Fake News rund um das Thema Corona - das können Kommunen tun!
Fake News rund um das Thema Corona - das können Kommunen tun!
© fotolila

Fake News beherrschen

Corona: Wie Kommunen mit Falschmeldungen umgehen können

Eine der großen Gefahren dieser Tage im Umgang mit der Corona-Krise sind Panikmache und Fake News. Gerade Kommunen kommt hier eine besondere Aufgabe zu, mitzuhelfen, dass solche Falschmeldungen eingedämmt werden. Oft betrifft es angebliche lokale Begebenheiten.

Fake News sind nicht erst seit dem Ausbruch der Corona Krise ein Problem für deutsche Kommunen. Falschmeldungen verbreiten sich immer häufiger und immer schneller über die sozialen Medien. Sind sie einmal in der Welt, lassen sich die Fake News nur noch schwer eindämmen. Wird das lokale Internet standhalten ist eine solche Frage, die immer wieder gestellt wird, andere verbreiten Fake News, die Supermärkte im Ort würden ebenfalls in Kürze schließen. Das kann Panik auslösen. 

Ibuprofen gegen Corona? Fake News verbreiten sich oft über Facebook und Whats App! 

Ein Gerücht, das sich standhaft hält ist, Ibuprofen könne gegen das Coronavirus schützen oder es könne zur Heilung beitragen. Die Gefahr: Glauben viele Menschen das, kaufen sie im Ort so lange Ibuprofen, bis die Apotheke keins mehr hat. Unabhängig von den gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen ein Risiko, wenn der Nachschub nicht schnell genug kommt. Andere Rathäuser mussten sich in den vergangenen Tagen mit Anrufen besorgter Bürger auseinandersetzen, die Supermärkte würden in Kürze schließen, die Versorgung könnte zusammenbrechen. All das ist natürlich totaler Unsinn, es handelt sich eindeutig um Fake News. Doch Kommunen müssen darauf reagieren.

Aufklärung von Kommunen hilft gegen Fake News rund um die Corona Krise

Nicht nur Facebook, Google, Youtube und Co bemühen sich verstärkt im Kampf gegen Fake News zum Thema Coronavirus vorzugehen. Bei der Suche beispielsweise nach Corona oder Cornavirus oder Covid-19 über die Suchmaschinen erscheint direkt ein Informationskasten mit Verlinkungen zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Facebook bemüht sich schon, Corona-Falschmeldungen durch Algorithmen auszublenden und arbeitet ebenfalls mit den Gesundheitsbehörden zusammen. Doch schwer wird es vor allem in geschlossenen Gruppen in den Sozialen Diensten. So gibt es zu fast allen Städten und Gemeinden inzwischen bei Facebook geschlossene Ortsgruppen. In den Gruppen und Chats - auch Whats App ist gerade in kleinen Gemeinde eine beliebte Plattform des Austausches über das Gemeindeleben - verbreiten sich unkontrolliert Gerüchte und Fake News. Der Empfänger kann den Ursprung meist nicht nachvollziehen. Oft sind sie gespickt mit vermeintlich sicheren und seriösen Quellen, wie etwa "Forscher haben festgestellt....Ärzte warnen.... und so weiter. Der genaue Absender bleibt unklar.

Kommunen tun gut daran, in diesen sogenannten "Dark Social" also den geschlossenen Gruppen ebenfalls aktiv zu sein und hier aktiv gegenzusteuern. Verweisen Sie dabei in ihrer Argumentation unbedingt immer auf offizielle Seiten, ähnlich wie es Facebook tut. Die Gesundheitsämter, die Seiten der Landkreise und der Bundesländer sind seriöse Quellen, denen ihre Bürger vertrauen. Weitere gute Seiten für Verweise sind das Bundesministerium für Gesundheit, das Robert Koch Institut oder die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. 

Stellen Sie darüber hinaus an jeder Stelle Links zu ihrem Landkreis, zu den Nachbargemeinden und zu ihrem Bundesland her. Diese Seiten sind vertrauenswürdig und werden von Bürgern als solche auch anerkannt. 

