Angriff auf Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer
Fotolia: Ilhan Balta

Angriff auf Hockenheims Oberbürgermeister

Mi, 17.07.2019

Ein Unbekannter hat den Bürgermeister von Hockenheim mit der Faust ins Gesicht geschlagen und schwer verletzt.

Am Montagabend hat ein Unbekannter bei Dieter Gummer, dem Oberbürgermeister von Hockenheim, geklingelt und um ein Gespräch gebeten. Als Gummer aus seinem Haus kam, ging der Unbekannte direkt auf ihn zu - und schlug ihm mit der Faust direkt ins Gesicht.

Der Oberbürgermeister taumelte, stürzte und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Er erlitt einen Kieferbruch und weitere schwere Verletzungen und wird in einem Krankenhaus behandelt.

Der Täter floh daraufhin zu Fuß. Wieso er Dieter Gummer angriff, ist derzeit noch unklar. Die Polizei ermittelt aber in alle Richtungen.

Der Vorfall sorgt für Entsetzen. Die Stadt verurteilt den feigen Angriff aufs Schärfste. So schreibt die Stadtverwaltung: "Mit Schock und Entsetzen haben wir vom Angriff auf Oberbürgermeister Dieter Gummer erfahren. Wir wünschen ihm für die Genesung alles Gute und hoffen, dass es ihm gesundheitlich bald besser geht."

Angriff auf Oberbürgermeister Dieter Gummer - kurz vor Ruhestand

 

Gummer ist seit 2004 Oberbürgermeister von Hockenheim und geht Ende August in den Ruhestand. Sein Nachfolger soll an diesen Sonntag in einem zweiten Wahlgang bestimmt werden. Bei der ersten Wahl konnte sich keiner der fünf Kandidaten durchsetzen.

Der Angriff auf Hockenheims Bürgermeister reiht sich damit in eine Serie von weiteren Angriffen auf Kommunalpolitiker ein. Kürzlich haben wir mit einer Umfrage gezeigt, dass Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Taten auf Amts- und Mandatsträger längst keine Ausnahme mehr sind.

 

Was tun gegen Gewalt?

 

Erst vor kurzem hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mehr Respekt und Schutz für Kommunalpolitiker gefordert. Nun ist es kurz danach zu einem weiteren Vorfall gekommen. Doch: Was kann Deutschland gegen die zunehmende Gewalt tun?

Gerd Landsberg, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte-und Gemeindebundes plädiert dafür, solchen Taten effektiver entgegenzutreten. „Das muss schon frühzeitig bei Bedrohungen und Gewaltaufrufen geschehen, die bislang die Grenze der Strafbarkeit nicht überschreiten. Hier müssen Strafbarkeitslücken geschlossen und mit Strafschärfungen auch bei tätlichen Angriffen reagiert werden.“ So solle der geltende Stalking-Paragraf 238 Strafgesetzbuch um einen neuen Straftatbestand des „Politiker-Stalkings“ ergänzt werden.

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