Eine Nachbarschaft in Jülich feiert ihre bunte Vielfalt.
Eine Nachbarschaft in Jülich feiert ihre bunte Vielfalt.

Ehrenamt: Auf gute Nachbarschaft!

Was der eine nicht kann, erledigt ein anderer – und umgekehrt. Die Idee von Nachbarschaftshilfe ist uralt. Im Zeitalter der größer werdenden Anonymität will Nachbarschaftshilfe aber organisiert sein – immer häufiger von Kommunen. Mit großem Erfolg. KOMMUNAL-Deutschlandreport!

Im Oberpfälzer Landkreis Regensburg hat man sich schon lange mit diesem Thema auseinandergesetzt und gibt es mittlerweile in 26 von 41 Gemeinden Nachbarschaftshilfe-Organisationen. Eine davon ist die Bürgerhilfe in Deuerling, einem kleinen Dorf mit rund 2000 Einwohnern. 2009 hat sich Jutta Niederquell dort zusammen mit einer Freundin zur Gründung einer Nachbarschaftshilfe-Organisation entschlossen, zwei Jahre später organisierten sie sich als Verein mit festen Richtlinien und einer eigenen Satzung. „Wir richten uns an alle Bürger von 0 bis 100“, sagt Niederquell, „aber wir machen natürlich nicht alles selber, sondern vermitteln auch viel“, zum Beispiel vom Landkreis ausgebildete Babysitter. Zudem hat sich die Bürgerhilfe seit der Flüchtlingskrise intensiv um die Asylbewerber im Ort angenommen und kümmert sich außerdem um die Senioren, übernimmt Fahr- und Begleitdienste bei Arztbesuchen und Behördengängen oder hilft bei den Einkäufen. Bei alledem ist die Bürgerhilfe fest in der Kommune verankert: So ist der amtierende Bürgermeister einer der Vorstände des Vereins und die Bürgerhilfe einmal im Monat im Gemeindeblatt vertreten. „Das hat sich sehr bewährt“, sagt Niederquell. „Wir haben extrem kurze Dienstwege, das erleichtert die Arbeit sehr.“

Nachbarschaft: So funktioniert die Organisation

Geht es um grundsätzlichere Fragen zur organisierten Nachbarschaftshilfe, ist die zentrale Anlaufstelle für Jutta Niederquell und ihre Kollegen die Freiwilligenagentur des Landkreises Regensburg, die gleichzeitig das Koordinationszentrum Bürgerschaftliches Engagement darstellt und das Netzwerk der Ehrenamtlichen im Landkreis betreut. Häufig sind es juristische Fragen, die zu klären sind, Versicherungsthemen oder Aspekte wie die Aufwandsentschädigung. Außerdem unterstützt die Agentur die Organisationen bei ihrer konkreten Arbeit vor Ort. Für Leiterin Gaby von Rhein ist es wichtig, die jeweiligen Organisationen auf dem Weg zu begleiten, den die Ehrenamtlichen auch wirklich selbst gehen wollen und nicht von Seiten des Amtes etwas vorzugeben. Bis eine Nachbarschaftshilfe tatsächlich funktioniert, braucht es Geduld und Durchhaltevermögen: „Es dauert eine gewisse Zeit, bis es läuft“, weiß von Rhein aus Erfahrung und es sei häufig leichter, Leute zu finden, die bereit sind zu helfen, als Leute, die Hilfe brauchen. [...]

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