Zu Fake News in Zeiten von Corona auch per Whats App sensibilisieren 

Auch und gerade in den Gruppen bei Whats App und Facebook sollten Mitarbeiter der Verwaltung, Fraktionsvorsitzende des Gemeindeparlaments und andere "öffentliche Gruppen" stets ihr Ohr haben. Weisen Sie sofort auf Falschmeldungen hin, sobald diese auftauchen. Je schneller sie gegensteuern, desto weniger wird sich die Information verbreiten. Klären Sie über Fake News ganz allgemein auf. Gerade junge Menschen sind nicht immer dafür sensibilisiert. 

Wie können Kommunen "Corona Fake News" erkennen?

Im Fall der Behauptung zu "Ibuprofen hilft gegen Corona" ist es recht einfach, diese als Fake News zu erkennen. Anders sieht es bei Meldungen aus der Gemeinde aus, eine bestimmte Person befinde sich jetzt etwa in Quarantäne oder im Nachbarort gebe es eine positiv getestete Person. Seien Sie auch als Kommunalpolitiker, Mitarbeiter der Verwaltung und erst recht als Kommune sehr vorsichtig damit, Informationen zu teilen. Denn selbst eine geteilte Meldung, die sie als "nicht gesichert" teilen verbreitet sich auf diese Weise weiter. 

Diese Kriterien weisen auf Fake News hin:

Seien Sie skeptisch, wenn Informationen vage oder unvollständig sind. Weisen Sie umgehend in Gruppen und auf Ihrer Homepage darauf hin, wenn Informationen unklare Autoren haben, sprich: Die Herkunft der Information nicht eindeutig geklärt ist. Wer ist der angebliche Experte wirklich, der zitiert wird? Gleiches gilt für unklare Quellen und Zitate, bei denen nicht gesichert ist, wer sie wirklich gesagt hat. 

Hinzu kommt für Kommunen in diesen Tagen, dass sich die Sachlage rund um das Coronavirus nahezu stündlich ändert. Achten Sie also auch auf veraltete Meldungen und stellen sie klar, dass diese nicht mehr dem aktuellen Stand entsprechen. 

Was tun, wenn ich Fake News rund um das Thema Corona entdecke oder einen Verdacht habe? 

Konzentrieren Sie sich bei ihrer eigenen Informationspolitik auf Seiten und Kanäle, die als vertrauenswürdig bekannt sind. Die Zusammenarbeit mit den lokalen Medien ist gerade im Zusammenhang mit Corona extrem wichtig. In geschlossenen Gruppen achten Sie darauf, wer die Administratoren sind. Schreiben Sie diese gegebenenfalls direkt an und versuchen Sie sich mit diesen zu vernetzen. Vor allem aber: Leiten Sie Meldungen mit unklarem Wahrheitsgehalt niemals weiter - auch nicht an Kollegen oder Freunde. Zu guter Letzt sollten Sie alle Inhalte, die Ihnen verdächtig vorkommen unbedingt sofort melden. Facebook, Google und andere Dienste bieten auf ihren Plattformen die Möglichkeit, Inhalte nicht nur rund um das Thema Corona zu melden. 

Der letzte ganz wichtige Tipp: Helfen Sie umgehend Betroffenen von Falschmeldungen!  Machen Sie ihre Bürger und alle anderen Institutionen (auch Vereine im Ort) darauf aufmerksam, wenn Sie oder jemand anderes Teil von Falschmeldungen sind. Die Universität in Wien etwa nutzt in diesen Tagen jede seriöse Plattform um zu verbreiten, dass die Meldung, Mediziner ihrer Uni hätten herausgefunden, dass Ibuprofen eine Corona-Lungenerkrankung verschlimmert ein Mythos ist. Jedes Dementi und jede Meldung, die zusätzlich zu Ihnen auch von anderen anerkannten Vereinen, Gruppen, Schulen, Ämtern verbreitet wird, hilft!