Drohnen - So könnten sie bald in den Kommunen eingesetzt werden

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Drohnen in Kommunen: Chancen und Aufgaben

10.000 Drohnen täglich über Deutschland – was klingt wie Zukunftsmusik, wird in zehn Jahren Realität. Für Kommunen eröffnet das enorme Chancen: von der Brückeninspektion bis zur Wildtierrettung. Doch wer kümmert sich um sichere Lufträume? Die Aufgaben für Städte und Gemeinden sind neu – und jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu handeln.

Drohnen gelten derzeit vor allem als militärische Werkzeuge oder als Risiko an Flughäfen. Doch jenseits dieser Debatten entsteht eine technologische Entwicklung, die für Städte und Gemeinden enorme Chancen bietet. Experten rechnen damit, dass in zehn Jahren täglich rund 10.000 Drohnen über Deutschland unterwegs sein werden. Für Kommunen bedeutet das neue Möglichkeiten – aber auch neue Aufgaben. Jetzt ist der Zeitpunkt, Innovationen den Weg zu bereiten.

Aktuelle Einsatzgebiete von Drohnen in Kommunen

Schon heute übernehmen Drohnen zahlreiche Tätigkeiten, die bisher zeitaufwendig oder riskant waren. Sie vermessen Flächen, dokumentieren Zustände und unterstützen bei Inspektionen. Mit Infrarotkameras und KI lassen sich selbst kleinste Haarrisse in Brücken erkennen, Schäden automatisch auswerten und Sanierungsbedarfe frühzeitig erkennen. Auch in der Gefahrenabwehr gewinnen Drohnen an Bedeutung: Nach Unwettern oder Bränden können sie schneller in schwer zugängliche Gebiete vordringen als Einsatzkräfte oder Hubschrauber.

Wildtierrettung und Baustellenlogistik: Erfolgsbeispiele

Ein besonders sichtbares Erfolgsbeispiel ist die Wildtierrettung. Durch Wärmebildkameras retten Drohnen jedes Jahr rund 20.000 Rehkitze, die sonst beim Mähen zu Schaden kämen. Gleichzeitig erreicht die Technologie die Baustellenlogistik: Leichte Teile und Werkzeuge werden bereits per Drohne geliefert. Mit zunehmender Traglast wird dieser Trend wachsen. Kommunen wie Ingolstadt testen zudem, wie Drohnen künftig in die Stadt- und Mobilitätsentwicklung integriert werden können.

U-Space-Gebiete: Digitale Lufträume für sichere Drohnennutzung

Damit diese Anwendungen sicher funktionieren, braucht es U-Space-Gebiete – digitale Lufträume mit klaren Regeln, ähnlich einem Luftverkehrsmanagement für Drohnen. Kommunen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie müssen prüfen, wo solche Gebiete entstehen können, Sicherheitsbewertungen durchführen und festlegen, welche Bereiche nicht überflogen werden dürfen. Auch bauliche Genehmigungen für Drohnenhangars werden zum neuen Aufgabengebiet. Es bietet sich an, solche neuen Aufgaben von Anfang an für mehrere Kommunen zu bündeln, um effizient arbeiten zu können. Kooperative Selbstverwaltung heißt das Modell und könnte wegweisend auch für andere Aufgaben sein.

Handlungsempfehlungen für Kommunen

Um den technologischen Wandel erfolgreich zu gestalten, sollten Kommunen frühzeitig mit Industrie und Regulierungsbehörden zusammenarbeiten. Je früher Verfahren und Zuständigkeiten geklärt werden, desto schneller lassen sich innovative Anwendungen umsetzen.