Digitalisierung Städte und Gemeinden
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Digitalisierung: Bürger wünschen sich schnellere Umsetzung!

Mi, 23.10.2019

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die meisten Bundesbürger große Hoffnung in die Digitalisierung haben. So glauben sie, dass smarte Lösungen zu weniger Stau, einer Stärkung des ländlichen Raumes und mehr Sicherheit führen. Doch: Für die meisten geht die Umsetzung in Deutschlands Rathäusern zu langsam. Deshalb wünschen sie sich bei dem Thema mehr Tempo.

In den letzten Jahren hat sich viel getan: Immer mehr Städte und Gemeinden setzen auf die Digitalisierung. Dennoch zeigt eine Umfrage, dass es den Bürgern bei der Umsetzung nicht schnell genug geht. So fordern 69 Prozent ihre Stadtverwaltung auf, die digitale Zukunft mit mehr Nachdruck zu schaffen. Die Umfrage wurde im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.000 Personen ab 18 Jahren in Deutschland durchgeführt.

 

Allerdings gibt es auch positive Neuigkeiten für Deutschlands Kommunen! Denn zwei von drei Bürgern (66 Prozent) trauen ihrer Stadtverwaltung einen kompetenten Umgang mit digitalen Themen zu.

 

Digitalisierung Kommunen Umfrage Bitkom

 

Digitalisierung: Wo sehen die Deutschen den größten Verbesserungsbedarf?

 

In den letzten Jahren wurden viele digitale Projekte ins Leben gerufen. Dennoch sagt jeder zweite: "Meine Stadt ist nicht digital." Den größten Verbesserungsbedarf sehen die Deutschen vor allem in den Bereichen Wohnen (86 Prozent), Verwaltung (79 Prozent), Verkehr (78 Prozent), Sicherheit (77 Prozent) und Umwelt (76 Prozent).

Sechs von zehn Bundesbürgern können sich vorstellen, in einer Kommune mit vielen digitalen Angeboten zu leben.

 

Und welche Chancen ergeben sich durch die Digitalisierung?

 

Die überwiegende Mehrheit der Bürger glaubt, dass der Einsatz von Technik typische Probleme lösen kann.

So stimmen 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass abgehängte Städte und Gemeiden von der Digitalisierung besonders profitieren können. 64 Prozent meinen, dass der Einsatz von digitaler Technik wie beispielsweise Überwachungskameras die Sicherheit im öffentlichen Raum erhöhen kann. Und 61 Prozent glaubt, dass die Digitalisierung das Leben in der Stadt aber auch auf dem Land lebenswerter machen kann.

In der Stadt sehen die Bürger die Potentiale der Digitalisierung vor allem in neuen Mobilitäts- und Verkehrskonzepten sowie in der Entlastung von Verwaltungen. Fast zwei Drittel rechnen damit, dass die Digitalisierung die Wirtschaftskraft steigert. 62 Prozent glauben, dass durch den Einsatz von  Technik die Verkehrsbelastung sinkt.

Zwei Drittel erhoffen sich, dass der ländliche Raum durch die Digitalisierung attraktiver für Unternehmen wird. Jeder zweite erwartet, dass Gemeinden mithilfe digitaler Technologien attraktiver für Ärzte und Informatiker werden. Und 47 Prozent gehen davon aus, dass die medizinische Versorgung auf dem Land durch die Digitalisierung verbessert wird. " Mit digitalen Lösungen überwindet man Distanzen: in der medizinischen Versorgung, in der Bildung, im Bürgerservice, bei der Arbeit. Und nirgendwo sind die Distanzen größer als auf dem Land", erklärt Bitkom-Chef Achim Berg.

 

Bürger wollen eine digitale Verwaltung

 

89 Prozent würden es begrüßen, wenn die Beantragung, Verlängerung und Zusendung von Dokumenten wie der Reisepass und Personalausweis ganz automatisch verliefe. 84 Prozent würden Behörden- und Verwaltungsangelegenheiten über das Internet erledigen, etwa den Wohnsitz ummelden oder Kindergeld beantragen. "Viele der bislang verfügabren Angebote sind noch unnötig kompliziert, der Behördengang via Internet muss nutzerorientiert, wirtschaftlich und nachhaltig gestaltet werden. Was wir brauchen, sind bundesweite Standards, damit das digitale Rad nicht in 11.000 Kommunen immer neu erfunden wird", meint Berg.

 

Mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen

 

Wie das Leben in einer digitalen Stadt aussehen könnte, davon haben Bürger auch konkrete Vorstellungen.

So wollen neun von zehn Befragten stärker in Vor-Ort-Entscheidungen einbezogen werden. Besonders beliebt ist der Mängelmelder, mit dem man auf Probleme im öffentlichen Raum aufmerksam machen kann. Aber auch konkrete Verbesserungsvorschläge, die online eingereicht werden können oder die Möglichkeit, sich an Planungs- und Entscheidungsprozessen zu beteiligen, ist für viele wichtig. "Der Wunsch der Bürger, sich zu beteiligen, wächst - und der leichteste Weg ist via Internet. Kommunen sollten flächendeckend digitale Dienste anbieten, die bürgerliche Partizipation und Engagement erleichtern", so Berg.

 

Bedenken gegenüber der Digitalisierung

 

Obwohl die Bürger der Digitalisierung gegenüber sehr aufgeschlossen sind, gibt es auch kritische Stimmen. Sieben von zehn Bürgern sorgen sich, dass ihre persönlichen Daten durch die digitale Veränderung in Städten und Gemeinden weniger sicher sind. "Bei der Entwicklung smarter Städte und Regionen müssen wir vor allem das Thema Datensicherheit mitdenken. Gleichzeitig müssen wir Vorreiterstädte und Smart-City-Initiativen aus Deutschland noch mehr in die öffentliche Wahrnehmung holen und zeigen, wie es an vielen Stellen schon einfach und digital geht."

Doch: Was brauchen Kommunen eigentlich für eine Digitalisierung? Berg setzt dafür auf: Geld, Know-how und einen engen Austausch von Bürgern, Politik und örtlicher Wirtschaft.

 

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