Coronavirus in Schleswig-Holstein

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Coronavirus in Schleswig-Holstein - Alle Infos und Zahlen

Die Fallzahlen in Schleswig-Holstein sind eher gering. Trotzdem ist das Bundesland massiv betroffen. Der so wichtige Tourismus ist ausgesetzt und es fehlen tausende Erntehelfer.

Wie alle ostdeutschen Länder, ist auch Schleswig-Holstein, im Vergleich zu Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg, weniger stark vom Coronavirus betroffen. Doch mit fast 500 Infizierten und zwei Todesfällen, ist die Lage auch hier ernst.

Infizierte mit dem Coronavirus in Schleswig-Holstein

Am stärksten betroffen - nicht zuletzt wegen seiner Nähe zu Hamburg, wo es die meisten mit dem Coronavirus Infizierten gibt - ist der Landkreis Pinneberg. Besonders wenig betroffen sind bisher die Landkreise Steinburg, Schleswig-Flensburg und Flensburg. 

Coronavirus-Infizierte in den Landkreisen in Schleswig-Holstein

Zudem geraten wichtige Wirtschaftszweige des Landes in Not. Der Tourismusbetrieb ist vollständig ausgesetzt. Darunter werden besonders die Inseln leiden. Außerdem geht die für die schleswig-holsteinische Landwirtschaft so wichtige Spargelernte nun los. Durch die strengen Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus werden allerdings tausende Erntehelfer fehlen, die ansonsten besonders aus den osteuropäischen Ländern nach Schleswig-Holstein strömen. 

Coronapartys - Auch in Schleswig-Holstein ein Problem

Die schleswig-holsteinische Landesregierung hatte bereits letzte Woche Freitag ihre Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verschärft. Private Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Grillabende, genau wie alle anderen Arten von Ansammlungen im öffentlichen Raum mit mehr als fünf Personen wurden verboten. Eine Ausnahme zu dieser Regel gab es für Eltern, die mit ihren Kindern unterwegs sind. Laut Ordnungsämtern und Polizei haben die meisten Bürger sich am folgenden Wochenende an den Appell von Politikern, Wissenschaftlern und Virologen gehalten. Ausnahmen hielten die Behörden jedoch auf Trab. In Bargteheide musste sie in der Nacht zu Sonntag zwei Mal zur gleichen Party ausrücken, um sie zu beenden. Rund 15 Jugendliche feierten dort und ließen sich auch von der Ermahnung der Polizei nicht aufhalten. Erst nach einem weiteren Einsatz gegen halb zwei gingen die Feiernden nach Hause.

Ordnungsämter und Polizei setzen bei der Durchsetzung des Kontaktverbots zunächst auf Bürgerdialog. Feste Kontrollstellen soll es keine geben. Regelverstöße können und werden jedoch mit Geldbußen geahndet, in schweren Fällen sogar mit Haftstrafen, mahnte Innenminister Hans-Joachim Grote. 

Kein Tourismus wegen des Coronavirus 

Hotels und Pensionen mussten ihren Betrieb einstellen und auch Ferienwohnungen dürfen nicht länger angeboten werden. Ein schwerer Schlag für ein Bundesland, für das der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Ein Streit, der teilweise sogar vor dem Verwaltungsgericht Schwerin ausgetragen wurde, entbrannte um Zweitwohnsitze in Schleswig-Holstein. Viele Hamburger hatten sich zu Beginn der Coronakrise bereits in ihre Zweitwohnsitze in Schleswig-Holstein zurückgezogen. Einige Landkreise hatten daraufhin beschlossen, dies zu verbieten, um potentielle Ansteckungen mit dem Coronavirus zu minimieren. Ordnungsämter und Polizei suchten Zweitwohnsitze auf und forderten die Insassen auf, sich zu ihrem Erstwohnsitz zu begeben. Nach einem Gespräch zwischen Ministerpräsident Daniel Günther und den Landräten, ist diese Maßnahmen beendet worden. Wer sich derzeit in einem Zweitwohnsitz in Schleswig-Holstein befindet, darf dort bleiben. Das Zurückkehren ist dagegen nicht erlaubt. 

Reisebeschränkungen gefährden Spargelernte

Ein weiteres wirtschaftliches Problem während des "Social Distancing" betrifft derzeit die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. Dieser Tage beginnt die Spargelzeit, die für Landwirte in Schleswig-Holstein große finanzielle Bedeutung hat. Durch die strengen Reisebeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus können allerdings nicht, wie üblich, Erntehelfer aus Polen, Rumänien und Bulgarien nach Schleswig-Holstein kommen, um den Spargel zu stechen. Tausende Erntehelfer fehlen. Die Landesregierung, der Bauernverband Schleswig-Holstein und die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit rufen daher unter dem Motto "Erntehilfe SH" dazu auf Landwirte bei der Ernte zu unterstützen. Erreichen soll der Aufruf besonders Beschäftigte in der Gastronomie, Menschen, die sich in Folge der Coronakrise in Kurzarbeit befinden und Studenten. 

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