Einfach die App runterladen, Sammeltaxi buchen und am Zielort wieder aussteigen!

Per App den eigenen Chauffeur rufen

Mit ein paar Klicks können sich die Bürger einer bayerischen Kleinstadt ein Sammeltaxi rufen, das sie sich mit anderen Einwohnern teilen. Das Sammeltaxi bringt die Menschen von Tür zu Tür, ist günstiger und bietet eine echte Alternative zum klassischen ÖPNV

 

Im Südosten Deutschlands, in der niederbayerischen Kreisstadt Freyung leben 7300 Einwohner, umgeben von Bergen, saftigen Wäldern und viel Gewässer. Die Kleinstadt ist drei Stunden von Prag und eine halbe Autostunde von Passau entfernt. Doch Freyungs Bewohner sind vor allem auf den ÖPNV oder ein eigenes Auto angewiesen, wenn sie von A nach B kommen wollen. Das Problem dabei: In Freyung fährt der Bus nur unregelmäßig und am Wochenende gar nicht. Um besser auf die individuellen Bedürfnisse der Einwohner eingehen zu können, hat der Rat der Gemeinde beschlossen, eine Art Sammeltaxi einzuführen: Die Bewohner können die Autos per App rufen und sich damit zum Arzt, zum Supermarkt oder zur Familie fahren lassen.

 

"Wie an vielen Orten im ländlichen Rau kann der ÖPNV in Freyung die Bedürfnisse der Bürger aktuell nicht optimal bedienen".

 

Einmal eingestiegen, sammelt das Auto noch andere Menschen ein, die in dieselbe Richtung wollen. Die App koordiniert dabei die Wünsche der Nutzer und stellt optimierte Routen zusammen – auch noch während der Fahrt. Der Vorteil: Die Freyunger bekommen genau dann einen Shuttleservice, wenn sie ihn wirklich brauchen. Sie werden von Tür zu Tür gefahren und bezahlen dafür auch weniger Geld als bei einem Taxi.

 

Carsharing ist modern!

 

Vorab können die Nutzer der App ihren Startpunkt und das Ziel eingeben und erhalten dann die Information, wie lange die Fahrt dauert, wie viel sie kostet und wann das Taxi vor der Tür steht. Obwohl Smartphones weit verbreitet sind und 81 Prozent der Deutschen selbst eins in der Tasche haben, gibt es auch für diejenigen, die keins besitzen, die Möglichkeit, ein Sammeltaxi zu bestellen. Wie? Ganz klassisch übers Telefon. Die Carsharing-App, die von dem Berliner Start-Up Unternehmen Door2Door entwickelt wurde, wurde mit Fördergeldern vom Bundesverkehrsministerium unterstützt. Sie soll in Zukunft die infrastrukturellen Lücken schließen, die der ÖPNV nicht abdecken kann. Dafür stellt ein Start-Up die Software, die Autos und die Fahrer. In Duisburg beispielsweise nutzt die örtliche Verkehrsgesellschaft die Carsharing-App, um die ÖPNV-Busse so zu koordinieren, sodass die Bürger sie bei Bedarf rufen können.

 

Start mit Verzögerung aufgrund juristischer Hürden

 

Und obwohl sich der Anbieter uf die Fahnen geschrieben hat, dass ein Carsharing-Projekt innerhalb weniger Wochen in die Praxis umgesetzt wird und die Sammeltaxen in Freyung eigentlich schon Mitte September starten sollten, verzögert sich der Start aufgrund „juristischer Hürden“ noch etwas.

 

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