Im Transitzentrum Manching können Geflüchtete an altersunabhängigen Schulstunden teilnehmen.

Der rettende AnKER?

Laut Koalitionsvertrag sollen sie nun kommen – die AnKER-Zentren für Geflüchtete. Für Städte und Gemeinden versprechen sie eine Erleichterung. Doch wie funktionieren die Zentren und was kommt auf Kommunen zu, die Standort für ein AnKER-Zentrum werden? KOMMUNAL war in den bayerischen Modell-Einrichtungen zu Besuch, um herauszufinden, was die Kommunen erwartet.

Als er vor vier Monaten ins Transitzentrum Manching kam, war er bereits seit elf Monaten in Deutschland. Im Zentrum angekommen, ging die Entscheidung über seinen Asylantrag dann ganz schnell. Als Geflüchteter aus Nigeria standen die Chancen für den 21-jährigen Ekeh nicht gut. Denn Nigeria ist eines der Länder mit denen Deutschland ein Abkommen für Rückführungen geschlossen hat. Nun wartet er im Transitzentrum auf seine Rückführung. Eine Unterkunft in einer Kommune wird ihm bis zu seiner Rückreise nicht zugeteilt. Denn Geflüchtete deren Asylanträge abgelehnt sind, werden direkt vom Transitzentrum aus in ihre Herkunftsländer zurückgebracht.

Nach diesem Prinzip sollen auch die im Koalitionsvertrag angekündigten Zentren zur Ankunft, Entscheidung, kommunalen Verteilung beziehungsweise Rückführung (AnKER) funktionieren. Geflüchtete sollen nach ihrer Ankunft in Deutschland direkt in die AnKER-Zentren kommen. Dort werden – wie es auch in Bayern der Fall ist – Außenstellen des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge, der Zentralen Ausländerbehörde, Jugendämter, Justiz und anderer relevanter Einrichtungen ansässig sein. So soll ein schnelles Verfahren gewährleistet werden. Geflüchtete, deren Asylanträge abgelehnt werden, sollen in den Zentren bleiben, bis sie in ihre Heimat zurückgebracht werden.

Ein Vorgeschmack auf die AnKER-Zentren

Ausschließlich in Bayern gibt es solche Zentren bereits. Die Ankunfts- und Entscheidungseinrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg und das Transitzentrum, das auf der Stadtgrenze zwischen Manching und Ingolstadt liegt, sollen zum Modell für ganz Deutschland werden. In der CSU-Landtagsfraktion ist man mit den bisherigen Erfahrungen zufrieden. „Im Transitzentrum können die Asylverfahren schnell, effektiv und rechtssicher entschieden werden“, sagt die bayerische Sozialministerin Emilia Müller. „Die Flüchtlinge haben schneller Klarheit, die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt und die Kommunen sind entlastet.“

Im Transitzentrum bedeutet das für die Geflüchteten dennoch: Warten. Denn arbeiten dürfen sie als abgelehnte Asylsuchende nicht. Sie bekommen Sachleistungen statt Geld, daher können sie nicht einkaufen gehen. Sie essen in einer Kantine und dürfen in den Zimmern keine Herdplatten haben, daher können sie nicht kochen. Die Bewohner warten hier ohne Aufgabe auf ihre Rückführung. Deshalb gibt es im Transitzentrum einige Angebote: Altersunabhängige Schulstunden, Kreativstunden, Kinderbetreuung. „Ich versuche sie vergessen zu lassen, wo sie gerade sind und was sie für Probleme haben“, sagt die Mosaikkünstlerin Caroline Jung, die drei bis vier Mal die Woche mit den Geflüchteten im Transitzentrum arbeitet. Hier kommt auch Ekeh gerne vorbei. „Ich vermisse Afrika, aber ich will auch nicht zurück nach Nigeria“, sagt er. In den Kreativstunden kann er diese Gedanken für eine Weile abschalten. In dieser Stunde gestaltet er ein Schmetterling-Mosaik.

Wie die Asylsuchenden mit ihrer aussichtslosen Situation umgehen, wie die angrenzende Bevölkerung auf die Modell-Einrichtungen reagiert, welchen Aufgaben sich die Kommunalpolitik gegenüber sieht und besonders welche Lösungsansätze in Bamberg und Manching bisher gefunden wurden, lesen Sie in der nächsten Ausgabe der KOMMUNAL, die am 28. März erscheint.

Lesen Sie die vollständige Reportage in unserer nächsten Ausgabe von KOMMUNAL, erhältlich am Kiosk oder über unser kostenloses Probeabo.

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