Der Fachkräftemangel macht sich bei jeder Jobausschreibung im öffentlichen Dienst bemerkbar.
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Der Fachkräftemangel macht sich bei jeder Jobausschreibung im öffentlichen Dienst bemerkbar.

Fachkräftemangel betrifft ALLE Kommunen

Das Problem zieht sich durch alle Bundesländer und Kommunen jeder Größe - der Fachkräftemangel ist in den Amtsstuben angekommen und wird sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Was können Kommunen tun und an welchen Stellschrauben muss an anderer Stelle gedreht werden?

Eine Stelle in der Stadtverwaltung wird ausgeschrieben und niemand bewirbt sich - das ist zum Glück noch die Ausnahme, doch die Bewerberzahl geht stetig nach unten. Der Fachkräftemangel sorgt schon jetzt dafür, dass in vielen Verwaltungen Stellen unbesetzt bleiben. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund schätzt, dass bis 2030 über 800.000 Stellen im öffentlichen Dienst nicht mehr besetzt werden können. Die wichtigsten Gründe: Die Überalterung des Personals und die Konkurrenz aus der Privatwirtschaft.

Fachkräftemangel von Oranienburg bis Regensburg

In Ludwigsfelde sind derzeit 15 Stellen im öffentlichen Dienst unbesetzt. In den nächsten acht Jahren werden darüber hinaus 40 Prozent der städtischen Mitarbeiter in Ruhestand gehen. In der Stadtverwaltung von Potsdam sind derzeit sechs Prozent der Stellen unbesetzt. In Oranienburg sind es 5,5 Prozent und 6,3 Prozent werden in den kommenden Jahren in Rente gehen. Dieses Schicksal teilen Kommunen in ganz Deutschland - egal ob kleine Dorfgemeinde, Kleinstadt oder Metropole. In Regensburg fehlt es an IT-Fachleuten, Ingenieuren und Architekten. Eine Arbeitsmarktzulage wird potentiellen Fachleuten bereits in Aussicht gestellt, jedoch bisher ohne Erfolg.

Doch was können Kommunen tun, um im Rennen um Fachkräfte besser dazustehen? Der Bayerische Städtetag will die Vorteile des öffentlichen Dienstes wieder stärker hervorheben. Gibt jedoch zugleich zu bedenken, dass die Sicherheit, die der öffentliche Dienst bieten kann, in konjunkturschwachen Zeiten deutlich mehr geschätzt wird. Deshalb müssen sich die Kommunen um ein demografieorientiertes Personalmanagement kümmern, wenn sie in Zukunft freigewordene Stellen schnell neu besetzen wollen.

Wie die Kommunen gegen Fachkräftemangel kämpfen

Der Stadt Nürnberg fehlt es besonders an IT-Fachleuten und Ärzten. Sie geht deshalb auf Messen, dreht Imagevideos und baut ihre Kooperation mit den umliegenden Hochschulen stärker aus. Die Stadt München hat ähnliche Probleme wie die Stadt Nürnberg. Ihr fehlen zudem verstärkt Erzieher und Ingenieure. Deshalb setzt sie immer häufiger auf Quereinsteiger, die sie selbst weiterbildet, schreibt Anwärterprämien für ihre Angestellten aus und wirbt mit einer Arbeitsmarktzulage. Die Gemeinde Rosdorf im Kreis Göttingen stellt immer häufiger Personal aus artverwandten Bereichen - zum Beispiel Bürokaufleute - ein, wenn sie nach Verwaltungsfachangestellten sucht. Und die Stadt Werder, der besonders die Erzieher fehlen, will Quereinsteigern die Erzieherausbildung bezahlen. Dafür sollen 600.000 Euro im Haushalt eingeplant werden.

Die großen Weichen können allerdings nicht in den kleinen Kommunen gestellt werden. Denn hier fehlen zumeist die Kapazitäten noch mehr Personal selbst auszubilden oder große Imagekamagnen auf die Beine zu stellen. Kleine Kommunen hoffen hingegen darauf, dass Großstädte, Landkreise und Hochschulen die Ausbildung in den kritischen Bereichen ausweiten werden. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Göttingen hat beispielsweise angekündigt im nächsten Jahr die Studiengänge soziale Arbeit und Verwaltungsinformation anzubieten. Zudem fordern die Kommunen Bund und Länder zu einer adäquaten Ausstattung auf, die sie zukunftsfähig aufstellt.

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