als "sehr gut". Zehn Prozent bewerteten ihren Stand als "gut", fast ein Drittel gab jedoch an, der Stand ihrer Digitalisierung sei "schlecht" oder "sehr schlecht". „Die Ergebnisse der diesjährigen Befragung zeigen erneut, dass die Kommunen die Chancen der Digitalisierung erkannt haben", sagt auch Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds. " Klar ist aber auch: Es wartet noch eine Menge Arbeit auf die Städte und Gemeinden, wenn sie mit der digitalen Transformation Schritt halten wollen.“

Gerd Landsberg über Digitalisierung
Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds

Digitalisierungsstrategie? Fehlanzeige!

Mit sieben Prozent stieg die Menge der Kommunen, die sich derzeit in der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategie befinden, zum Vorjahr um ein Prozent. Mehr als die Hälfte der Städte und Gemeinden gab jedoch an bisher nicht einmal an einer individuellen Digitalisierungsstrategie zu arbeiten. Die größten Hemmnisse sehen die Kommunen bei der Infrastruktur, dem Fachpersonal und der Strategie. „Auch in diesem Jahr zeigt sich, dass es vielerorts noch an einer ausreichenden Breitbandinfrastruktur als Fundament der digitalen Transformation fehlt", sagt Volker Wittpahl, Direktor des iit. „Fast die Hälfte der befragten Kommunen sieht beim Breitbandausbau auch im Jahr 2019 noch einen großen Nachholbedarf."

Volker Wittpahl über Digitalisierung © Anke Jacob
Volker Wittpahl, Direktor des itt

Kommunen wünschen sich mehr Digitalisierung

Immerhin ein Drittel der befragten Kommunen zeigen zum Vorjahr Fortschritte bei der Digitalisierung. Die Menge der Befragte, die in der Digitalisierung große Chancen für die Kommunen sieht, blieb mit 87 Prozent ähnlich hoch wie im Vorjahr. „Das zeigt, dass das Thema endgültig in den deutschen Kommunen angekommen ist", so Landsberg. "Städte und Gemeinden wollen den digitalen Fortschritt zum Nutzen ihrer Bürger und der Unternehmen vor Ort. Wir brauchen den digitalen Wandel, wenn wir als Standort für die Wirtschaft und als Wohnort für die Menschen attraktiv bleiben wollen.“

Interkommunale Zusammenarbeit als Schlüssel?

Als Unterstützung auf dem Weg zur Digitalisierung empfinden 71 Prozent der Städte und Gemeinden die Möglichkeit interkommunal zusammenzuarbeiten. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr.

Digitalisierung bietet die Chance, Aufgaben aufzuteilen und intensiver zusammenzuarbeiten. Das haben die Kommunen erkannt. Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wir über Orts-, Kreis- und Landesgrenzen zusammenarbeiten und es schaffen, Deutschland flächendeckend zu modernisieren. Wir müssen unsere bisherigen Arbeitsstrukturen überdenken und neue Konzepte der Zusammenarbeit entwickeln. Die Digitalisierung macht deutlich: Der Schlüssel zur Zukunft liegt bei den Kommunen.

Gerd Landsberg

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