kgst die digitale kompetenz gibt es nicht
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Die digitale Kompetenz gibt es nicht!

1. September 2020
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Die “digitale Kompetenz” ist in aller Munde und doch gibt es sie nicht. Was es mit dieser Aussage auf sich hat, erläutern Anika Krellmann, Maximilian Peter und Kathrin Seiter.

Auf der Suche nach Erläuterungen zur digitalen Kompetenz begegnen uns ganz unterschiedliche Beschreibungen: Die einen verstehen darunter Kompetenzen, die entweder unmittelbar auf die Anwendung von neuen Technologien und Kommunikationsmedien bezogen sind oder aber eine gewisse nicht genau definierte „digitale Affinität“ ausdrücken. Für die anderen steht der Begriff für ein Sammelsurium ganz unterschiedlicher, ausdrücklich nicht nur technischer Kompetenzen, die in der digitalisierten Arbeitswelt wichtig sind. Agile Arbeitsmethoden oder das Arbeiten in Netzwerken und Teams werden dabei oft genannt.

Dass der Begriff der „digitalen Kompetenz“ derart unklar erscheint, begründet sich in unterschiedlichen zugrundeliegenden Kompetenzmodellen. Werden Kompetenzmodelle im Zuge der Digitalisierung um einen Kompetenzbereich „digitale Kompetenz“ erweitert (Variante 1), dann sind diese Ergänzungen in der Regel eher technologischer Natur oder betonen Haltungen und Kompetenzen digital „affiner“ Menschen. Das Risiko besteht, dass die neue Kategorie der „digitalen Kompetenz“ aufgebläht wird und somit kaum zu durchdringen ist. Fähigkeiten für die digitalisierte Arbeitswelt werden auf diese Form der digitalen Kompetenz reduziert, weil sie aus ihrem Kontext herausgelöst sind.

Werden neue Anforderungen aus der digitalisierten Arbeitswelt auf ein vorhandenes Kompetenzmodell projiziert (Variante 2), dann umfasst die „digitale Kompetenz“ eher ein Sammelsurium an Kompetenzen unterschiedlicher Art in ihrer jeweils relevanten Ausprägung für die Digitalisierung. Dementsprechend gibt es nicht „die eine digitale Kompetenz“. Verwaltungen müssen sämtliche Schlüsselkompetenzen, wie beispielsweise die soziale, persönliche oder strategische Kompetenz, mit all ihren Facetten betrachten und dabei Veränderungen durch die Digitalisierung berücksichtigen.

Die KGSt spricht daher allgemein nicht von „digitaler Kompetenz“, sondern von „Schlüsselkompetenzen in der digitalisierten Arbeitswelt“. Dazu gehört auch die „IT- und Medienkompetenz“, die die Anwendung von unterschiedlichen Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. -medien sowie den Umgang mit Daten umfasst. Sie allein reicht aber nicht aus, um sich digital kompetent in der Arbeitswelt zu bewegen.

Sind Sie neugierig geworden?

Aktuell entwickeln wir einen umfangreichen Kompetenzkatalog mit vielen praxisnahen Erläuterungen und einen KGSt®-Kompetenzcheck. Damit erhalten Sie einen fundierten Überblick über erforderliche Kompetenzen und Kompetenzfacetten in einer digitalisierten Arbeitswelt und können vorhandene Kompetenzen gezielt evaluieren.

Anika Krellmann

Anika Krellmann ist Referentin im Programmbereich Organisations- und Informationsmanagement der KGSt.

Maximilian Peter

Maximilian Peter ist Leiter des Programmbereichs Beratung & Vergleiche der KGSt.

Kathrin Seiter

Kathrin Seiter ist Referentin im Programmbereich Personalmanagement der KGSt.

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